Aktuelles aus dem Ortsverband

Trotz Regen – begeisterte Mädchen und Jungs bei den THW-Ferienspielen

Geschicklichkeit und Teamgeist war bei den Ferienspielen gefragt

Auch in diesem Jahr beteiligte sich die THW-Jugend Miltenberg bei der Ferien(s)pass Aktion der Gemeinden Großheubach, Kleinheubach sowie Rüdenau. Nach einer kurzen Begrüßung durch Jugendbetreuer Marco Schlackl (Großheubach) wurden die 20 Mädchen und Jungs auf die drei Stationen aufgeteilt, wobei sich zwei Stationen auf dem Wasser und eine Station auf dem Land befand.

Im Luna-Park ging es zuerst um das Thema Rettung eines Patienten mit Hilfe des Schleifkorbs. Mit diesem Einsatzmittel können Patienten schonend über unwegsames Gelände transportiert werden. Wenig später fand sich das junge Team in der nächsten Geschicklichkeitsaufgabe wieder – ein Eimer Wasser musste auf einer Einheitskrankentrage über einen Hindernisparcour transportiert werden.

Bei der zweiten Station ging es um die manuelle Fortbewegung auf dem Wasser. Hierzu hatte die Jugendgruppe ein Schlauchboot mit gebracht, welches ausgerüstet mit Paddel und Rettungswesten im sogenannten Reißverschlußverfahren bestiegen wurde. Durch dieses Verfahren wird die Last gleichmäßig auf dem Boot verteilt. Schnell gab es noch einen kurzen Abriss über die Fachbegriffe und schon ging es an das andere Mainufer nach Kleinheubach. Hierbei war Teameinsatz gefragt – denn nur gemeinsam konnte das Boot schnell und zielsicher nach vorne getrieben werden.

Last but not least – für die letzte Station war ein motorisiertes Boot zu Wasser gelassen worden. Auch hier wurde kurz auf die Ausrüstung eingegangen, denn eine richtige Wasserratte sollte schon wissen, was es alles so auf einem Boot gibt. Anschließend ging es in rasanter Fahrt zur Schleuse Heubach, wo eine kurze Besichtigung vom Wasser aus stattfand. Es blieb aber auch noch genügend Zeit, das „Mann über Bord Manöver“ den begeisterten Kindern zu zeigen.

Leider meinte es der Wettergott nicht gut mit den 20 Kindern und der THW-Mannschaft, denn im letzten Drittel der Veranstaltung öffnete der Himmel seine Pforten und es schüttete. Schnell wurden die mitgebrachten Regencapes übergestreift und so konnte es eben im Regen weiter gehen, was dem gemeinsamen Spaß keinen Abriss tat.

Jugendlager Achern

Am Samstag, 30. Juli startete die THW-Jugendgruppe des Ortsverbandes Miltenberg in das traditionelle Sommer-Zeltlager. Dieses Jahr führte es die Gruppe in das badische Achern, das unmittelbar an der französischen Grenze liegt.

Samstag: Anfahrt nach Achern & Ausbildung

Bereits zur Mittagszeit erreichte der Konvoi die Landesausbildungsstätte in Achern und begann damit, das Lager einzurichten. Nach einem stärkenden Mittagssnack starteten die Jugendlichen mit den ersten Ausbildungseinheiten. Es wurden die Grundlagen in Sachen Rettungsmethoden, Notstrom & Beleuchtung sowie der Knotenkunde aufgefrischt.

Sonntag: Wiederholung der THW-Basics

Sonntags ging es weiter mit verschiedenen Ausbildungsthemen wie das sichere Arbeiten im und am Wasser, das Bewegen von Lasten sowie das Verhalten im Einsatz und Einsatzgrundlagen. Am Nachmittag konnten die gelernten Inhalte direkt in der Praxis getestet werden. Mit der Alarmmeldung „Eingeklemmte Person bei Rangierarbeiten auf den Gleisanlagen des Übungsgeländes Achern“ wurde die gesamte Jugendgruppe alarmiert. Der ausgewählte Jugend-Zugführer übernahm dabei zusammen mit seinen drei Gruppenführern und deren Gruppen den Einsatz. Es galt dabei zwei Wagons auseinander zu ziehen und die dazwischen befindliche Person zu befreien. Die weitere Erkundung ergab, dass sich eine zweite bewusstlose Person auf dem Dach eines Tankwagens befindet und gerettet werden muss. Weiterhin wurde der Tankwagen bei dem Zusammenstoß beschädigt und verlor seinen Inhalt. Die austretende Flüssigkeit, deren Ausbreitung verhindert werden musste, wurde mit Hilfe eines Sandsack-Dammes aufgefangen, bis sie später von Spezialisten abtransportiert werden konnte.

Montag/Dienstag: DRF Luftrettung und 24h Übung

Am nächsten Tag stand der Besuch der Flugwerft der DRF Luftrettung am Baden-Airpark auf dem Programm. Die DRF Luftrettung hat eine Staffel von über 50 Rettungshubschraubern sowie zwei Ambulanzjets für Auslandsrückholung im Einsatz. In dem erweiterten Operation-Center am Baden-Airpark werden sowohl die Einsätze für die Auslandsrückholung von verletzten Personen geplant und begleitet, als auch alle Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an bis zu 11 Hubschraubern gleichzeitig durchgeführt. Auch im Bereich Entwicklung ist der Standort Baden-Baden tätig. So werden hier Ausstattungskonzepte für die bestmögliche Ausrüstung eines Rettungshubschraubers der neuen Generation, zusammen mit dem ADAC und Herstellern medizinischer Geräte erarbeitet.

Nach einem kleinen Mittagssnack „auf die Hand“ auf dem Parkplatz der DRF Luftrettung fuhr die Jugendgruppe zurück zum Lagergelände, ohne zu wissen, was die nächsten 24 Stunden auf sie zukommen sollte.

Zurück im Lager verkündete Jugendbetreuer und Lagerleiter Marco Schlackl (Großheubach), dass sich eine Großschadenslage in der Nähe ereignet hat und die Einheiten der THW Jugend Miltenberg hierzu alarmiert wurden. Da von einer Einsatzdauer von über 24 Stunden ausgegangen wurde, sollte die Jugendgruppe in einem Bereitstellungsraum in unmittelbarer Umgebung des Einsatzortes verlegt werden. Die Jugendlichen bekamen deshalb eine kurze Zeit um ihre persönlichen Gegenstände, die sie für eine 24h-Einsatz benötigen würden zusammen zu packen und zu verladen. Im Anschluss daran startete der Zugtrupp zusammen mit der zweiten Bergungsgruppe und der Unterstützungsgruppe in Richtung Bereitstellungsraum. Dort angekommen wurde durch den Zugtrupp ein Meldekopf aufgebaut, während die anderen beiden Gruppen die Unterkunft in einer hergerichteten Bunkeranlage vorbereitete.

In den folgenden Stunden wurden zahlreiche Arbeitsaufträge von der Leitstelle an den Zugtrupp übermittelt, der die Aufträge wiederum an seine beiden Gruppen verteilte. Dabei wurden die verschiedensten Szenarien von den Betreuern eingespielt. Vom einfachen Wegräumen von Trümmern auf einer Straße, über eine Rettung einer verletzen aus einem Bahnwagon, bis hin zu der Rettung mehrerer vermisster Personen aus einem Kanalsystem und dem umliegenden Gelände bei Dunkelheit waren alle Schwierigkeitsstufen dabei. Dabei wurde auch vor einer Alarmierung einige Stunden vor der üblichen Aufstehzeit nicht halt gemacht.

Am Dienstagnachmittag zogen sowohl die Betreuer als auch die Jugendlichen das Resümee aus der 24h-Übung. Die Betreuer lobten den guten Ausbildungsstand der Jugendlichen und deren Zusammenarbeit untereinander. Insbesondere die rasche Einarbeitung in Themenbereiche, die vor der Übung noch nicht tiefer behandelt wurden, wie die Zugtrupp-Arbeit und die Verwendung von Funkgeräten, wurde von den Ausbildern hervorgehoben. Nichtsdestotrotz gibt es, wie immer, Verbesserungspotential, auch wenn es dabei mehr um Feinheiten geht.
Aber auch von der Jugendgruppe kam sehr positives Feedback. Auch wenn sie von der ein oder anderen Aufgabe sehr gefordert wurden, kam ein klares: „das wollen wir wieder machen“ aus den Reihen der Jugendlichen.

Mittwoch: Europäisches Parlament, Stadtrallye in Straßburg & Nachtwanderung

Am Mittwoch ertönte der morgendliche Weckruf bereits um 06:30 Uhr. Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es mit unseren THW-Fahrzeugen zunächst nach Kehl, um von dort mit der Bahn nach Straßburg, unserem ersten Programmpunkt dem Besuch des Europäischen Parlaments, zu starten. Beeindruckt von der außergewöhnlichen Architektur des Parlaments, wurden wir von unserem Guide empfangen, um im Rahmen einer Präsentation mehr über die Zusammensetzung und Aufgaben des europäischen Parlaments zu erfahren. Mit zahlreichen Rückfragen, Bildern und einer Besichtigung des Plenarsaals sowie dem Empfangsbereich für Ehrengäste, konnten sich die Jugendlichen ihr eigenes Bild von der politischen Arbeit in Europa verschaffen. Mit einer Menge neuer Informationen ging es weiter in die Innenstadt, genauer an den Platz der Republik. Umgeben von Nationaltheater und Universitätsbibliothek wurden bei einem Mittagssnack die Regeln zur Stadtrallye bekanntgegeben. In drei Gruppen mussten in zwei Stunden diverse Fragen rund um das THW sowie der Stadt Straßburg beantwortet bzw. erarbeitet werden. Die Fragen reichten von der Nennung des des Bürgermeisters, der Aufzählung der Partnerstädten bin hin zur Erstellung eines Gruppenfotos vor dem Straßburger Münster.

Auf dem Übungsgelände in Achern wieder angekommen, wurde mit Einbruch der Dämmerung die Nachtwanderung eingeläutet. Wie von den Jugendlichen bereits vermutet, stellte sich recht schnell heraus, dass es sich hier um keinen „normalen“ Spaziergang in der Dunkelheit handelt. So wurden die Jugendlichen auf ihrem Weg durch das Gelände an drei Haltepunkten mit Fragen zu den Themen Beleuchtung und Einsatzgrundlagen, einer Runde Tabu zum Gefahrenschema sowie dem Binden von Halbschlägen – das ganze natürlich auf Zeit – auf die Probe gestellt. Erschöpft und mit jeder Menge neuer Eindrücke fielen die Kids müde in ihre Schlafsäcke.

Donnerstag: Europa Park, Grillen und Lagerfeuer

Mit der Erwartung auf über 100 Attraktionen und Shows, 13 Achterbahnen sowie 14 europäischen Themenbereichen startete die Jugendgruppe ihren Donnerstag in Deutschlands größtem Freizeitpark, dem Europa Park in Rust. Bereits nach kurzer Zeit wurden die größten und schnellsten Achterbahnen identifiziert und die teilweise lange Wartezeit mit verschiedenen Ratespielen überbrückt. Neben Wasserbahn und Holzachterbahn erfreute sich das Traktor fahren, insbesondere unter den älteren Jugendlichen, größter Beliebtheit. Am Nachmittag zog ein größerer Regenschauer über den Freizeitpark, was der Freude jedoch keinen Abbruch tat, schließlich hat sich die Wartezeit hierdurch an der einen oder anderen Attraktion plötzlich auf wenige Minuten verkürzt. Angekommen am Lagergelände ging es nach einer warmen Dusche sowie Steaks und Bratwürsten vom Grill ans Lagerfeuer, um den Tag mit jeder Menge Geschichten Revue passieren zu lassen.

Freitag: Ausbildung und Rückbau des Lagers

Nach dem Besuch unserer französischen Nachbarn sowie dem Europa Park ging es am vorletzten Tag weiter mit den Ausbildungsthemen Erste Hilfe, Atemschutz und Holzbearbeitung. An der ersten Station wurden anhand verschiedener Szenarien wie beispielsweise „Person regungslos neben einer Parkbank“ auf die Grundlagen der Ersten Hilfe eingegangen. Neben der stabilen Seitenlage, der Herz-Lungen-Wiederbelebung oder dem Anlegen eines Druckverbandes, mussten die Jugendlichen situativ die richtige Entscheidung treffen und schnell handeln. In der zweiten Gruppe mit Schwerpunkt Atemschutz galt es nach einem kurzen Theorie-Teil, eine in einem Tunnelsystem verschüttete Person unter Atemschutz zu retten. Neben den atemschutzspezifischen Besonderheiten, ging Michael Zipf (Großheubach) insbesondere auf die Kommunikation via Funk ein. An der dritten Station wurden unter Leitung von David Balles (Bürgstadt) diverse Werkzeuge aus dem Bereich Holzbearbeitung erläutert und ausprobiert. Neben der Säbelsäge wurde der Umgang mit Stechbeitel und Säge geübt. Nachdem alle Jugendlichen ihr Wissen an den drei Stationen auffrischen bzw. unter Beweis stellen konnten, wurde am Nachmittag mit dem Rückbau des Lagers begonnen. Die Verabschiedung vom diesjährigen Jugendlager fand mit einer Feedback-Runde am Lagerfeuer statt. Neben der Verpflegung durch unser Küchen-Team Renate Zipf und Jutta Kempf (beide Großheubach) haben sich die erstmals durchgeführte 24h Übung sowie der Besuch des Europa Parks als die diesjährigen Favoriten unter den Junghelfern herauskristallisiert.

Samstag: Rückfahrt und Säuberung des Materials

Pünktlich um 06:00 Uhr wurden die Jugendlichen letztmalig mit dem Song „Time to say goodbye“ geweckt. Gestärkt nach dem Frühstück haben alle gemeinsam die restlichen Materialien auf die Fahrzeuge geladen, damit der Konvoi gegen 09:00 Uhr Richtung Miltenberg starten konnte. Zurück in der THW-Unterkunft wurde die Jugendgruppe bereits von vielen fleißigen Helfern des Technischen Zugs, ausgerüstet mit Dampfstrahler und Gabelstapler, empfangen. Gemeinsam wurden die Fahrzeuge gereinigt und das Material wieder an seinem Platz verstaut. Mit vielen neuen Eindrücken wurden die Jugendlichen in die verdienten Sommerferien entlassen.

THW Ortsverband erhält neues Führungsfahrzeug

Ein neues Führungsfahrzeug für das Miltenberger Technische Hilfswerk (THW) wurde am Samstagnachmittag beim Helferfest in der Unterkunft in Miltenberg-Nord seiner Bestimmung übergeben. Pfarradministrator Manuel Vetter segnete das neue Fahrzeug, welches seinen mittlerweile 16-Jahre alten Vorgänger ersetzt. Der Ortsbeauftragte des Miltenberger THW-Ortsverbands, Stefan Wolf (Großheubach), betonte, das THW sei als Einsatzorganisation des Bundes im Bereich des Katastrophenschutzes auf eine zeitgemäße Ausstattung angewiesen.

Noch einen höheren Stellenwert, als eine zeitgerechte und moderne Ausstattung, haben jedoch die Helferinnen und Helfer des Ortsverbandes. Nur durch ein schlagkräftiges Team sei es möglich, effektiv Hilfe am Nächsten zu leisten. Diesem Team, aber auch einzelnen Helfern gilt es Danke zu sagen. Beispielhaft für Ihr überdurchschnittliches Engagement im Technischen Hilfswerk wurden Simon Schuldt (Mainbullau) mit dem Ehrenzeichen in Gold sowie Michael Wolf (Großheubach) mit dem Ehrenzeichen Gold mit Kranz ausgezeichnet. Simon Schuldt, Schirrmeister des THW Ortsverbandes, kümmert sich rührig um sämtliche Gerätschaften und Fahrzeuge im Ortsverband. Er ist zuständig für die entsprechenden Werkstattplanungen, Ersatzbeschaffungen und Prüfungen. Darüber hinaus bildete er sich zur sonstigen Verantwortlichen Person weiter. Unter der Leitung von Michael Wolf wurde die zweite Bergungsgruppe des THW-Ortsverbandes zu einem schlagkräftigem Team mit viel Fachwissen. Neben seinem Amt als Gruppenführer kümmert sich Michael Wolf im Bereich der Werkstatt um unzählige Dinge, beispielhaft wäre hier die Eigenentwicklung von Rollwägen für den Mehrzweckkraftwagen des Ortsverbandes zu nennen.

Ehrungen im Helferverein

Auch im Bereich der THW-Helfervereinigung Miltenberg standen Ehrungen an, wozu das alljährliche Helferfest einen passenden Rahmen bietet. So konnte der 1. Vorsitzende der THW-Helfervereinigung Ruthard Zipf (Großheubach) für 30-jährige Mitgliedschaft Armin Wienand (Mönchberg) sowie für 25-jährige Mitgliedschaft Anja Neukirchen (Großheubach) mit den entsprechenden Jahresurkunden auszeichnen.