Aktuelles aus dem Ortsverband

Bootsausbildung & Jetfloat®-EGS Bootsanleger

Gruppenbild auf dem Jetfloat®-EGS-Anleger mit Einsatzboot.

Am heutigen Ausbildungsnachmittag fand sich die Jugendgruppe zum letzten Ausbildungsabschnitt im Themenkomplex Arbeiten im und am Wasser zusammen. In der ersten Gruppe galt es die im vergangenen Ausbildungsdienst erworbenen Kenntnisse rund um das Fahren auf dem Wasser im Rahmen der motorisierten Fortbewegung anzuwenden. Hierbei wurden insbesondere das An- und Ablegen sowie das Mensch-über-Board-Manöver ausgiebig geübt. Alle Junghelfer konnten in die Rolle des Bootsführers schlüpfen und so ihr Können auffrischen bzw. unter Beweis stellen.

In der zweiten Gruppe wurde parallel ein sog. Jetfloat®-EGS-Anleger errichtet. Im angenommenen Übungsszenario galt es auf Grund des niedrigen Wasserstandes einen Anleger zu errichten mit dem Personen von einem Boot sicher an Land übersetzt werden können. Hierbei wurden die Jetfloat® Elemente, also die Schwimmkörper mit der aus dem Einsatz-Gerüst-System (EGS) vorbereiteten Konstruktion verbunden. Ziel dieser Ausbildungseinheit war es die vielfältigen Möglichkeiten in der kombinierten Anwendung der verschiedenen Einsatzmaterialien zu veranschaulichen und zu verdeutlichen wie die einzelnen Ausbildungsthemen im Rahmen eines potenziellen Anwendungsfalls zum Tragen kommen könnten.

Straßen sicher überwinden

Das EGS-Portal steht schon fast, nur noch die eigentliche Querung muss noch ausgeführt werden.

Bei längeren Einsätzen, insbesondere wenn Versorgungsleitungen Straßen und Verkehrswege kreuzen ist es sinnvoll, diese Leitungen entweder über Versorgungsschächte unter der Straße durchzuführen, oder über eine Art Brücke über die Straße zu führen. Für diese Option steht dem Ortsverband Miltenberg das Einsatz-Gerüst-System zur Verfügung. Aus diesem Gerüstsystem ist es möglich, die unterschiedlichsten „Bauwerke“ zu erstellen, von einem einfachen Steg über einen Schienenwagen bis hin zu einem kompletten Hangar – alles wäre damit möglich.
Um jedoch Versorgungsleitungen (z. B. Schlauchleitungen bei einem Waldbrand, Stromkabel zur Beleuchtung/Versorung der Einsatzstelle) über einen Verkehrsweg zu führen, bietet sich insbesondere eine abgewandelte Form der Fahrzeug-Dekontaminationsanlage an. Hierzu werden rechts und links der Fahrbahn zwei EGS-Türme erstellt und anschließend die Fahrbahn überspannt, wobei der Regelaufbau eine Straßenbreite von max. vier Metern Breite zu lässt.
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit nutzte der Ortsverband den Ausbildungstag, dieses Portal aufzubauen. Zu Beginn gab es eine kurze Einweisung in das Einsatz-Gerüstsystem sowie den Aufbau. Nachdem die erste Gerüstlage soweit ausgerichtet war, wurden die beiden Türme in die Höhe gebaut, wobei die Helferinnen und Helfer mit entsprechender persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz ausgerüstet waren. Als die beiden Türme soweit standen, wurde die eigentliche Fahrbahnquerung angebracht und ausgesteift.
Im Anschluss an diese EGS-Ausbildung fand eine weitere Einweisung sowie Ausbildung in den Waldbrandaufsatz des Unimogs statt.

Gefahrgutunfall beim THW

Rettung des Kraftfahrers unter Atemschutz aus dem Gefahrenbereich.

Gefahrguteinsätze können auch THW-Einheiten betreffen. Viele Rettungskräfte sind mit dieser Lage vermutlich erst einmal überfordert, weshalb es hier ratsam ist, die sog. GAMS-Regel anzuwenden – doch was verbirgt sich hinter diesen vier Buchstaben?
Diese Frage stellten sich die Atemschutzgeräteträger sowie Helferinnen und Helfer bei der Ausbildung zum Gefahrguteinsatz. In erster Linie setzt sich diese Regel wie folgt zusammen:

  • G = Gefahr erkennen
  • A = Absperren des Gefahrenbereiches
  • M = Menschenrettung durchführen
  • S = Spezialkräfte alarmieren

Bereits auf der Anfahrt erhielten die Einsatzkräfte die Information über den zu erwartenden Gefahrgutaustritt, weshalb die Fahrzeuge nicht direkt an die Unfallstelle fuhren, sondern außerhalb des Absperrbereiches (ca. 100 m) hielten und das Gebiet weiträumig absperrten. Während dessen erkundete der Gruppenführer die Einsatzlage – hier wurde besonders auf Kennzeichen/Warntafeln geachtet, aber auch Informationen von anwesenden Personen sowie die eigene Wahrnehmung um ein evtl. vorhandener Gefahrgutaustritt zu erkennen.

Die auslaufende Flüssigkeit wird mit einfachsten Mitteln aufgenommen.

Anschließend wurde der Gefahrenbereich in einen Arbeits- und einen Unterstützungsbereich unterteilen. Die Atemschutzgeräteträger rüsteten sich nun mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten aus und begannen unter Berücksichtigung der notwendigen Vorsichtsmaßnahmen mit der Rettung des verletzten Kraftfahrers aus dem LKW. Parallel dazu wurde durch die weiteren Hilfskräfte eine Notdekontaminationsschleuse aufgebaut, worüber die verletzte Person ausgeschleust und in ärztliche Obhut übergeben wurde.
Im weiteren Übungsszenario wurde versucht, die auslaufende Flüssigkeit, die im Nachhinein doch nur als übelriechendes Düngemüttel identifiziert wurde, aufzufangen. Hierzu wurden mehrere Behälter aufgebaut, sowie eine Schlauchleitung gelegt um die Flüssigkeit aufzufangen und mit dem Wassersauger aufzunehmen. Wäre die Substanz weiterhin als Gefahrgut eingestuft gewesen, so kann die weitere Abarbeitung dieses Einsatzes nur durch Einsatzkräfte mit spezieller Schutzausrüstung und unter Einsatz geeigneter Einsatzmittel durchgeführt werden.