Aktivitäten im Jahr 2013

THW stellt Weichen für die Zukunft

2012 war für das Technische Hilfswerk (THW) – Ortsverband Miltenberg ein durch und durch bewegtes Jahr – ein Jahr, wie kein vorheriges. Im Frühjahr des Jahres der große Waldbrand, welchen den kompletten Landkreis in Atem hielt, darauf folgten einige diverse Technische Hilfeleistungen und natürlich auch die Ausbildungseinheiten die sich über das Jahr verteilten.
Bewegung kam durch das neu installierte Öffentlichkeitsteam in die Sache »Helfer-erhaltung und Helferwerbung«, zwei wesentliche Punkte für die weitere Zukunft und Erhalt der Hilfsorganisation THW Miltenberg. Weiter wurden auch grundlegende Schritte unternommen und Entscheidungen getroffen über den weiteren Vorgang in Sachen »Standort und Unterkunft« des THW’s, sowie eine Erhöhung des Einsatzwertes durch die Beschaffung eines Stromerzeugers mit Lichtmast – die Weichen sind gestellt, so das Resümee.

Leistungsbericht und Fakten
Ortsbeauftragter Michael Wasserer konnte im Pfarrheim zu Breitendiel insbesondere die stellvertretende Bürgermeisterin von Miltenberg Frau Ruth Schöyen, sowie zahlreiche weitere Ehrengäste begrüßen, darunter die Repräsentanten der Landkreisverwaltung und weiterer Organisationen, wie Feuerwehr, Rotem Kreuz und der Polizeiinspektion Miltenberg.
Zu Beginn der Veranstaltung machte Ortsbeauftragter Wasserer in aller Deutlichkeit klar, dass das Jahr 2012 ein eingeleitetes Jahr des verändern gewesen seie. Darüber hinaus wurden zahlreiche Aktionen, Einsätze und Hilfeleistungen bewältigt und hier sei das Engagement der Mitglieder hoch anzurechnen – die durch ihre geleisteten Arbeits- und Einsatzstunden, welches große Anerkennung verdiene.
Einen ausführlichen Rück- sowie Ausblick gab der Ortsbeauftragte anhand einer Präsentation. So wurden im Vorjahr im Ortsverband fast 19.5000 Stunden geleistet.
So leistete der Technische Zug Dienste, im Frühjahr des Jahres beim Waldbrand, bei Einsatzübungen mit anderen Hilfsorganisationen, absolvierte Kraftfahrer-, Motor-sägen- und Atemschutzausbildung, den zahlreichen Ausbildungseinheiten und vieles vieles mehr.
Das durchschnittliche Engagement der Helfer liegt, laut Wasserer, weit über dem, was ein jeder einbringen müsste. Das Einzige, welches Ortsbeauftragter Wasserer in diesem Zusammenhang Sorge bereite, sind die deutlich rückläufigen Eintritte in das THW, aber hier hat das THW Miltenberg 2012 reagiert, durch die Installierung des Öffentlichkeitsteam, mit der Zielsetzung neue Helfer zu werben und an Bord habende Helfer zuhalten.
Weiter erinnerte Wasserer in seinem Jahresrückblick ebenso an die zahlreichen Aktivitäten der 33 Jugendlichen der THW-Jugendgruppe, welche zur Dienststunden-erfassung alleine 5.000 Stunden beitragen. So waren die Jugendlichen aktiv unter anderem bei der Flursäuberungsaktion, dem jährlichen Zeltlager und den Großheubacher Ferienspielen usw.
Grünes Licht für Neubau – Gelder stehen hierfür noch nicht zur Verfügung
In seinen Ausführungen berichtete Wasserer weiter, dass das THW Miltenberg, aufgrund massiver brandschutztechnischer Mängel der Unterkunft seit Jahren mit Einschränkungen lebe, die sich nunmehr drastisch zuspitzen. Immer mehr Räumlichkeiten dürfen wegen der Brandschutzmängel nicht mehr genutzt werden – darunter fällt mittlerweile auch die Umkleide, sowie der Jugendraum. Der Ortsverband wird hierdurch nachhaltig in seiner Einsatzfähigkeit eingeschränkt!
Ein im letzten Jahr initiierter Erkundungsauftrag, sollte klären, ob eine Sanierung in Frage kommt, oder neu gebaut werden muss. Es kommt nur ein Neubau am gleichen Standort in Frage, die Mängel sind zu gravierend – soviel ist jetzt schon dokumentiert!
Nun wartet der Ortsverband auf die Freigabe der Gelder, damit das Bauvorhaben realisiert werden kann. Bis dahin muss der Ortsverband Container für die Umkleide anmieten, da hier keine alternativen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.
Daher, so Wasserer, sei es jetzt sein Bestreben, diese Sache an den entsprechenden Stellen mit Nachdruck zu forcieren. Da durch einen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft der vor einigen Jahre realisierten Fahrzeughalle, durch den ortsverbandeigenen Förderverein, sich der Einsatzwert der Organisation THW erhöht und Synergieeffekte geschaffen und genutzt werden können.

Erhöhung des Einsatzwertes, Eigenversorgung sicherstellen
Strom ist ein wichtiger und mitunter wesentlicher Bestandteil in unserem modernen Leben und unserer hochtechnologischen Zeit »Ohne Strom läuft nach wenigen Stunden nichts mehr«. Der Förderverein plant daher die Beschaffung eines Stromerzeugers, um die Eigenversorgung im Einsatz, sowie dem breiteren Aufgabenspektrum gerecht zu werden, auch hier kann die Bundesanstalt nicht unterstützen – so der Ortsbeauftragte. Somit hat daher der Förderverein in der anschließenden Mitgliederversammlung den Beschluss gefasst, wonach 70.000 EUR für einen Stromerzeuger mit Lichtmast ausgegeben werden können. Diese Summe kann der Förderverein jedoch nicht alleine stemmen - 45.000 EUR können wir uns leisten, so der 1. Vorsitzende Ruthard Zipf. Die Restsumme soll über Spenden gedeckt werden.

GFB-Jugendlager in Wertheim

Spaß auf dem Wasser.

Durch die freundschaftlichen Kontakte zwischen den beiden THW-Ortsverbänden Wertheim sowie Miltenberg war es nicht verwunderlich, dass die Miltenberger Gruppe am Jugendlager des Geschäftsführerbereiches Heilbronn teilnehmen durfte. Nach dem gemeinsamen Bezug der Unterkunft konnten sich die zum Teil weit angereisten weiteren Jugendgruppen am Grill stärken. Abends stand dann auch schon eine erste Nachtübung mit den rund 85 Jugendlichen sowie unzähligen Betreuern auf dem Programm.
In einem nahe gelegenen Waldgrundstück mussten mehrere vermisste Personen gesucht werden. Hierzu wurde eine cirka 100 Meter lange Rettungskette sowie mehrere Rettungstrupps gebildet. So ertönte immer wieder das Kommando „Schritt“, mit dem sich die Kette immer weiter in den dichten Wald vorarbeitete. Bereits nach einigen Metern traf die Rettungskette auf den ersten Patienten, der sofort mit Erste-Hilfmaßnahmen bedacht wurde, bevor es an den kräftezehrenden Abtransport ging.
Nach einer kurzen Nacht wurden die Mädchen und Jungs in zwei große Gruppen geteilt, denn es galt eine interessante Ausbildung zu durchlaufen. So wurden bei der ersten Station drei unterschiedliche Stegarten gemeinsam an der Tauber aufgebaut. Neben einen Hängesteg, einem Steg aus Jetfloat-System wurde auch ein Tonnensteg gebunden. Hier mussten zuerst die Tonnenleger als Auftriebskörper gebunden werden, bevor die Bretttafeln an diesen fixiert werden konnten. Gemeinsam wurde diese Konstruktion nun zu Wasser gelassen und natürlich ausgiebig getestet. Auch an den beiden anderen Stegbaustationen gingen die Arbeiten zügig und gemeinsam voran. Bevor der große Gruppenwechsel durchgeführt wurde, hatte jedes Team die Möglichkeit die unterschiedlichen Stegarten anzuschauen und zu begehen.
Als kleine Stärkung wurde das Lunchpaket an der Bootslende in Kreuzwertheim gereicht. Doch viel Zeit zum pausieren blieb nicht, denn jetzt wurde es schnell und für manchen ein wenig nass – denn die Fachgruppe Wassergefahren war mit ihren Booten angerückt. Ausgerüstet mit Rettungswesten wurden diese nun bestiegen und es ging in rasanter Fahrt Mainabwärts zur Staustufe, deren Funktionsweise fachkundig erläutert wurde. Auf dem Weg Mainaufwärts mussten viele Aufgaben gelöst werden und mit ein wenig Glück konnten die Jugendlichen unter fachkundiger Aufsicht eines Bootsführers selbst das Steuer in die Hand nehmen.
Nach diesem erlebnisreichen Ausbildungstag trafen sich die Gruppen beim gemeinsamen Abendessen in der Unterkunft wieder. Doch auch für die Abendstunden war noch ein Abendprogramm angesagt. Neben dem Lagerfeuer wartete noch eine Stadtrallye in Wertheim auf die Miltenberger Gruppe, die durch einen Besuch in der Eisdiele unterbrochen wurde.
Der Sonntag stand im Zeichen des Rückbaus und Aufräumens des Lagers. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Ortsverband Wertheim für die Organisation sowie der Logistikgruppe aus Künzelsau für die kulinarische Versorgung der Teilnehmer.

Wir sind THW

Atemschutzeinsatz bei der GFB-Übung in Marktheidenfeld

Monatelange Vorbereitung investierte der Ortsverband Marktheidenfeld in die diesjährige GFB-Übung „Wir sind THW!“. Trotz der Hochwasserkatastrophe, die auch bei den Vorbereitungen zur GFB-Übung zu spüren waren, wurde die Veranstaltung für alle teilnehmenden Einheiten zum vollen Erfolg. Bei herrlichstem Sommerwetter konnte Fritz Engelke die Schiedsrichter sowie die ersten Einheiten am Freitag, 12.07.2013 auf dem Festplatz in Marktheidenfeld begrüßen. Kurze Zeit später fanden bereits die ersten Einweisungen für die Schiedsrichter sowie Zugführer in die einzelnen Übungsaufgaben statt.
Nach einer gemeinsamen Übernachtung und einem reichhaltigem Frühstück wurde es am Samstag morgen für die rund 100 eingesetzten Helferinnen und Helfer aus dem kompletten Geschäftsführerbereich Karlstadt ernst. Zumeist mit drei Einheiten, bestehend aus Zugtrupps sowie der ersten Bergungsgruppe incl. dem entsprechenden Fahrzeugen wurden die drei Untereinsatzabschnitte angefahren. Dort angekommen erhielt der leitende Zugführer die entsprechenden Einsatzaufgaben dieses Einsatzabschnittes erläutert.
Die Aufgaben umfassten zahlreiche Facetten der Arbeiten des Technischen Hilfswerks. So musste eine Quellkade aus rund 1000 Sandsäcken erbaut werden, zwei Arbeiter unter schwerem Atemschutz aus einem unwegsamen Kellergewölbe gerettet sowie eine Löschwasserversorgung für einen Firmenbrand sichergestellt werden. In einem weiteren Einsatzabschnitt mussten schwere Lasten mittels Greifzug bzw. Fahrzeugseilwinde bewegt, zwei vermisste Personen gesucht und aus dem weitläufigen Firmenareal gerettet oder eine eingeschlossene Person mittels Mauerdurchbruch gerettet werden. Auch der dritte Einsatzabschnitt hatte es in sich, denn hier musste unter anderem eine Gebäudeabstützung aus dem Einsatzgerüstsystem sowie ein Steg erstellt werden.
Hauptaugenmerk der Schiedsrichter waren die Arbeiten des Zugtrupps, der die entsprechenden Einsatzkräfte in den Einsatzabschnitte koordinierte und einteilte. Auch die Kommunikation unter den eingesetzten Einheiten floss in die Bewertung der Schiedsrichter mit ein. Durch ein ausgeklügeltes System wurden die Einheiten während der Übung immer wieder durch getauscht, so dass sich die Führungskräfte immer wieder neu zusammenfinden mussten.
Erst am späten Nachmittag konnten die Hauptverantwortlichen Fritz Engelke sowie Dietmar Weierich (beide OV Marktheidenfeld) ihr anfängliches Bangen beiseite legen und auf eine für alle teilnehmenden Einheiten erfolgreiche Übung zurückblicken. Es wurde gezeigt, dass die Zugtrupps, aber auch Bergungsgruppen, ihre Aufgaben beherrschen und für den Ernstfall gerüstet sind.

Das Drama am Turm Wissen – vom Einsatz überrascht

Knifflige Aufgaben mitten in der Nacht - Einsatzübung.

Wie schon in den vorangegangnen Jahren veranstaltete das THW Miltenberg für seine Jugendlichen ein alljährliches Zeltlager, welches sich heuer zum 22-mal zählen ließ. In der Jugendgruppe des THW Miltenberg üben die Jugendlichen den Umgang mit der modernen Technik und werden spielerisch an die Aufgaben im Zivil- und Katastrophenschutz herangeführt.
Unter der Leitung des ersten Jugendbetreuer Stefan Wolf (Großheubach) und seinem Betreuerteam, verschlug es 21 Jugendlichen nach »Weiden in der Oberpfalz«, auf das dortige THW Übungsgelände des THW Ortsverbandes Weiden. Hier warteten wieder fundamentale Ausbildungsschwerpunkte auf die Jugendlichen. Die bunt gefächert durch sämtliche Aufgabengebiete und Maßnahmen der technischen Hilfeleistung gingen.
Basis der Ausbildung – die Basics
In der Jugendgruppe wird die technische Hilfeleitung anhand spielerischer Ausbildungsmaßnahmen vermittelt. So lagen beim diesjährigen Zeltlager die Ausbildungsschwerpunkte, bei den Grundlagen der technischen Hilfeleistung, welche später auch als Fundament des Wissen zur technischen Hilfe dienen soll. Das hieß für die Jugendlichen, sie erlernten den fachgerechte Umgang mit dem technischen Gerät, die Rettung von verletzten Personen aus Gefahrenlagen sowie das fachgerechte aufsuchen von Personen (wie z. B. in Form einer Rettungskette), die Erst-Versorgung von verletzten Personen (sprich Erste Hilfe-Maßnahmen durchführen), das aus- und beleuchten von Einsatz- bzw. Ausbildungsgebieten und das Erkundung anhand von Karte und Kompass.
Vom Einsatz überrascht
Wie bei der Übung »Das Drama am Turm«, bei dieser es durch ein Unwetter zu einem Erdrutsch an einem Aussichtsturm kam und dadurch eine Wandergruppe in Mitleidenschaft gezogen wurde – so die Annahme.
Zu Anfang galt es die vermissten Personen, gemäß dem Grundsatz »drunter, drüber und drumherrum« zu orten, zur einwandfreien Standortbestimmung, die Erst-Versorgung zu vollziehen und den fachgerechten Abtransport festzulegen und zu organisieren. Bei diesem Szenario musste ebenso die Einsatzstelle ausgeleuchtet werden, in Verbindung der Herstellung einer eigenen Stromversorgung für evtl. selbst benötigtes technisches Gerät.
Der Abtransport der verletzten Personen gestaltete sich in dem unwegsamen Gelände außerordentlich schwierig. So bestand hier die Aufgabe im Wesentlichen darin eine »schiefe Ebene« zu errichten für den sichereren Abtransport der verletzten Personen.
Freizeitspaß wurde nicht aus den Augen verloren
Es stand aber nicht nur praktische Wissensvermittlung auf dem Programm, auch den Freizeitspaß haben die Betreuer während des Zeltlagers nicht aus den Augen verloren. Um die Gruppenzugehörigkeit zu fördern, gab es eine Lager-Olympiade und es ging zum Tollen und Toben ins Schwimmbad.
Des Weiteren stand eine Reihe von Betriebsbesichtigungen mit auf dem Programm, wie die bei Nachtmann Bleikristallwerke GmbH, POLYTEC COMPOSITES Weiden GmbH und der Besuch bei der Hubschrauberrettungsstaffel.