Aktivitäten im Jahr 2010

SbE-Team im Tagesseminar in Großwallstadt

Die Gruppe des SbE Teams Miltenberg

Am Sonntag, den 24.01.2010 versammelten sich 13 Mitglieder des SbE-Teams Miltenberg im Gerätehaus Großwallstadt zu einem Tagesseminar mit dem Thema „Gefühle und Gespräche“. Christine Wacker, psychologische Fachkraft und Feuerwehrfrau aus Erlenbach, übernahm für diesen Tag die Ausbildung und Moderation. 

Doch was ist eigentlich SbE? Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Polizei im Landkreis Miltenberg rücken täglich in Einsätze aus. Sie trainieren und üben die verschiedensten Szenarien und sind es gewohnt mit den damit verbundenen Belastungen umzugehen. Und doch werden sie manchmal mit Situationen konfrontiert, die den normalen Bewältigungsmechanismus überfordern. Beispiele für diese Einsätze gibt es zuhauf. Das kann ein Unfall mit tödlichem Ausgang sein oder Szenarien, in denen Kinder, Bekannte, oder gar eigene Kameraden Schaden erleiden.

Seit 2006 gibt es im Landkreis Miltenberg das SbE-Team. Stefan Adrian, Kommandant der Feuerwehr Großwallstadt, steht der Gruppe als Initiator, aber auch als erster Ansprechpartner vor. SbE ist die Abkürzung für Stressbewältigung für Einsatzkräfte. Die Aufgabe des SbE-Teams besteht zum einen darin, die Einsatzkräfte auf den Stress, den Einsätze mit sich bringen können, vorzubereiten. Zum anderen stehen Teammitglieder nach stressigen, belastenden Einsätzen als Gesprächspartner zur Verfügung.
Es ist normal, sich nach einem kritischen Einsatz oder einem außergewöhnlichen Ereignis nicht besonders gut zu fühlen und Veränderungen an sich zu erleben. Das sind natürliche Stressreaktionen. Üblicherweise verschwinden diese Stressreaktionen nach einiger Zeit wieder. Erholung, Gespräche mit anderen und aktive Stressbearbeitung können helfen, die Reaktionen schneller vorübergehen zu lassen. Hilfe dabei in Anspruch zu nehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Ganz im Gegenteil: Jeder Einsatz erfordert volle Leistungsfähigkeit. Je schneller diese wieder erreicht wird, umso besser ist man für die nächsten Einsätze gerüstet.

Das SbE-Team Miltenberg setzt sich zusammen aus Angehörigen der verschiedenen Rettungsorganisationen. Regelmäßig, meist jeden zweiten Monat, treffen sich diese, zu Lehrveranstaltungen und Informationsaustausch. Sechs der 20 Teammitglieder sind bereits ausgebildete Peers und weiteren steht der Lehrgang noch bevor. Einmal im Jahr findet eine Tagesveranstaltung statt, bei der ausreichend Zeit für besondere Themen und umfangreiches Üben ist, wie am 24. Januar.
Christine Wacker referierte zunächst über die Arten der Gefühle. Diese werden von den Einsatzkräften in bestimmten belastenden Situationen unterschiedlich empfunden und auch geäußert. Über die genaue Zahl der Gefühle und Stimmungen streiten sich die Gelehrten, doch es werden wohl um die 100 Gefühle sein, die der Mensch verspüren kann. Christine Wacker kam auch auf die Einzelgespräche zu sprechen. Worauf sollte der SbEler im Gespräch achten, was sollte unterlassen werden und wie wird das Einzelgespräch geführt? Diese Fragen, bzw. Themen beschäftigten die Teammitglieder vor der Mittagspause.

Der Nachmittag stand dann komplett für das praktische Training zur Verfügung. Angenommen wurde ein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang. In drei Gesprächen mit wechselnden Positionen übten die Einsatzkräfte das Gespräch mit einem Kameraden. Die beiden Hauptakteure in diesem Rollenspiel hatten auch jeweils einen „Schatten“, der die Gefühle seines Kameraden beobachten sollte. Christine Wacker, der Schatten, aber auch die Runde der Beobachter gaben den jeweils Übenden ein Feedback.

Das Tagesseminar war eine wichtige Veranstaltung der SbEler, gilt es in dieser Sache ja ebenso fit und für den Ernstfall vorbereitet zu sein, wie in allen übrigen Arbeitsfeldern der Rettungsorganisationen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Feuerwehr Großwallstadt für die zur Verfügungsstellung der Räumlichkeiten und die Verpflegung.

Das SbE-Team entwickelt sich stetig weiter und arbeitet erfolgreich, wenn auch möglichst alle Bereiche der Rettungsorganisationen durch Mitglieder vertreten sind. Darum sind interessierte Kameradinnen und Kameraden aus Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Polizei jederzeit willkommen. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.kfv-mil.de/sbe.

Holz- und Metallbearbeitung

Metallbearbeitung - ein Ausbildungsthema im Technischen Zug

Auf das Holz bzw. Metall gekommen! – Nicht nur bei der Jugendgruppe sondern auch in der Februar – Ausbildung des Technischen Zuges das Thema Metall- sowie Holzbearbeitung. In der Gerätekunde wurden die unterschiedlichen Holzarten die es gibt und wofür deren Eigenschaften von nutzen sind, durchgenommen oder erklärt. Ebenso wurden die verschiedenen Großgeräte vorgestellt, die zur Bearbeitung von Holz sowie Metall auf den Fahrzeugen verlastet sind, so zum Beispiel die Motorsäge, Säbelsäge sowie der Motortrennschleifer.

Am Samstag wurde das erlernte in die Tat umgesetzt. In zwei Gruppen aufgeteilt wurden die unterschiedlichen Werkstoffe bearbeitet. In der Holzbearbeitungsgruppe wurden Holz­böcke erstellt, wobei hier verschiedene Tech­niken des Verbindens von Hölzern angewandt wurden. Angefangen von der einfachen Verbindung mitttels Holzschraube bis hin zur Verbindung mit Zapfen und Zapfloch samt Sicherungsbolzen wurden alle Arten be­sprochen und im Anschluss daran angewandt. Fachlich wurde diese Ausbildung von Mathias Fries sowie Andreas Früh geleitet. Auch die technischen Geräte vom Gerätekraftwagen wurden eingesetzt, so z. B. die Säbelsäge, wobei die meisten Arbeiten mit einfachen Werkzeugen wie Bügelsäge, Stechbeitel, Klüpfel, Zimmer­mannswinkel usw. verrichtet wurden.

In der Metallbearbeitung, unter der Leitung von Michael Wolf, wurde das Untergestell für mehrere Bänke vorbereitet, die später in den Spinträumen aufgestellt werden sollen. Hierzu wurde kurz auf die unterschiedlichen Eigenschaften von Metall eingegangen, denn je nach Einsatzzweck wird unterschiedliches Material verwendet. Für die manuelle Bearbeitung des Metalls, mussten die einzelnen Teile aufgrund der vorgegebenen Maße aus dem Bauplan angerissen und mit der Metallbügelsäge abgelängt bzw. mit der Metallfeile nachgefeilt werden. Im zweiten Ausbildungsteil wurde dann die maschinelle Bearbeitung von Metall durchgeführt. Hier kamen die unterschiedlichen Typen von Trennschleifern (umgangssprachlich auch Flex genannt) zum Einsatz. Im weiteren Verlauf wurde noch Löcher in das Material vorgebohrt sowie die Passgenauigkeit der Metallstücke nachbearbeitet. Die einzelnen Komponenten werden nach dieser Ausbildung von unserer Werkstattcrew sowie einigen freiwilligen weiter bearbeitet, so dass die Bänke demnächst in unserer Umkleide wieder zu finden sind.

Ortsverband für Gebäudeeinsturz gerüstet

Abstützen einer einsturzgefährdeten Hauswand

Durch die neu definierten Aufgabenschwerpunkte des Technischen Hilfswerks (THW) Ortsverband Miltenberg wurde beschlossen, neues Material in Form eines „Abstützsystems Holz“ (ASH) zu beschaffen um es anschließend auszubilden und fachgerecht einsetzen zu können. Hierzu wurde in einer OV-internen Projektgruppe das ASH Land entwickelt, das speziell auf die Bebauung im ländlichen Raum abgestimmt ist.

Im Gegensatz zum „großen Bruder“, das z. B. bei der Ex­plosion des Kölner Stadt­archivs zum Einsatz kam, ist das kleinere ASH bis zu einer max. Abstütz­höhe von sechs Meter ausgelegt und auch die Quer­schnitte der einzelnen Hölzer sind um rund acht Zentimeter kleiner. Das ASH kann eingesetzt werden, um Gebäude vor dem kompletten Einsturz in Folge einer Explosion, Feuer, Unfall etc. zu sichern, um z. B. wertvolle Sachgegenstände oder gar Menschenleben zu retten.

Das ASH besteht aus einer Balken-Holzkonstruktion, die durch Querstreben und sog. Ver­schwertungsbretter verstärkt wird. Durch den Einsatz mehrerer Stützen kann das System be­liebig erweitert werden, derzeit bis zu einer maximalen Haus­länge von cirka neun Metern und einer Höhe bis max. sechs Meter. Sofern die örtlichen Gegebenheiten von den vorgefertigten Maßteilen abweichen, können direkt am Einsatzort noch Änderungen mit Hilfe von Säge und Bohrmaschine vorgenommen werden. Doch bereits das vor-konfektionierte System weißt einen hohen Grad an Flexibilität auf, dies wird durch unterschiedliche Loch- sowie Halterabstände erreicht.

Für den Einsatzfall gerüstet

Abstützen einer Hauswand mit dem ASHDer Technisch Zug unter der Leitung von Zugführer Thomas Frieß (Kleinheubach) nutzte den vergangenen Samstag, um das Gerüst fachgerecht aufzubauen. Als Übungsobjekt wurde die ehem. Kaserne in Mainbullau genutzt und wie bei einem reellen Einsatzfall der zur Verfügung stehende Raum in Vorbereitungs- und Einsatzraum aufgeteilt. Während im Vorbereitungsraum die Stützen zusammen geschraubt, wurden im Einsatzraum die Stützen an die Wand gestellt und anschließend mit Hilfe von Verschwertungsbretter ausgesteift. Im weiteren Schritt wurden die Schaltafeln an der Hauswand unterbaut, so dass eine gute Lastabtragung der defekten Wand gewährleistet werden konnte.

Neben dieser einfachen Variante wurde auch eine sogenannte „Knakke“ hergestellt. Diese dient im Einsatzfall dazu, in der Luft hängendes Material, z. B. Bodenplatten von Stockwerken bei denen die untere Stützmauer heraus gebrochen ist, abzufangen.

Neben dem ASH besitzt der Ortsverband Miltenberg auch noch die Möglichkeit eine Hausabstützung mit Hilfe des Einsatz-Gerüst-Systems durchzuführen. Auch für dieses Gerät wurden Helferinnen und Helfer ausgebildet.

Mehrtagesausbildung Wolferstetten

Gruppenfoto der Teilnehmer der Mehrtagesübung 2010 "Wolferstetten"

Bereits am Freitagnachmittag rückten die ersten Helferinnen und Helfer zum Truppenübungsplatz Wolferstetten in der Nähe von Külsheim ab, um dort, die örtlichen Feuerwehren im Kampf gegen den Waldbrand zu unterstützen. Bereits beim Bezug der Notunterkünfte wurde klar, dass die nächsten 48 Stunden wenig Erholung für die rund 52 Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerk (THW) Ortsverband Miltenberg bieten würden.

Wenig später musste auch schon der Sammelplatz für die weiteren Einsatzkräfte fachgerecht ausgeleuchtet und ausgeschildert werden. Anschließend wurde das komplette Bundeswehr-Areal zu Fuß bzw. mit den THW-Fahrzeugen erkundet und die ersten Einsatzschwerpunkte festgelegt.

So wurden am frühen Samstagmorgen div. Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt, denn es musste die Löschwasserversorgung sichergestellt werden. Hierzu wurde ein nahe gelegener Bach mit Hilfe von unzähligen Sandsäcken unter fachkundiger Anleitung aufgestaut. Anschließend konnte das Wasser zum Übergabebecken gepumpt werden, woraus dann die Feuerwehren ihr Löschwasser entnahmen.

Um auch weiterhin den Verkehrsfluss aufrecht zu erhalten, wurde durch die Fachgruppe Wassergefahren ein behelfsmäßiger Steg mit einer Tragfähigkeit von 12 Tonnen erstellt. Hierzu wurden Aluminium-Elemente das sog. Überbaumaterial des Ortsverbandes verwendet.

Dass es sich bei dem vorher aufgezeigten Szenario um eine lang geplante Drei-Tages-Übung der Jugendgruppe, des Technischen Zuges sowie der Fachgruppe Wassergefahren handelte merkten die Teilnehmer nur in den kleinen Pausen. Durch diese mehrtägigen Ausbildungsveranstaltungen werden die Einsatzkräfte auf spätere Einsätze realistisch vorbereitet. Besonderen wert legte Zugführer Thomas Frieß (Kleinheubach) sowie Jugendbetreuer Stefan Wolf (Großheubach) auch auf das Zusammenwachsen der Teams, denn nur mit einem schlagfähigen und verlässlichen Team kann im Ernstfall schnell und effektiv gehandelt werden.

Solche Ausbildungsveranstaltungen dienen jedoch auch dem lernen von neuen Rettungsmethoden in einsatznaher Umgebung. So wurden die verschiedensten Rettungsmethoden mit dem Einsatz-Gerüst-System (EGS) den Teilnehmern näher gebracht.

Fachgruppe unterstützt Fernsehteam "Arland"

Fernsehaufnahmen mitten auf dem Main - die Fachgruppe machte es möglich

Recht kurzfristig ist ein Produktionsteam des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) an uns herangetreten, da sie eine Seebühne für die Sendung „Musikdampfer“ mit Maxi Arland benötigen, um darauf ein Sketch zu filmen. Dies war die ideale Gelegenheit um unser neues Jetfloat-System in den Einsatz zu bringen.

Nachdem uns die Jugendgruppe schon eine Woche vorher bei einem Vorbereitungstreffen gesehen hat, ging es am Mittwoch beim regulären Ausbildungsdienst gleich mit den praktischen Vorbereitungen los. Nach einer kurzen Einweisung in das Jetfloat System wurde eine Plattform mit dem Außenmaß 6 x 4 Meter gebaut. Da das Comedy-Duo Kurt und Luise allerdings eine ebene Oberfläche benötigen und wir zudem nur 20 m² Jetfloat-System besitzen, wurde ein Holzrahmen auf die Jetfloatelemente aufgebaut und mit Holzplatten ausgelegt.

Donnerstags wurde das komplette Material nach Laudenbach transportiert, wo es trotz Regens zu später Stunde aufgebaut wurde. Am Freitag war dann bestes Wetter für die Filmcrew, die zum Großteil aus unserer Bundes­hauptstadt Ber­lin angereist war. Bis 13:00 Uhr wurde die komplette Filmtechnik wie z. B. der Kamerakran, die Beschal­lung, Bestuhlung u. n. v. m. aufgebaut, so dass nach dem WM-Fußballspiel die Sequen­zen gedreht werden konnten. Wie bereits geschrie­ben, wurde auf unserer schwimmenden Bühne ein Sketch aufgeführt und Maxi Arland sollte die Bühne dabei mit unserem THW-Ponton rammen. Wegen des teils starken Windes mussten die Aufnahmen des „heftigen anlegens“ oder besser gesagt „rammens“ mehrmals wiederholt werden, aber nach dem alles im Kasten wahr, hatte die Filmcrew nur Worte des Lobes für unsere Arbeit.

Der Abbau ging dann ab 18:30 Uhr recht zügig von statten, so dass am Samstag das Material gereinigt und wieder ordentlich verstaut werden konnte.

Einsturzge­fährdetes Gebäude gesichert

Mit Hilfe des EGS-Systems wurde das einsturzgefährdete Haus in der Miltenberger Altstadt gesichert.

Mitten in der Nacht, um ca. 04:30 Uhr, wurden die Miltenberger THW-Helfer am 02.07.2010 durch den Funkspruch: „THW Miltenberg wir haben ein Einstürzgefährdetes Haus in der Miltenberger Hauptstraße 254 – bitte in der THW-Unterkunft einfinden, dort näheres.“, der über die Melde­empfänger gesandt wurde geweckt. Zuvor war bereits ein Alarm für den Fachberater gesandt worden, der zum Zeitpunkt der weiteren Alar­mierung bereits an der Einsatzstelle war um die Einsatzkräfte der Feuerwehr beratend zu unterstützen.

Gute fünfzehn Minuten nach der Alarmierung trafen bereits die erste Einsatzgruppe mit dem GKW 1 an der Einsatzstelle ein, wenig später folgte der MzKW samt dem EGS-Anhänger, sowie der Kipper, beladen mit Rüstholz anrückte.

Gemeinsam mit den Helferinnen und Helfern der freiwilligen Feuerwehr Miltenberg wurde zuerst Teile der bereits herabgefallenen Putzver­kleidung entfernt, damit das EGS-System sicher aufgestellt werden konnte. Weitere Teams kümmerten sich in der Zwischenzeit um die Beschaffung eines Staplers sowie die Einteilung der Einsatzstelle in den sog. Rüstplatz (außerhalb der Gefahrenzone) und dem direkten Einsatzbereich, also direkt vor der einsturzgefährdeten Hauswand.

Durch diese räumliche Ordnung konnte das notwendige EGS-Material schnell und sicher zusammengestellt und zum Teil noch außerhalb des Gefahrenbereiches zusammengebaut werden. Sobald die Grundeinheit soweit fertig gestellt war, wurde parallel zur einsturzgefährdeten Hauswand mehrere Füße bis zu einer Höhe von vier Metern angebracht, die im weiteren Verlauf mit langen Holzbohlen zur vollflächigen Auflage unterfüttert wurden. So wird gewährleistet, dass möglichst viel Last, die von der Hauswand ausgeht, durch das EGS-System aufgefangen wird. Damit diese Konstruktion nicht nach hinten weg rutscht, wurde diese mit der gegenüberliegenden Hauswand verkeilt.

Gegen 09:00 Uhr wurde durch einen Statiker das Haus begutachtet um die weitere Vorgehensweise fest zu legen.

Beginnen ist gut, Treusein aber das Wertvollere

Ehrungen während des Helferfestes für lanjährige Mitglieder der THW-Helfervereinigung
Der Ortsverband des Technischen Hilfswerks Miltenberg hat beim traditionellen Helferfest viele Mitglieder für ihr jahrelanges Engagement geehrt, sowie verdiente Gründungsmitglieder der THW-Helfervereinigung ausgezeichnet. Die Veranstaltung fand im Freien auf dem THW-Gelände in Miltenberg-Nord statt. Der THW-Ortsbeauftragte Michael Wasserer und THW-Helfervereins-Vorsitzender Zipf bezeichnete alle Helfer, Mitglieder und Beteiligten als große "THW-Familie".
Auch heuer wieder wurde das Helferfest dazu genutzt, verdiente Mitglieder des THW zu ehren. Der Anfang machte THW-Helfervereins-Vorsitzender Zipf, welcher die Ehrung von Theo Schäfer, Friedrich Hauck und Hermann Behl mit der Ehrennadel in Bronze mit Ehrenurkunde, eine hohe Auszeichnung der THW-Bundeshelfervereinigung, vornahm. THW-Helfervereins-Vorsitzender Zipf stellte während seiner Laudatio die besonderen Verdienste, deren großes Engagement und Einsatz im besonderen Maße heraus, und endete mit den Worten „Beginnen ist gut, Treusein aber das Wertvollere“.
Weiter ehrte er für 25-iges Engagement: Bauer Roland, Bayer Harald, Erdmann Erik, Fath Frank, Grün Thomas, Helmling Hartmut, Leers Horst, Link Matthias, Schneider Achim, Zeuner Sigmar und Zöller Wolfgang.
THW-Ortsbeauftragter Wasserer fuhr im Anschluss fort mit der Auszeichnung für 10-igen Engagement im THW. Mit der Ehrenurkunde der Bundesanstalt THW wurden ausgezeichnet: Zipf Michael, Andreas Haas, Schneider Maximilian, Dosch Philipp, Helmstetter Lena, Schallenberger Jan, Knapp Christian, Langer Janina, Meisel Benjamin, Rose Alexander, Schlackl Marco, Hennig Laura und Bohlender Wolfgang. Wasserer sprach den Geehrten, auch im Namen der Bundesanstalt, sein Lob für das Engagement, Dank und Anerkennung aus.
Weiter wurde Zugführer Thomas Frieß und sein Stellvertreter Sven Zöller von seinen Kameraden geehrt: Beide seien stets zuverlässig, hilfsbereit und engagiert, hieß es bei der Geschenkübergabe.
Stellvertreten für den Bürgermeister gratulierte Ruth Schöyen zur Ehrung und dankte allen Helferinnen und Helfern für ihr ehrenamtliches Engagement und lobte die umfangreiche Jugendarbeit des Ortsverbandes. Als Dank übergab sie eine Geldspende der Stadt Miltenberg.
Ein großes Angebot an Essen und Getränken sorgte zusammen mit der lockeren Stimmung für viele fröhliche Stunden und ein rundum gelungenes Fest.

Jugendgruppe erforscht rheinisches Braunkohlerevier

Rettung einer verletzten Person unter beengten Verhältnissen.

Dieses Jahr verschlug es die Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) Ortsverband Miltenberg in das rheinische Braunkohlerevier, genauer nach Mönchengladbach. Die Jugendbetreuer hatten sich für das einwöchige Jugendlager wieder ein buntes Programm überlegt und bereits am Montag wartete ein Highlight auf die rund 30 Jugend­lichen – ein Ausflug zum Tagebau Inden. Dort konnten die Jugend­lichen samt deren Betreuer einen Einblick in den Abbau von Braun­kohle gewinnen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es mit einem Geländefahrzeug direkt in die riesige Grube und wenig später stand die Gruppe vor einem der gigantischen Schaufelrad­baggern, die jährlich 21-22 Mio Tonnen Braunkohle für die Stromgewinnung fördern. Natürlich hinterlässt ein solcher Tagebau Spuren an der Umwelt, weshalb sich die Gruppe im Anschluss einen renaturisierten Tagebaubereich anschauten. Das Flüsschen Inde musste umgelegt werden und ist heute kaum noch von einem natürlichen Gewässerlauf zu unterscheiden. Im Gegenteil, Forschungen zeigten, dass sich dort wieder bedrohte Tier- und Pflanzenarten ansiedelten.

Mit Technik Helfen

Neben den Ausflügen in der unmittelbaren Umgebung von Mönchen­gladbach stand natürlich auch Ausbildung für die 10 – 18 Jahre alten Mädchen und Jungs auf dem Programm. In den ersten Tagen wurde das Fachwissen sowie die praktische Fähigkeiten aufgefrischt, um diese wenig später in einer Nachtübung wieder anwenden zu können. Hierzu überlegte sich das Leiterteam rund um Jugendbetreuer Stefan Wolf (Großheubach) immer wieder neue Situationen, die von den Jugendlichen Helfern bewältigt werden mussten. So musste zum Beispiel eine verletzte Person aus einer engen Röhre befreit werden, nachdem das darüberliegende Haus bei einer Gasexplosion eingestürzt war. Aufgrund der Erschütterungen musste jedoch erst ein Zugang geschaffen werden, hierzu mussten die Jugendlichen mit Säge, Bohrer sowie Hebelwerkzeuge die Barrikaden vor dem Zugang beiseite schaffen. Erschwerend kam hinzu, dass keine weiteren Erschütterungen erfolgen durften, damit weiteres, loses Gestein, nicht in die Einsatzstelle nach rutschen konnte.

Fahren will gelernt sein!

Bewegen von THW-Fahrzeugen in schwierigen Geländen - ein Thema bei der Kraftfahrerausbildung.

In der Fahrschule lernen die herangehenden LKW-Fahrer wie man einen LKW bedient, ihn einparkt, an eine Verladerampe rückwärts heran manövriert. Doch wie fährt man mit einem LKW im Gelände bzw. rückwärts eine Kiessteigung hinauf? Wie funktioniert eine Fahrt im geschlossenen Verband? All das sollte aber ein Kraftfahrer im THW wissen und beherrschen.

Deshalb fand von Freitag den 01.10. bis Samstag den 02.10. eine Bereichsaus­bildung des GFB Karlstadt speziell für Kraftfahrer im THW auf dem Truppen­übungsplatz Wolferstetten bei Kühlsheim statt.

Bereits freitags Abend begann die Ausbildung im Bereich der Ladungs­sicherung sowie in der Theorie für die Verbandsfahrt. So wurde durch verschie­dene Bremstest verdeutlicht warum eine ordentliche Ladungssicherung für Mensch und Material äußerst wichtig ist, verschiedene Methoden hierzu wurden theoretisch besprochen und physikalische Zusammenhänge erläutert. Im Anschluss wurden die organisatorischen und rechtlichen Grundlagen für die Fahrt in geschlossenen Verband für den nächsten Tag gelegt. So zum Beispiel wie die Fahrzeugaufstellung aussehen sollte, wie die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen gewährleistet wird und in welchen Zeitabständen „technische Halts“ gemacht werden. Gegen 22 Uhr war der Unterricht für diesen Tag beendet und es konnte zum gemütlichen Teil übergegangen werden.

Der Samstag stand vollkommen im Zeichen der praktischen Ausbildung. Es wurden an insgesamt fünf Stationen, die über den gesamten Übungsplatz verteilt waren, Themen wie die praktische Ladungssicherung, Fahren im Gelände, Fahrzeugtechnik und die Verbandsfahrt in einer kleineren Gruppe vermittelt. Auch stellten die Fahrer in einem Geschicklichkeitsparcour Können und Gefühl für ihr Fahrzeug unter Beweis. So mussten sie unter anderem eine größenveränderbare Durch­fahrt aus der Entfernung so anpassen, dass ihr Fahrzeug genau durch passte und ohne aus dem Fenster bzw. in die Spiegel zu schauen die Vorderachse genau in ein recht kleines Rechteck auf dem Boden bringen.

Der krönende Abschluss der Ausbildung stellte eine große Fahrt im geschlossenen Verband zur Unterkunft des Ortsverbandes Wertheim dar. – Und das mit einem Verband von 20 THW-LKWs und 2 MTWs – Ein Erlebnis das man nicht jeden Tag hat!!

Tragisches Busunglück in Miltenberg

Tragisches Busunglück in Miltenberg - ein Linienbus raste in ein Mehrfamilienwohnhaus.

Um 17:35 Uhr wurde durch den Kurfürst der THW Ortsverband Miltenberg nachalarmiert, um die eingesetzten Fuerwehren aus Miltenberg, Großheubach und später auch Breitendiel zu unterstützen. Aus bisher unbekannter Ursache war ein Linienbus auf abschüssiger Strecke im unteren Miltenberger Steigeweg in ein Zweifamilienhaus gefahren und bohrte sich bis zur Hinterachse ein. Der einzige Fahrgast verstarb noch an der Unfallstelle, der Busfahrer erlag wenig später seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Linienbus fährt in Wohnhaus – zwei Personen verstorben

MILTENBERG. Am Mittwochnachmittag ist ein Linienbus auf einer abschüssigen Straße auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen gekommen und frontal in ein Mehrfamilienhaus gefahren. Dabei verstarb der einzige Fahrgast noch an der Unfallstelle. Der Busfahrer erlag wenig später im Krankenhaus seinen lebensgefährlichen Verletzungen.

Kurz vor 16.45 Uhr war der Bus im Unteren Steigeweg unterwegs. Auf der Gefällstrecke geriet das Fahrzeug in einer leichten Linkskurve ins Rutschen und fuhr geradeaus weiter. Zum Unfallzeitpunkt war die Fahrbahn nach jetzigen Erkenntnissen schneeglatt. Der Bus fuhr zunächst durch einen Vorgarten und streifte dabei ein Mehrfamilienhaus. Anschließend prallte das Fahrzeug frontal in ein weiteres, vorgesetztes Mehrfamilienhaus.
Bei dem Aufprall verstarb der einzige Fahrgast, nach den jetzigen Erkenntnissen ein junger Mann, noch an der Unfallstelle. Der Busfahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde in eine Klinik eingeliefert. Hier erlag er wenige Stunden später seinen schweren Verletzungen. In den vorderen Wohnungen, in die der Linienbus prallte, hatte sich glücklicherweise niemand aufgehalten.

Sowohl in diesem Anwesen, als auch in dem vorher vom Bus gestreiften Haus erlitten mehrere Mieter in den angrenzenden Wohnungen einen Schock. Insgesamt wurden hier acht Personen deshalb rettungsdienstlich versorgt. Auch eine entgegenkommende Autofahrerin, die gerade noch abbremsen bzw. ausweichen konnte, erlitt einen Schock.

Als die Rettungskräfte vor Ort eintrafen, galt es zunächst sicherzustellen, dass der Verletzte geborgen wurde und die betroffenen Wohnungen abgesucht werden, um sicherzustellen, dass sich keine weiteren Personen im Bus oder in den betroffenen Wohnungen befunden hatten. Im Einsatz waren drei Notärzte, fünf Rettungswagen und ein Notfallseelsorger. Die Feuerwehren aus Miltenberg, Großheubach und Breitendiel waren, ebenso wie das Technische Hilfswerk Miltenberg im Einsatz.

Das Gebäude wurde von einem Statiker überprüft. Es besteht derzeit keine Einsturzgefahr. Die betroffenen Wohnungen im vorderen Bereich des Mehrfamilienhauses sind auf absehbare Zeit nicht bewohnbar. Der Gesamtschaden lässt sich derzeit nicht genau beziffern. Ersten Schätzungen nach dürfte er sich aber auf mindestens 200.000 Euro belaufen. Die Bergung des Fahrzeugs dauerte bis ein Uhr.
(Quelle: Polizeibericht Unterfranken; http://www.polizei.bayern.de)

Die Einsatzoptionen für das THW Miltenberg waren hierbei:
- Eigentumssicherung (incl. Dämmung)
- Abstützen und Aussteifen
- Notstromversorgung
- Materialtransport