Aktivitäten im Jahr 2008

Ausbildungsübung für das Technische Hilfswerk und der SEG-Süd

Einsatzübung auf der Mildenburg mit der SEG Kirchzell

Am Samstag, den 23.02.2008 organisierte die SEG-Süd des BRK-Kreisverbandes MIL-OBB, mit Standort Kirchzell, unter der Leitung von Alois Klemm sowie der THW - Ortsverband Miltenberg unter der Leitung von Michael Wasserer eine gemeinsame Übung auf der Wildenburg bei Kirchzell.
Nachdem bereits in den altertümlichen Gemäuern bzw. deren Umfeld schon des öfteren echte Notfälle auftraten, war es Grund genug, dort eine Übung abzuhalten um so auch die örtlichen Gegebenheiten genauer kennen zulernen.
Nachdem die Einsatzkräfte den Bereitstellungsraum angefahren hatten, wurde schließlich gegen 10:00 Uhr der Alarm ausgelöst. Bereits die Anfahrt durch das unwegsame Waldgebiet und den aufgeweichten Waldwegen gestaltete sich schwierig. An der Burgruine angekommen, wurde sofort eine Ersterkundung durchgeführt, wobei sich schnell herausstellte, dass mit mehreren Verletzten zu rechnen sei. Eine geschockte Person welche die Einsatzkräfte im Burghof vorfanden gab erste Informationen und erklärte, dass die Gruppe aus cirka 10 Personen im Keller übernachtet und aufgrund der Kälte ein Feuer angezündet hätten so dass sich dort plötzlich Rauch ansammelte. Im weiteren Einsatzverlauf stellten die Einsatzkräfte fest, dass das der Keller wie bereits vermutet völlig verraucht und nur mit schwerem Atemschutz zu betreten war. So statten sich zwei Trupps mit Atemschutzgeräte aus und durchsuchten das völlig verrauchte Kellergewölbe nach den vermissten Personen. Nach der ersten Erkundung wurden schließlich einige Verletze im Keller bzw. im angrenzenden Wehrgang gefunden. Die anschließende Bergung gestalte sich als kräfteraubende Arbeit unter extremen Bedingungen, denn die Sichtweite im Verließ betrug keine 50 Zentimeter.
Bei der weiteren Erkundung des Geländes wurden noch verletzte Personen, welche aus dem Verlies geflüchtet waren mit Brandverletzungen und Schürfwunden aufgefunden und vor Ort erst versorgt. Anschließend erfolgte der Transport zum mittlerweile von den Sanitätern aufgebauten Unfallhilfstelle, wo die Patienten einer ersten Untersuchung bzw. weiteren Behandlung unterzogen wurden. 
Schwierig gestaltete sich die Rettung von zwei Personen, welche sich auf Mauervorsprüngen in Sicherheit gebracht hatten. Mit Hilfe von Leiterteilen sowie eigener Absturzsicherung gelang es schließlich an die Patienten heranzukommen und die Verletzten zu versorgen. Beim Abtransport arbeiteten die beiden Organisationen Hand in Hand, galt es doch, den Patienten verletztengerecht und ohne weitere Schmerzzuführung abzutransportieren. Hierzu wurde eine schiefe Ebene gebaut, worauf die verletzten Personen im Schleifkorb nach unten gelassen wurden. Danach wurden diese sofort zur Verletztenablage gebracht um weitere Wundversorgungs- sowie Kreislaufstabilisierungsmaßnahmen einzuleiten. 
Insgesamt waren bei dieser Übung über 35 Helferinnen und Helfer sowie sieben Fahrzeuge eingesetzt. Die beiden Übungsleiter, sowie die Übungsbeobachter des Landratsamtes Miltenberg, Herr R. Koch und J. Hörst, zeigten sich mit dem gesamten Ablauf dieser gemeinsamen Übung sehr zufrieden. 
Das Übungsziel, nämlich die Orientierung in unbekanntem Gelände, das Aufsuchen einer unklaren Anzahl Verletzter und deren Erstversorgung, sowie die Zusammenarbeit der beiden Hilfsorganisationen wurden erreicht. Eine weitere Zusammenarbeit der Organisationen wurde von beiden Seiten begrüßt und soll in den kommenden Jahren noch ausgebaut werden.

27.927 Dienststunden mit Leben gefüllt – Helferbindung hat oberste Priorität

Ehrungen während der Jahrshauptversammlung

In diesem Jahr kann der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) in Miltenberg, wieder mit Stolz auf seine Mannschaft blicken. Ortsbeauftragter Michael Wasserer stellte bei der am vergangen Freitag gut besuchten Jahrshauptversammlung besonders heraus, dass die Hilfsorganisation ohne die engagierte Mannschaft nicht mehr vorstellbar wäre und all die technischen Hilfeleistungen und Einsätze nicht machbar wären.
Ein ereignisreiches Jahr hat der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) in Miltenberg hinter sich gebracht. Zahlreiche Aktionen, Einsätze und Hilfelistungen wurden bewältigt, so das Resümee.

Leistungsbericht und Fakten

Ortsbeauftragte Michael Wasserer konnte im Saal des Gasthauses „Stern“ zu Rüdenau insbesondere den Bürgermeister von Miltenberg Herrn Joachim Bieber, sowie zahlreiche weitere Ehrengäste begrüßen, darunter der Geschäftsführer des THW Geschäftsführerbereichs Karlstadt, Herr Rainer Stein, sowie die Repräsentanten der Landkreisverwaltung und weiterer Organisationen, wie Feuerwehr, Rotem Kreuz und der Polizeiinspektion Miltenberg.
Der besondere Dank von Ortsbeauftragten Michael Wasserer galt besonders der Mannschaft des Ortsverbandes für das erbrachte Engagement. Anhand der Leistungsbilanz des Ortsverbandes zeigte Wasserer auf, das der Ortsverband insgesamt mehr als 27.928 Dienststunden im vergangen Jahr geleistet hat.
Hilfeleistungen, Einsätze, Lehrgänge, Verpflegung der Helfer, Eigenleistungen, innere Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. „Alle diese Stunden wollen geplant, mit Leben gefüllt und vor allem auch unfallfrei durchgeführt sein“, so Wasserer.
Im Rahmen einer Multimedia-Show von Stefan Wolf (Großheubach) wurde in Wort und Bild detailliert an die umfassenden Aktivitäten des THW Ortsverbandes Miltenberg erinnert. So leistete der Technische Zug Dienste, bei zahlreichen Einsatzübungen mit anderen Hilfsorganisationen, bei Einsätzen für die Deutschen Bundesbahn AG, bei Baumfällungen unter schwierigsten Bedingungen, absolvierte eine Kraftfahrerausbildung und vieles vieles mehr. Auch war die Großübung des Geschäftsbereichs Karlstadt auf dem Truppen-übungsplatz in Aschaffenburg, bei dieser sämtliche Ortsgruppen des THW-Geschäftsbereich Karlstadt ihr können unter Beweis stellen durften, oder die Drei-Tagesübung für Atemschutzgeräteträger ein Schwerpunkt des vergangen Jahres.
Wasserer erinnerte in seinem Jahresrückblick ebenso an die zahlreichen Aktivitäten der 43 Jugendlichen der THW-Jugendruppe, die unter anderem beim Aktionstag „Wir räumen unseren Landkreis auf“ (Landkreisweiten Flursäuberungsaktion), dem jährlichen Zeltlager und den Miltenberg Ferienspiele aktiv war. Stellvertretend aus der umfangreichen Arbeit der Fachgruppe Wassergefahren, erwähnte Wasserer, die Übung des Baus einer schwimmenden Arbeitsplattform auf dem Main.

Überdurchschnittliches Engagement

„Engagement im überdurchschnittlichen Maße für eine Hilfsorganisation ist schon lange nicht mehr selbstverständlich“, stellte Wasserer fest. So ist er durchaus erfreut, dass der Ortsverband Miltenberg auf sehr viele überdurchschnittlich engagierte Helferinnen und Helfer zählen kann, dies belege auch die Leistungsbilanz des Ortsverbandes, die im Vergleich zu anderen Ortsverbänden des Geschäftsbereichs Karlstadt im überdurchschnittlichen Bereich läge. Dennoch gab es auch in diesem Jahr wieder besonders aktive Helferinnen und Helfer, die sich weit über den Durchschnitt engagierten, die Wasserer mit einer Dankesurkunde auszeichnete. 
Hier stellt Wasserer des weiteren fest, dass hier die Helferbindung im vollem Umfang gelungen sei, da alle Geehrten schon seit der Jugendgruppe mit Eifer dabei sind. Ebenso favorisierte er weiter, dass die „Helferbindung“ ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Arbeit im Ortsverband ist.

Ehrungen vorgenommen

Dem Ortsverband Miltenberg bescheinigte Geschäftsführerin Rainer Stein (Karlstadt), das die große Zahl an Dienststunden ein Indiz für einen intakten Ortsverband sei und mahnte man solle so weiter machen. 
Stein verlieh das Ehrenzeichen in Gold mit Kranz der Bundesanstalt THW für besondere verdienste zur Weiterentwicklung und Einsatzbereitschaft des THW an Jürgen Umert (Wertheim), in Gold an Florian Reinhart, Philipp Dosch und Christoph Büttgen (alle drei Großheubach).
Bürgermeister Bieber gratulierte zur Ehrung und dankte allen Helferinnen und Helfern für ihre Leistungen, die der Ortsverband im vergangen Jahre wieder geleistet hat – er übergab eine Geldspende.

Jugendgruppe: Umweltaktion - Wir räumen unseren Landkreis auf - Jubiläum im Kampf gegen Umweltsünder

Im Kampf für die Umwelt

In Absprache mit der Stadtverwaltung Miltenberg, wurde in diesem Jahr der obere Steffleinsgraben von Müll und Unrat befreit. Unterstützung erhielten die Junghelferinnen und Junghelfer dabei durch die Mitglieder des Technischen Zuges sowie der Fachgruppe Wassergefahren, welche insbesondere für den Abtransport des teilw. sehr sperrigen Materials mit Hilfe des Kippers sorgten. Weiterer Einsatzschwerpunkt war der Fahrrad – Bahnübergang bei Breitendiel sowie ein kleiner Teil des Leinritts, welcher am Main entlang führt.
Es war nicht zu glauben, was da so alles in dem teils sehr unwegsamen Gelände gefunden wurde. Von komplett gefüllten Abfallsäcken über Autoteile, Reifen, Tür- und Fensterelemente bis hin zu Einrichtungsgegenständen war die ganze Bandbreite vertreten.
Bei dieser Säuberungsaktion kamen schätzungsweise 1,8 Tonnen Müll zusammen, die rücksichtslose Umweltsünder einfach so in der Natur entsorgten. Der gesammelte Müll, konnte auf Initiative des Landratsamtes Miltenberg, kostenfrei zur Müllumladestation Erlenbach gebracht werden.
Die gesamte Aktion wurde geleitet von Jugendbetreuer Stefan Wolf (Großheubach) und Gruppenführer Johannes Soder (Laudenbach). Ein besonderes Lob gebührt den Kindern und Jugendlichen, wie auch allen Mitwirkenden, die einen Teil der insgesamt 38 Jugendlichen der Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks, bei dieser Umweltschutzaktion unterstützten und schließlich auch als Helfer mit von der Partie waren.
Als kleines Dankeschön gab es nach erfolgter Entsorgung des gesammelten Unrats ein schmackhaftes Essen aus der THW – Küche.

Jugendgruppe: THW-Jugend im Hochwassereinsatz

Hcohwassereinsatz für die Jugendgruppe

Am vergangenen Wochenende ging es für die THW-Jugend zum Hochwassereinsatz nach Wolferstetten. Wolferstetten ist ein kleines Übungsdorf auf dem Truppenübungsgelände der Bundeswehr bei Hardheim. Dort angekommen bezog das Miltenberger Team zuerst die Notunterkünfte um wenig später mit den Vorbereitungen für den Einsatz zu beginnen. So wurden nochmals die Grundbegriffe in Stromerzeugung, Lageerkundung, Verletztentransport sowie Erster Hilfe aufgefrischt. Danach ging es zu Fuß zur ersten Lageerkundung auf dem weiträumigen Areal des Bundeswehrgeländes. Tags darauf wurden weitere Ausbildungseinheiten zur Vorbereitung auf den bevorstehenden Hochwassereinsatz durchgeführt.
Zu später Stunde erfolgte schließlich der Einsatzbefehl an die Jugendlichen, einen Stausee, der zu brechen drohte, abzupumpen. Kurzerhand entschieden die Gruppenführer die stark befahrene Straße, welche am Einsatzort vorbeiführte kurzzeitig zu sperren und das Gebiet weiträumig auszuleuchten. Gleichzeitig liefen die Vorbereitungen für den Einsatz der Tauchpumpen. So mussten Schlauchleitungen über den mittlerweile, durch den starken Regen aufgeweichten Damm gelegt und die Pumpen gesichert werden. Nachdem die Pumpen anliefen, konnten die Einsatzkräfte erst einmal ausruhen. Nach und nach sank der Wasserpegel, so dass die Einsatzleitung schließlich Entwarnung geben konnte.

Spielen – Helfen – Lernen – das Motto der THW-Jugend

Bereits zum zweiten Mal ging es für die THW-Jugendgruppe des Ortsverbandes Miltenberg unter der Leitung von Stefan Wolf (Großheubach) und dessen Betreuerteam zu einer solchen verlagerten Standortausbildung. Neben der Ausbildung und Auffrischung des Wissens der Jugendlichen werden in realistischen Einsatzübungen Schadensfälle nachgestellt, welche durch die Junghelferinnen und Junghelfern in eigener Regie gelöst werden müssen. Die Betreuer haben hierbei hauptsächlich eine beobachtende Position, denn nach dem erfolgtem Einsatz gilt es, die Fehler auszuräumen, um für den nächsten Einsatz besser gerüstet zu sein. Diese Einsatzübungen sind wichtiger Bestandteil in der Ausbildung der Junghelfer in der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, nur so können sie Teamfähigkeit und das nötige Wissen sammeln um im späteren Einsatzleben richtig reagieren um anderen Menschen helfen zu können.
Doch bei der THW-Jugendgruppe geht es nicht nur um Einsätze und Ausbildung, sondern auch um Spiel & Spass, welcher gewiss nicht zu kurz kommt. So gab es während des Jugendlagers eine Nachtwanderung, Lagerfeuer und auch abendliche Spielrunden im trockenen.

Jugendgruppe: Nachwuchs-Ausbildung mit Extra-Portion Fachwissen

Rettung einer verletzten Person - eine Aufgabe während des Jugendlagers

32 Teilnehmer beim Zeltlager des THW Miltenberg in Freising

Die Ausbildung von Jugendlichen hat beim Miltenberger Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) einen hohen Stellenwert. Auch das Erlebnis-Zeltlager auf dem THW-Übungsgelände in Freising hatte zum Ziel, den Ausbildungsstand der jungen Kräfte zu erweitern, aber auch Kameradschaft und Freundschaft unter den 32 Teilnehmern zu fördern.
In der Jugendgruppe üben die Helfer und Helferinnen den Umgang mit der modernen Technik des THW und werden spielerisch an die Aufgaben im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz herangeführt. Unter der Leitung von Stefan Wolf aus Großheubach und seinem Betreuerteam sollten die Jugendlichen vor allem lernen und verstehen „was es heißt zu helfen“, so auch das Motto.

Rettung von Verletzten

Die Ausbildungsschwerpunkte lagen auf dem fachgerechten Umgang mit dem technischen Gerät, der Rettung von verletzten Personen aus Gefahrenlagen und ihre Erstversorgung. Beliebt waren auch die Gelände-Erkundungen anhand von Karten und Kompaß, und die Gefahrenortabsicherung. Im nahe gelegenen Trümmergelände spielten die Nachwuchshelfer situationsgerechte Übungsszenarien durch. Geprobt wurde beispielsweise eine Gasexplosion, hierzu bot sich das Trümmergelände an, mit mehreren Verletzten.
Der Abtransport der Verletzten gestaltete sich außerordentlich schwierig, da hier verschieden Trümmergegenstände durch die Explosion den Weg versperrten und Treppenabgänge unpassierbar machten. So bestand hier die Aufgabe im Wesentlichen darin ein „Zweibocksystem“ zu errichten für das sicherere Bergen von verschütteten und verletzten Personen.
Es stand aber nicht nur praktische Wissensvermittlung auf dem Programm, auch den Freizeitspaß haben die Betreuer während des Erlebnis-Zeltlagers nicht aus den Augen verloren. Um die Gruppenzugehörigkeit zu fördern, gab es Lager-Olympiaden und verschiedene Betriebsbesichtigungen im nahegelegen München. Ebenso standen Schwimmbadbesuche, Wanderungen und eine Stadtrallye auf dem Programm.

THW Miltenberg stellt Experten zur Deichverteidigung und Hochwasserschutz

Gemeinsamer Aufbau eines Sandsackwalls

Im Rahmen von mehreren Ausbildungseinheiten bildete das Technische Hilfswerk Ortsverband Miltenberg seine Helferinnen und Helfer für die richtige Arbeitsweise an Deichen aus. Nachdem immer mehr Deiche, auch in unserer Region, zum Schutz von Häusern und öffentlichen Einrichtungen erstellt werden, ist es wichtig, die Funktionsweise von Deichen zu verstehen.
In der theoretischen Ausbildung gingen Gruppenführer Johannes Soder (Kleinheubach) sowie Florian Reinhart (Großheubach) auf die unterschiedlichen Bauweisen eines Deiches ein. Vom einfachen Binnendeich bis hin zum Küstendeich, welcher sich mittlerweile nur wenig von einem Binnendeich unterscheidet. Durch Erkenntnisse aus den Sturmfluten in Hamburg bzw. dem Elbe-Hochwasser hat sich gezeigt, dass ein Deich, der mit Sand aufgeschüttet und anschließend mit einer Lehmschicht verkleidet wurde am besten hält. Selbst Bauten aus Beton und Asphalt werden von dem teils aggressiven Wasser angegriffen und zerstört. Des weiteren wurde belegt, dass die mit Gras bewachsenen Deiche eine bessere Standhaftigkeit gegenüber den heranrollenden Wellen haben. Nur wer den Aufbau eines Deiches versteht, kann effektiv Hilfe leisten, so ist es wichtig, zu wissen, wie ein Deich reagiert, wenn das Wasser ansteht.
Nach der Wirkungsweise eines Deiches ging es im weiteren Verlauf der Ausbildung um das Erkennen und richtige Handeln bei Deichbrüchen. Hierbei wird zwischen vier Hauptbrucharten unterschieden, nämlich dem Deichbruch, dem Kronenbruch, dem Wasserdurchlauf sowie dem Wasserüberlauf.

Sandsack – das Mittel im Hochwasserschutz

Um effektiv einen Deichbruch bekämpfen zu können, kommt auch heute noch der altbewährte Sandsack zum Einsatz. Kein anderes Mittel ist so effektiv und sicher wie dieser. Natürlich gibt es mittlerweile noch weitere Systeme auf dem hart umkämpften Markt, jedoch haben diese meistens die Schwachstelle, nur viel Masse zu bieten, wohingegen das Abdichten von Wasseraustritten nur mit Sandsäcken richtig funktioniert. Im Einsatzfall werden die Einsatzkräfte auf unterschiedliche Systeme zurückgreifen müssen, denn hier kommt ein weiterer Faktor zum Einsatz – der Kampf gegen die Zeit. Um eine ca. 1,5 m hohe und 10 m lange Sandsackmauer bauen zu können, werden über 2.800 Sandsäcke benötigt. Beim Aufbau einer solchen Mauer müssen die örtlichen Gegebenheiten genau beachtet werden – woher kommt das Wasser, wie ist die Strömung, welcher Wasserstand wird erwartet, wie viel Zeit wird benötigt? Nach Prüfung dieser Angaben wird die Sandsackmauer nach einem festgelegten Verlegemuster aufgebaut. Nur durch den Verbau im Verbund wir die Mauer dicht und hält den Wassermassen stand.
Doch nicht nur die einfache Sandsackmauer stand auf dem Ausbildungsprogramm, sondern auch der Bau von Quellkaskaden, so nennt man die Gegenmaßnahme bei punktuellen Wasseraustritten. Auch das richtige einrichten einer Sandsackfüllstation sowie der sichere Transport der verfüllten Sandsäcke wurde praktisch erprobt und so das vermittelte Wissen vertieft.