Ausbildung im THW – Lebenslang Neues Lernen

Das THW muss zu jeder Zeit einsatzbereit sein, denn Unglücke und Katastrophen sind nicht planbar. Eine solide Ausbildung stellt den Grundstock der Einsatzbereitschaft einer Helferin bzw. eines Helfers dar und bildet somit eine der wichtigsten Grundlagen für sicheres Handeln und Verlässlichkeit im Einsatz. Deshalb ist im THW eine Ausbildungsstruktur etabliert, welche die Helferinnen und Helfer von Beginn ihrer Mitgliedschaft an und durch ihr gesamtes THW-Leben hinweg begleitet und sie in ihren Fähigkeiten und Qualifikationen erhält und diese fortwährend erweitert.

Die Ausbildung im THW ist bundesweit einheitlich gestaltet und in drei Stufen aufgebaut. Eine für alle Helfer gleiche, breit angelegte und weitgefächerte Grundausbildung bildet dabei den Anfang. Danach folgt die spezifische Fachausbildung der Helferinnen und Helfer in den jeweiligen Fachgruppen des THW sowie Speziallehrgänge, die die Helferinnen und Helfer für besondere Aufgaben qualifizieren.

Die Ausbildung im THW wird in drei Stufen unterteilt:

  1. Ausbildungsstufe: Einsatzbefähigung
    - Grundausbildung
  1. Ausbildungsstufe: Fachbefähigung
    - Fachausbildung
    - Führungsausbildung
    - Auslandsausbildung
    - Ausbildung für Funktionen
  1. Ausbildungsstufe: Weiterbefähigung
    - Fortbildung
    - Qualifikationserhalt

1. Ausbildungsstufe – Einsatzbefähigung

Der erste Schritt jeder Helferin und jedes Helfers im THW ist der Erwerb der Einsatzbefähigung. Den dazu erforderlichen Ausbildungsstand erreichen die Helferanwärter/-innen in der Grundausbildung. In der Grundausbildung werden die Grundsteine für die Tätigkeit im THW gelegt. Dazu werden grundlegende Kenntnisse vermittelt, wie z.B. der richtige Umgang mit Werkzeugen und Geräten aus der Standardausstattung des THW, das richtige Verhalten im Einsatz sowie das Wissen über den Aufbau des THW und seine Bedeutung für den Bevölkerungsschutz.

Die erste Ausbildungsstufe ist mit der bestandenen Grundausbildungsabschlussprüfung abgeschlossen. Helfer/-innen, die diesen Ausbildungsstand erreicht haben, sind zur Teilnahme an Einsätzen qualifiziert und ebenso für die nächste Ausbildungsstufe. Sie werden somit einer der örtlichen Teileinheiten des THW zugewiesen, wo sie ihre einheitenspezifische Fachausbildung beginnen können.

2. Ausbildungsstufe – Fachbefähigung

Die zweite Ausbildungsstufe führt zu einer Fachbefähigung. Sie setzt nach der absolvierten Grundausbildung ein. Fachbefähigung bedeutet die Qualifikation, eine Funktion im THW – sei es im OV-Stab oder im Technischen Zug – zu übernehmen. Dazu muss eine weiterführende, fachbezogene Ausbildung durchlaufen werden. In den jeweiligen Einheiten, Technischer Zug, Zugtrupp oder der Fachgruppe werden die speziellen Ausbildungsinhalte dieser Gruppe ausgebildet. In Einsatzübungen wird dann das erlernte Wissen unter Beweis gestellt.

Die Ausbildung im Rahmen der Fachbefähigung erfolgt je nach angestrebter Funktion auf verschiedene Weise. Einerseits werden am OV-Standort im Rahmen der örtlichen Teileinheiten regelmäßig Ausbildungsveranstaltungen durchgeführt. Diese beinhalten die Fachausbildung der jeweiligen Einheit.

Die Qualifikation für besondere Funktionen erwerben die Helferinnen und Helfer auf zumeist überörtlichen Lehrgängen. So werden auf Ebene der Geschäftsführerbereiche sogenannte Bereichsausbildungen für bestimmte Zusatzfunktionen durchgeführt (z.B. für Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger, Motorsägenführer, usw.).

Weiterhin bietet die THW-Bundesschule mit den Standorten Hoya und Neuhausen a.d.F. Lehrgänge an, die zu weiteren Qualifikationen führen. Dazu zählen z.B. Lehrgänge zur Qualifikation für Führungspositionen, für Bediener von Großgerät und weitere Fachlehrgänge. Das Wissen, welches in vielen dieser Lehrgänge vermittelt wird, lässt sich neben der Tätigkeit im THW auch im Beruf oder im Privatleben einsetzen.

Weitere Informationen rund um das Thema Lehrgänge finden Sie auf der Webseite der THW-Bundesschule.

3. Ausbildungsstufe – Weiterbefähigung

Gegenstand der 3. Ausbildungsstufe ist der Erhalt der vorhandenen Qualifikationen, die in der Fachausbildung (2. Ausbildungsstufe) erworben wurden, sowie die Vertiefung bzw. der Ausbau des Wissens auf diesen Gebieten. Denn nur durch lebenslanges Lernen wird die Qualität der Ausbildung im THW erhalten.

Dazu werden die vorhandenen Kenntnisse durch thematische Fortbildungen/ Lehrgänge erweitert und erneuert. Hierzu bietet das THW eine Vielzahl an verschiedenen attraktiven Aus- und Fortbildungen an. Diese finden ähnlich wie in Stufe 2 sowohl auf örtlicher Ebene und auf Ebene der Geschäftsführerbereiche, als auch in Form von Fachlehrgängen an der THW-Bundesschule und in Form von überregionalen Facharbeitsgemeinschaften statt.