Aktivitäten im Ortsverband

Informieren Sie sich über unsere laufenden Aktionen und Ausbildungen. Durchstöbern Sie aber auch unsere "alten" Jahrgänge, hier findet sich viel informatives über unsere Entstehung und Einsätze. Erhalten Sie so einen kleinen Einblick in das Leben unseres Ortsverbandes.

2017

Hermann Schneider - 60 Jahre Ehrenamt

Hermann Schneider (Mitte) mit Leiterin der THW-Regionalstelle Karin Munzke sowie Ortsbeauftragter Stefan Wolf.

Auf 60 Jahre ehrenamtliches Engagement für die Hilfe am Nächsten kann Hermann Schneider aus Miltenberg zurück schauen. Grund genug, ihm für sein unermüdliches wirken in einer kleinen Feierstunde Danke zu sagen.
Nur sehr wenige THW Ortsverbände dürfen auf Helfer mit 60jähriger Erfahrung zurückgreifen, so Ortsbeauftragter Stefan Wolf, doch der Miltenberger Ortsverband hat mit Hermann Schneider einen Glücksfall an Bord. Noch heute ist er bei Einsätzen, mit von der Partie, wenn auch nicht mehr direkt in erster Reihe. Viel wichtiger, als Einsatz sei vielmehr das Wissen, welches Hermann Schneider den jüngeren Helferinnen und Helfern vermittelt. Durch seine langjährige Mitgliedschaft und seinem Spitznamen „Technischer Hermann“ kennt er sich selbst bei den modernsten Gerätschaften bestens aus und trägt mit seinem Fachwissen zur Weiterbildung des Ortsverbandes bei.
Auch die Leiterin der THW Regionalstelle Karin Munzke dankte Hermann Schneider und ging dabei auf die unzähligen Einsätze und Ehrungen Schneiders ein. Nicht nur ehrenamtlich war er bei der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk aktiv, sondern auch lange Jahre als hauptamtlicher Kraftfahrer und Gerätewart in der Geschäftsstelle. Daneben wurde er seinem Ortsverband nie untreu und besuchte unzählige Lehrgänge, hauptsächlich natürlich im technischen Bereich, wie Kraftfahrer, Schirrmeister, Bootsführer oder Fährenführer. Im Ortsverband verstand er es, sein gewonnenes Wissen an die eigenen Helferinnen und Helfer weiter zu geben und auch kleine Reparaturen eigenständig durchzuführen. An Einsätzen seien stellvertretend für viele andere, die Teilnahme an den Transporten im Rahmen der humanitären Hilfe für die GUS - Staaten im Jahre 1992 genannt. Durch seinen sprichwörtlichen Eifer und sein hohes Leistungsvermögen gerade auch in Katastrophenfällen war und ist er ein Garant für das erfolgreiche Wirken des Ortsverbandes. Beispielhaft sollen hier die “Erftal-Katastrophe” im Jahre 1978 und die immer wieder kehrenden Hochwasser am Main und seinen Nebenflüssen genannt werden.
Im Anschluss an die Laudatio erhielt Hermann Schneider die Ehrenurkunde über 60-jährige Dienstzeit in der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Auch das Miltenberger THW-Team bedankte sich mit einem kleinen Präsent.

Stabsrahmenübung

Stabsrahmenübung in der THW-Unterkunft

Wenn es draußen ungemütlich und kalt wird, dann zieht man sich gerne in die warme Wohnung zurück und genießt dort die behagliche Wärme und Ruhe – so auch einige Helferinnen und Helfer des Miltenberger THW-Ortsverbandes. Ruhe? Weit gefehlt!
Der Dezember startete mit einer Stabsrahmenübung „Gewittersturm“ und forderte die Führungskräfte aber auch den Zugtrupp wie OV-Stab. Unzählige Anfragen, Meldungen und Informationen mussten in der rund fünf Stunden andauernden Übung bearbeitet werden. Zugführer Thomas Frieß legte dabei sehr viel wert, auf die Zusammenarbeit Zugtrupp – OV-Stab, aber auch auf die Ausstattung der neuen THW-Unterkunft. So wurde die Einrichtung getestet, sind alle Daten sofort griffbereit und stimmt das Zusammenspiel der unterschiedlichsten Kommunikationswege.
Konkret ging der Abend mit einer einfachen Alarmierung zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehr los. Unzählige entwurzelte Bäume mussten gemeinsam beräumt werden. Als jedoch Starkregen einsetzte wurde die Lage dermaßen unübersichtlich, dass noch weitere Hilfskräfte angefordert werden mussten und die Stabsarbeit so richtig anlief.

Wissen vertieft

Stabsarbeit in der Luk bedeutet auch viel Dokumentation.

Ein Wochenende später nahmen drei Helfer am Lehrgangsmodul „Schulung der Leitungs- und Koordinierungs- (LuK)-Stäbe auf OV Ebene“ in der THW-Geschäftsstelle Karlstadt teil. Dort haben die Dozenten der THW-Bundesschule Neuhausen Dominika Ogasa und Dieter Notter die Schulung übernommen.

Zunächst wurde in der Theorie auf die gesetzlichen Bestimmungen für die Stabsarbeit, die Führungsorganisationen, taktische Zeichen und die Unterschiede zwischen polizeilicher und nichtpolizeilicher Gefahrenabwehr eingegangen.
Die Aufgaben der Personen im Stab, wie die Leitung des Stabs, die Führung der Sachgebiete S1-S6, das Führen des Einsatztagebuchs und die Arbeit des Sichters, waren danach Gegenstand des Unterrichts.
Am Sonntag wurde das theoretische Wissen mit einer großen Planübung praktisch angewandt und die erlernte Theorie konnte gleich in der Praxis angewandt werden. Hierbei wurden die Gruppen immer wieder mit neuen Lagemeldungen konfrontiert, die im LuK-Stab koordiniert und abgearbeitet werden mussten. Besonders die Zusammenarbeit mit Einsatztagebuch (ETB), Personalführung sowie der Lagekarte wurden auf diese weise „greifbar“.
In der Abschlussbesprechung waren sich alle Teilnehmer darüber einig, dass dieser dreitägige Lehrgang auf OV Ebene eine rundum gelungene Veranstaltung war, die zu einer späteren Vertiefung in den einzelnen OV‘s einlädt.
Alle Beteiligten danken an dieser Stelle noch mal den beiden Dozenten, die die Ausbildungsinhalte sehr gut vermittelten und auch für zusätzliche Fragen immer eine Antwort parat hatten – trotz des „trockenen Themas“ kam nicht einmal Langeweile auf – so die einhellige Meinung der Teilnehmer. Ebenfalls möchten wir uns bei der Geschäftsstelle Karlstadt, allen voran Andreas Herold und Alexandra Neubauer für die hervorragende Bewirtung bedanken.

Einblick in unsere Heimatstadt

Die Gruppe vor dem ältesten Gasthaus - dem Riesen.

Einen ganz anderen Einblick in unsere Kreisstadt Miltenberg erhielten die rund 30 Mitglieder der THW-Helfervereinigung am heutigen Sonntag. Unter der Leitung von Erlebnisführerin Gabriele Weber ging es tief in die Vergangenheit der Miltenberger Altstadt hinein. So konnten die Interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer vom Miltenberger Stapelrecht hören, aufgrund dessen die bisher unbedeutende Stadt zu Wohlstand und Ansehen erlangte. Durch das Stapelrecht mussten vorbeiziehende Kaufleute Ihre Ware im Rathaus für drei Tage zum Kauf darlegen, anschließend durfte der Kaufmann auch nicht mehr mit seinen eigenen Wagen / Kutsche / Schiff weiter reisen, sondern musste auf ein Fortbewegungsmittel der Miltenberger zurück greifen, wodurch Miltenberg viele Arbeitsplätze und Wohlstand erhielt.
Vom Engelsplatz ging es an eine der drei Stadtmauern vorüber zu einem ganz dunklen Kapitel Miltenbergs – dem Hexenkult. Insgesamt wurden 112 Hexenprozesse geführt, hauptsächlich waren diese Prozesse Neid und auch der damaligen kleinen Hungersnot in Miltenberg geschuldet. Auf den Weg weiter in Richtung Schnatterloch konnten die Zuhörer noch viel über die tollen und jahrhundertealten Fachwerkbauten mit den vielen Verzierungen und deren Bedeutung erfahren. Auch auf das Hochwasser und deren Auswirkungen ging Gästeführerin Gabriele Weber an den unterschiedlichen Hochwassermarken ein. Am Schnatterloch und dessen Namensherkunft endete die kleine Stadtführung und die Teilnehmer konnten sich im ältesten Gasthaus – dem Riesen – aufwärmen.

Rahmenübung REGEX 2017

Während zehntausende Menschen in der Region Aschaffenburg ohne Strom bei Kälte und Regen frieren und hungern, laufen bereits die ersten Maßnahmen der zivilen Behörden, Rettungs- und Blaulichtorganisationen sowie der Bundeswehr. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) ist im Lagezentrum der Regierung von Unterfranken bereits aktiv.

Die sechs Kreisverbindungskommandos (KVK) aus Kitzingen, Würzburg Stadt, Haßberge Bad Kissingen sowie Schweinfurt Stadt und Landkreis übten vergangenes Wochenende Hand in Hand mit den zivilen Behörden, dem Bayerischen Roten Kreuz, der Feuerwehr, der Bergwacht, dem Technischen Hilfswerk und der Polizei aus Bayern, Baden-Württemberg und der Bundespolizei die Bewältigung von möglichen Notfallsituationen im Rahmen der diesjährigen „REGEX 2017“ in Hardheim. Akribisch legte Oberstleutnant der Reserve Eduard Braun mit seinem Team des Kreisverbindungskommandos Aschaffenburg Stadt und Landkreis diese Übung für den Regionalstab Territoriale Aufgaben Nord an. Mit von der Partie war neben unserer Geschäftsstelle, dem Ortsverband Alzenau unser Fachberater Philipp Dosch.

Optimieren der auch bei Katastrophenfällen wichtigen Stabsarbeit, Überprüfung der Kommunikations- und Entscheidungswege wie auch die Beratungsleistung in der Führungsgruppe Katastrophenschutz sowie der Umgang mit Medien gehörten zu den Schwerpunkten der dreitägigen Übung. So konnten die rund 100 engagierten Reservistinnen und Reservisten ihr Handwerkszeug unter optimalen Bedingungen verbessern und das Zusammenspiel mit den zivilen Funktionsträgern trainieren.

Die Übung fuhr sukzessive hoch: Nach anhaltender schlechter Wetterlage und stark sinkenden Temperaturen bis zu weitreichenden Stromausfällen entwickelte sich die Lage zu einer Jahrhundert-Katastrophe. Die Aufgaben wurden komplexer und entwickelten sich zu echten Herausforderungen für die einzelnen KVK´s. Schnell wurden die Unterschiede zwischen den zivilen Behörden und der Bundeswehr deutlich. Die zivile Seite nutzte ausschließlich den digitalen Funk, was vor allem für die Beteiligten der Bundeswehr anfänglich zu erheblichen Problemen führte. Die unterschiedlichsten Gruppierungen organisierten aber sehr schnell Alternativen für gemeinsame Kommunikationswege.

(Quelle: Landeskommando)

Hochwasserschutz Miltenberg - erfolgreiche Übung

Gemeinsam wurde der mobile Hochwasserschutz aufgebaut.

THW? Ihr macht doch das mit dem Sandsäcken wenn mal wieder Hochwasser ist, oder? Und diese Assoziation ist zumindest für den Ortsverband Miltenberg nicht verkehrt. Neben zahlreichen weiteren Aufgaben wie dem abstützen beschädigter Gebäude oder dem großflächigen ausleuchten von Einsatz- und Unfallstellen ist der THW Ortsverband Miltenberg seit vielen Jahren fest in den Hochwasserschutz der Stadt Miltenberg eingebunden. Dies bedeutete in der Vergangenheit vor allem Sandsäcke in allen Größen zu füllen, zu transportieren und zu verlegen oder die Bewohner der überfluteten Gebiete mit Booten und Stegen zu ihren Häusern zu bringen. Doch in den letzten Jahren haben sich diese Aufgaben zumindest im Bereich Miltenberg stark verändert. Mit dem Bau der Hochwasserschutzmauer an der Uferpromenade des Maines müssen jetzt bei einer herannahenden Flut sowohl die Durchgänge im Fußgängerbereich als auch die Straßen verschlossen und eventuell die Hochwasserschutzmauer mit speziellen Elementen in der Höhe ergänzt werden. Diese Methode des Hochwasserschutzes wurde für den ersten Bauabschnitt zwischen Schwimmbad und Festplatz bereits in mehreren Übungen und im Realeinsatz erprobt, für die zweite Hälfte der Strecke, die zudem auch noch mit einem etwas überarbeiteten System ausgestattet ist, gab es jedoch bisher noch keine Erfahrungswerte.

Gut zu erkennen sind die Dammbalken.

Dies sollte sich am vergangen Wochenende ändern. Zusammen mit den Feuerwehren aus Miltenberg und Großheubach sowie der Mitarbeitern des städtischen Bauhofs Miltenberg wurde der Abschnitt zwischen Pfarrkirche und Jagdhotel Rose hochwassersicher gemacht. Um das unter möglichst realistischen Bedingungen zu üben ging es bereits am Freitag frühmorgens los. Die mobilen Elemente, die in der Hochwasserschutzhalle unmittelbar in der Nähe des THW‘s in Miltenberg Nord auf speziellen Gestellen vorverladen sind, wurden auf die Wechsellader der Feuerwehren verladen und zur Aufbaustelle verbracht. Dort wurde das Material dann von mehreren Gabelstaplern abgeladen, verteilt und von den Helferinnen und Helfern gemeinsam aufgebaut. Mechanische Unterstützung erhielten sie dabei von einem Ladekran sowie einem Minibagger des Bauhofs, die die schweren Pfeiler an ihren Platz hoben. Danach wurden die sogenannten Dammbalken, Aluminiumelemente die die Pfeiler verbinden, eingesetzt und mit speziellen Spannern gesichert. Durch das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr, THW, Bauhof sowie der Stadtverwaltung und dem technischen Gerät konnten die gestellten Aufgaben schnell abgearbeitet und bereits am Freitag mit dem Rückbau begonnen werden. Dieser wurde dann am Samstag fortgesetzt und das Material in umgekehrter Reihenfolge wieder verräumt. Dabei war es wichtig, den vorgegebenen Ablauf einzuhalten um beim nächsten Einsatz die Elemente passend zum jeweiligen Pegelstand entnehmen zu können. Um dabei einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können, war von den Führungskräften Höchstleistung gefordert um genügend Personal mit dem passenden Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Nachdem am Samstagnachmittag schließlich die letzte Palette eingelagert und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht worden waren, lud der erste Bürgermeister der Stadt Miltenberg, Helmut Demel, alle Helferinnen und Helfer zu einem großen Danke-Abend ein.
Auch ohne die Bedrohung durch eine herannahende Flut sind solche Übungen wichtig um das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen zu trainieren. Die Helfer müssen im Umgang mit dem Material geschult werden um auch unter den schwierigen Bedingungen eines Realeinsatzes den Aufbau sicher und schnell durchführen zu können. Auch die Führungskräfte von Stadt und Hilfsorganisationen nutzten die Tage um Probleme zu erkennen, Abläufe zu optimieren und ein Gefühl für die benötigte Zeit zu bekommen. Dank der Zusammenarbeit aller Beteiligten sind die Helfer aus Miltenberg und Umgebung wieder eine Stück besser vorbereitet auf ein Hochwasserereignis, von dem jeder hofft, dass es nie eintreten wird.

Ausbildung Motorsägenführer

Vom THW Miltenberg konnten drei Helfer erfolgreich an dieser Ausbildung teilnehmen – in diesem Jahr waren dies Simon Schuldt (Mainbullau), Alexander See sowie Florian Leuner (beide Großheubach).

Motorsägenführer – ein wichtiger Baustein, wenn es um die Aufarbeitung von Windbrüchen oder dem freischneiden von Straßen, Gebäuden oder Infrastruktureinrichtungen geht. Insbesondere dann, wenn Menschenleben gefährdet oder gar Personen eingeschlossen sind. Was eigentlich ganz einfach aussieht, wenn ein Baum das weiterkommen verhindert und mit Hilfe der Motorsäge zerlegt wird, birgt jede Menge Gefahren.
Um diese Gefahren zu kennen, die richtige Herangehensweise kennen zu lernen und vor allem sich und andere Helfer nicht selbst in Gefahr zu bringen war Ziel der Bereichsausbildung, die unter der Leitung von Helmut Aulbach (THW Marktheidenfeld) sowie Kevin Hecht (THW Lohr) durchgeführt wurde. Nach einem Theorieteil wurde auf die Funktion und den Betrieb der Motorsäge eingegangen. An zwei weiteren Tagen stand jedoch die Praxisausbildung im Vordergrund. Nach einer eingehend Baumschau wurde der Fallschnitt ausgebildet und anschließend unter den kritischen Augen der Ausbilder durchgeführt. Auch unter Spannung stehendes Holz, wurde fachgerecht niedergelegt. Zur Aufgabe der zukünftigen „Bediener Motorsäge“, wie sie im amtsdeutschen heißen, zählt unter anderem bearbeiten einzelner umgefallener Bäume, die auch unter Spannung stehen können, fällen und entasten einzelner angeschlagener Bäume, Beseitigung von Wind-, Schnee- und Eisbruch unter Beachtung der geltenden Unfallverhütungsvorschriften sowie dem überprüfen und warten der Ausstattung in den Ortsverbänden.
Vom THW Miltenberg konnten drei Helfer erfolgreich an dieser Ausbildung teilnehmen – in diesem Jahr waren dies Simon Schuldt (Mainbullau), Alexander See sowie Florian Leuner (beide Großheubach).

Einheiten des Katastrophenschutzes üben den Ernstfall

Zusammenkunft der Einsatzkräfte in Amorbach

Es war ein beeindruckendes Bild, das sich am Morgen des 21. Oktober auf einem Parkplatz in Amorbach bot. Elf Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Amorbach, des Bayrischen Roten Kreuzes aus Kirchzell und dem Technischen Hilfswerk Miltenberg starteten im geschlossenen Verband, mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Schneeberg. Doch die Einsatzkräfte waren in diesem Fall nicht auf dem Weg in ein reales Katastrophengebiet sondern nur durch den Odenwald auf den Truppenübungsplatz beim nahegelegen Hardheim. Dieser mit Gebäuden, Straßen und Feldwegen ausgestattete Trainingsbereich der Bundeswehr bot an diesem Samstag die idealen Rahmenbedingungen für eine Ausbildung der besonderen Art.

Gemeinsam wird eine Person gerettet.

Nachdem sich die Schlange aus Blaulichtfahrzeugen im Übungsdorf Wolferstetten aufgereiht hatte, wurden die Einsatzkräfte in gemischte Gruppen geteilt und begannen mit der Ausbildung. Hierbei wurde an einer Station das Retten von Menschen aus Gebäuden mittels der Drehleiter der Feuerwehr und verschiedenen Tragesystemen des Roten Kreuzes geübt. Außerdem wurden der Umgang mit Verletzten und die richtige Lagerung bei Wirbelsäulenverletzungen wiederholt. Parallel wurden die Grundlagen der Absturzsicherung und der Rettung aus Höhen wiederholt. Anschließend konnten sich die Helfer der verschiedenen Organisationen sicher im Treppenhaus bzw. an der Hauswand abseilen. Auch die Jugendgruppen von BRK, THW und FFW nutzten die Gelegenheit das gemeinsame vorgehen zu trainieren. Bei einem simulierten Verkehrsunfall mussten die Nachwuchsretter einen PKW aufschneiden, den Patienten versorgen und schließlich aus dem Fahrzeug retten. Unterstützt und angeleitet wurden sie dabei von erfahrenen Helfern aus den Einsatzeinheiten.

Einsatz - ein Verkehrsunfall forderte die Hilfskräfte.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen, das von der Amorbacher Feuerwehr organisiert wurde, galt es auch für die übrigen Einsatzkräfte ihr können bei einem Verkehrsunfall mit zahlreichen Verletzten unter Beweis zu stellen. Zwei Fahrzeuge waren außerorts kollidiert, hatten sich überschlagen und Feuer gefangen. Die Patienten waren in den zertrümmerten Wracks eingeklemmt und schwer verletzt. Die zuerst eingetroffene Feuerwehr begann sofort mit den Löscharbeiten, sicherten die Fahrzeuge und schufen erste Öffnungen für den Rettungsdienst. Da vermutet wurde, dass sich weitere Insassen vor eintreffen der Rettungskräfte aus den Fahrzeugen befreien konnten und nun durch den angrenzenden Wald irren würden, wurden mehrere Team‘s des mittlerweile ebenfalls eingetroffenen THW‘s damit beauftragt, das Gebiet zu durchsuchen. Das Rote Kreuz errichtete während dessen ein Behandlungszelt um die Verletzten vor Ort versorgen zu können. Nachdem die Patienten in den Fahrzeugen medizinisch stabilisiert wurden, befreiten Feuerwehr und THW die Eingeklemmten vollständig aus den Wracks und transportierten sie gemeinsam ab.

Nach der Übung wurde das gebrauchte Material wieder verräumt und die Kolonne machte sich auf den Weg zurück nach Amorbach. Dort wurde der Tag gemeinsam ausklingen gelassen. Dabei waren sich alle Einsatzkräfte einig, dass solche Übungen wichtig sind um die Möglichkeiten und Grenzen des Anderen kennen zu lernen und um auf persönlicher Ebene Kontakte knüpfen zu können. Denn Katastrophenschutz ist bunt und lebt vom Miteinander verschiedener Fachdienste.

Miltenberger THW-Jugend erzielt erfolgreichen 4. Platz

Die erfolgreiche Mannschaft

Nach wochenlangen intensiven Vorbereitungen unter der Leitung von Jugendbetreuer Marco Schlackl sowie Kraftfahrer Nico Kempf (beide Großheubach) stand der Bezirkswettkampf in Mömlingen vor der Tür. Mit ein wenig Aufregung traten sieben Junghelfer sowie eine Junghelferin zum teilgeheimen Wettkampf an – teilgeheim deshalb, weil die Hälfte der Aufgaben dem Wettkampfteam erst am frühen Morgen bekannt gegeben wurden. Nach einer gemeinsamen Teambesprechung gab es auch schon den Startschuss und mit Martinshorn und Blaulicht fuhren die Wettkampfmannschaften auf die Übungsbahnen, wo sofort eine Verkehrsabsicherung, sowie eine anschließende Geländeerkundung durchgeführt werden musste. Als Einsatzszenario wurde angenommen, dass ein LKW Ladung verloren hätte und auch noch verletzte Personen unter den Trümmern vermutet werden.
Der Wettkampfbetreuer durfte bei allen Aufgaben die Junghelfer nur anleiten, nicht jedoch direkt arbeiten verrichten, doch bei dem eingespielten Team der Miltenberger Jugendgruppe war dies auch gar nicht notwendig. Nach der erfolgten Lagererkundung teilte sich die Gruppe, während zwei Junghelfer im Bereich Holz- und Metallbearbeitung eine einfache Übungspuppe herstellten, mussten die weiteren Teammitglieder die verlorene Ladung zur Seite räumen. Dabei kam zuerst eine einfache Brechstange zum Einsatz, um die Last anzuheben und gleich darauf mit Hilfe eines Kreuzstapels zu unter bauen. Bei den beiden weiteren Hindernissen wurde der Mehrzweckzug sowie der Hebekissensatz eingesetzt. Erst jetzt konnten die mit Rettungsgurt gesicherten Jugendlichen zum Verletzten vordringen und sofortige Erste Hilfe Maßnahmen einleiten. Anschließend wurde dieser mit Hilfe des Schleifkorbes gerettet und an den Sanitätsdienst übergeben. Als weitere Aufgaben musste das bereitstellen einer Elektroversorgung, Aufbau einer Beleuchtung sowie ablöschen einer brennenden Person unter den Augen der Schiedsrichter bewältigt werden.
Nach 90-minütiger Wettkampfzeit ertönte das Endsignal – kurz bevor auch die letzte Aufgabe durch unsere Mannschaft gelöst war. Bei der anschließenden Siegerehrung verfehlte unsere Jugendgruppe nur knapp das Siegerpodest, doch die Mannschaft zeigte sich mit dem vierten Platz mehr als zufrieden – zumal nicht der Sieg im Vordergrund steht, sondern gemeinsam die Aufgaben zu bewältigen und natürlich auch der Spaß daran.

Dem ist nichts hinzuzufügen – wir als THW-Ortsverband Miltenberg sind stolz auf euren vierten Platz, wir wissen, dass ihr viel für diesen Tag geübt und geleistet habt und wir ihr selbst festgestellt habt, das Team, die Erfahrung sowie der Spaß stehen im Vordergrund! Ihr seid super!

Ausbildung Ladekranführer

Praktische Ausbildung am Ladekran

Unter der Schirmherrschaft des THW Geschäftsführerbereiches Karlstadt wurden beim THW-Ortsverband Marktheidenfeld zehn neue Kranführer aus vier THW-Standorten ausgebildet und geprüft. Ausbilder und Prüfer bei diesem Lehrgang waren Jürgen Fischer (stellv. Ortsbeauftragter) und Michael Mehling (Zugführer), beide ehrenamtliche Helfer im Ortsverband des THW Marktheidenfeld.
Die „Bereichsausbildung Bediener Ladekran“, wie es im Amtsdeutschen heißt, fordert mit Prüfung einen Zeitaufwand von 56 Stunden. Nach Ausbildungsabschluss müssen die Lehrgangsteilnehmer sowohl eine schriftliche Theorieprüfung, als auch eine praktische Prüfung am Gerät bestehen. Danach sind sie zum führen von Ladekränen auch außerhalb des THW berechtigt. Die Prüfung ist vom TÜV und der Berufsgenossenschaft zertifiziert.
Das THW bringt als Hilfsorganisation Ladekräne in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Hauptsächlich werden diese zum be- und entladen von Einsatzfahrzeugen eingesetzt. Aber auch zum beseitigen von Hindernissen, zum Beispiel Bäume auf Fahrbahnen, Bergung von Sachwerten, aber auch zum einsetzen von Booten in Gewässer, wo keine sonstige Zugangsmöglichkeit besteht.
(Autor: Peter Baier)

Brand in Lagerhalle zieht Einsatz des THW‘s nach sich

Einweisung der Atemschutzgeräteträger

Die freiwilligen Feuerwehren waren bereits seit dem frühen Nachmittag im Einsatz, galt es doch, den Brand in einer Lagerhalle schnellstmöglich einzudämmen um ein übergreifen auf das Nachbargebäude zu vermeiden. Aufgrund der starken Rauchentwicklung und der weiteren Ausbreitung der Brandstelle wurde das THW-Miltenberg alarmiert, um gefährliche Güter aus der angrenzenden Industriehalle zu bergen.
Als die Einsatzkräfte dort eintrafen, war die Halle bereits von gefährlichen Rauchgasen gefüllt, so dass die Helfer mit Atemschutz vorrücken mussten. Zuerst wurde die Lagerhalle erkundet und über Funk die wichtigen Informationen über die Gefahrstoffe an den Gruppenführer gemeldet. Die zum Großteil unbeschädigten Fässer wurden mit Hilfe von einfachen Handwerksgeräten zur Sammelstelle transportiert. Ein Fass wies jedoch ein Leck auf, so dass dies notdürftig mit Hilfe von Holzkeilen verschlossen werden musste. Ausgetretene Flüssigkeit wurde dabei in einer mobilen Auffangwanne gesammelt und ebenfalls zur Sammelstelle gebracht.

Einfachste Hilfsmittel waren gefragt - wie die schiefe Ebene.

Gott sie Dank war dies nur eine Übung - doch die sehr realistische Übung, vorbereitet durch den Ausbilder Atemschutz Matthias Zipf sowie Fachhelfer Florian Leuner könnte den eingesetzten Helfern bei einem Einsatz begegnen.
Wichtig war den Ausbildern dabei, die Kommunikation mit der Atemschutzregistrierung sowie der Eigenschutz der eingesetzten Helfern. Durch das weiträumige absuchen und den unzähligen Meldungen konnten sich die weiteren Einsatzkräfte ein genaues Bild über die Lage in der Lagerhalle machen und so gezielt Vorbereitungen für den Abtransport der Gefahrstoffe durchführen. Dass es nicht immer die große Technik, besonders beim Einsatz von Atemschutz sein muss, zeigte die Ausbildung – hierbei wurden einfachste Hilfsmittel, wie z.B. die schiefe Ebene eingesetzt.