Aktivitäten im Ortsverband

Informieren Sie sich über unsere laufenden Aktionen und Ausbildungen. Durchstöbern Sie aber auch unsere "alten" Jahrgänge, hier findet sich viel informatives über unsere Entstehung und Einsätze. Erhalten Sie so einen kleinen Einblick in das Leben unseres Ortsverbandes.

2014

Retten aus Tiefen

Am Samstag, den 11.10.2014 traf sich die Jugendgruppe um mehr über das Retten aus Tiefen zu erfahren. Als erstes übten wir die Basic-Knoten wie Mastwurf, einfacher Ankerstich oder Doppelstich, um anschließend zwei Dreiböcke aus Rundhölzern zu binden.
Danach wurde der Dreibock aus dem Einsatz-Gerüst-System (EGS) zusammengebaut und dessen Vorteile gegenüber einem gebundenen erläutert. Dieser EGS-Dreibock wurde dann über der Fahrzeuggrube aufgestellt, in der sich eine verletzte Person befand. Zwei Helfer wurden mit Sicherheitsgurte ausgestattet. Parallel wurde der Dreibock gesichert und das Rollglissgerät eingehängt. Nun ließen wir die Rettungs­mannschaft in den Schacht ab um, die sofort mit der Patientenbetreuung begannen. Nach der erfolgten Verletztenversorgung beförderten die Jugendlichen die verletzte Person mittels Rettungswindel nach oben. Als diese Aufgabe erledigt war, durfte jeder der Jugendlichen mal ausprobieren, wie es sich anfühlt in der Rettungswindel zu sitzen.

Waldbrand vereint Einsatzkräfte - Grundlage für weitere Zusammenarbeit

Absturzsicherung Hand in Hand - THW & Feuerwehr.

Seit nunmehr zwei Jahren pflegen die Freiwillige Feuerwehr Amorbach sowie das Technische Hilfswerk Ortsverband Miltenberg eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Es war im Jahr 2012 als bei der großen Waldbrandkatastrophe beide Organisationen und natürlich viele weitere Hilfskräfte gegen die Flammen und Glutnester kämpften. Bereits damals wurden Pläne für eine intensivere Zusammenarbeit geschmiedet – und auch in die Tat umgesetzt.
Kommandant Thorsten Fritz (Amorbach) und THW Zugführer Thomas Frieß (Laudenbach) konnten am vergangenen Samstag rund 50 Einsatzkräfte zur gemeinsamen Ausbildung begrüßen. Ziel war es, die unterschiedliche Ausrüstung, deren Funktionsweise aber auch die „andere“ Seite besser kennen zu lernen und bestehende Freundschaften aufzufrischen. Hierzu fand am Vormittag eine Stationsausbildung mit drei Stationen statt.

Der wichtigste Bestandteil bei der Löschwasserversorgung ist die Entnahme des Löschwassers aus dem öffentlichen Leitungsnetz oder einem offenen Gewässer. Hierzu besitzt die Feuerwehr Amorbach die unterschiedlichsten Pumpenarten, nicht zu vergleichen mit den Pumpen des Technischen Hilfswerks, denn diese sind für eine große Menge und Schmutzwasser ausgelegt, nicht jedoch für den Druck, der notwendig ist, um einen Brand zu löschen. So wurde bei der ersten Station gemeinsam eine Tragkraftspritze aufgebaut. Hierzu wurde gemeinsam zum Billbach eine Saugleitung gelegt und am Pumpenabgang die Druckleitung aufgebaut. Als weitere Pumpe lernten die Einsatzkräfte das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) mit einer Pumpleistung von 2.000 l/Min bei 10 bar Ausgangsdruck kennen.

Nachdem der THW Ortsverband Miltenberg mittlerweile ein umfangreiches Fachwissen sowie das entsprechende Material für Gebäudesicherungen besitzt, gaben auch die „blauen“ THW-Helfer an der zweiten Station einen Einblick in die Funktions- und Aufbauweise dieser Ausrüstung. So erläuterte Zugführer Thomas Frieß kurz die Einsatztaktik bei Gebäudesicherungen und ging auf die verschiedenen Bauweisen ein. Nach dieser kurzen Einweisung wurde gemeinsam eine Geschossdeck abgestützt. Am Rüstplatz wurden hierzu die entsprechenden Hölzer zurecht geschnitten sowie das Material bereit gelegt, während im eigentlichen Gefahrenbereich nur wenige Einsatzkräfte die Abstützung aufbauten. Eingesetzt wurden hierbei Baustützen, die zur Stabilisierung mit sogenannten Verschwertungsbrettern, ausgesteift wurden.

Die dritte Station befasste sich mit dem Thema Absturzsicherung. Hierbei ging Gruppenführer Wolfgang Henn (Amorbach) sowie Stefan Wolf (Großheubach) auf die sichere Anwendung der persönlichen Schutzausrüstung ein. Natürlich wurde auch diese Station für jede Helferin und Helfer spürbar gemacht. So wurde eine Person als Mimen-Darsteller in etwa auf eine Höhe von zehn Metern über den Boden abgelassen. Nun mussten die weiteren Helfer den Patienten aus seiner misslichen Lage befreien, ohne selbst in eine gefährliche Situation zu kommen. Hierzu wurde das Rettungs- und Abseilgerät „Milan“ eingesetzt, wodurch es den Helfern möglich ist, das Seil, an welchem der Patient hängt weiter in die Tiefe zu lassen, ohne sich selbst zum Patienten abseilen zu müssen und ihn auf unsichere Weise zu retten.

Nach einem stärkendem Mittagessen fanden sich die Einsatzkräfte in einer gemeinsamen Abschlussübung in der Amorbacher Altstadt wieder. Schnell rüsteten sich die Atemschutzgeräteträger aus und begannen umgehend mit der Suche nach vermissten Personen im Gebäude. Erleichtert wurde diese durch den Einsatz einer Wärmebildkamera.
Denn die Suche gestaltete sich nicht so einfach, da die Räume mit einem Nebelgerät komplett eingenebelt waren. Gemeinsam wurden so drei Verletzte unter Atemschutz aus dem Gebäude gerettet. Während dessen wurde im Außenbereich eine Schnellabstützung vorbereitet, diese wurde nach der Entrauchung des Gebäudes durch einen Hochdrucklüfter im weiteren Verlauf der Einsatzübung eingesetzt.
Normalerweise wird das THW bei direkten Brandeinsätzen nicht eingesetzt, denn hierzu fehlen diesen die persönliche Schutzausrüstung, jedoch ist es auch für das THW wichtig, die Vorgehensweise zu kennen, um entsprechend im Außenbereich gezielte Vorbereitungen treffen zu können.

Bei der gemeinsamen Abschlussbesprechung im Feuerwehrhaus stellten die beiden Führungskräfte fest – es gab viel voneinander zu lernen, die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend und das Miteinander sollte unbedingt vertieft werden.

Unfall bei Verladearbeiten mit Gefahrgutgebinden

Unter schwerem Atemschutz wurden die Gefahrgutbehältnisse umgeladen

Am vergangenen Freitag stand turnusmäßig wieder eine Atemschutzübung auf dem Programm. Hierzu trafen sich um 19:00 Uhr die Atemschutzgeräteträger sowie verschiedene Führungskräfte und Helfer im THW. Die geplante Ausbildung stand unter dem Thema „Gefahrguteinsätze“. Matthias Zipf (Großheubach) hatte hierzu ein entsprechendes Szenario vorbereitet – „Unfall bei Verladearbeiten mit Gefahrgutgebinden“.

Gemäß der GAMS-Regel wurde dann die entsprechende Vorgehensweise geübt:

Gefahren erkennen
So wurde zunächst ein Trupp unter Atemschutz zu dem Verladeunfall geschickt um die Situation zu erkunden. Hier galt es die Gefahrgutkennzeichnung zu erkennen, den Stoff zu identifizieren und den Zustand als auch die Größe und Anzahl der beschädigten Gebinde zu erkunden.

Absperren
Parallel hierzu wurde ein Gefahrenbereich festgelegt und vor Ort gekennzeichnet. Auch wurde eine sog. Notdekontamination vorbereitet. Diese „Schleuse“ soll verhindern das Gefahrstoffe die an den Einsatzkräften oder der Ausrüstung haften aus dem Gefahrenbereich in den sicheren Bereich (Weißbereich) kommen.

Menschenrettung / Maßnahmen
Nachdem der Stoff identifiziert wurde konnte die weitere Vorgehensweise festgelegt werden. Da für eine Bergung des Stoffes unsere Schutzmöglichkeiten ausreichend waren - so die Übungsannahme - konnte mit der Bergung des Ladegutes begonnen werden. Hierzu wurde der Einsatzbereich ausgeleuchtet und ein Gabelstapler in den Gefahrenbereich verbracht. Es galt dann unter Atemschutz den Gabelstapler sicher zu steuern -  was aufgrund der eingeschränkten Sicht- und Bewegungsmöglichkeiten gar nicht so einfach war. Parallel dazu wurde ein Übergabepunkt (Geräteschleuse) für die Gefahrgutgebinde eingerichtet.
Auch der Sturz eines Geräteträgers mit anschließendem Einsatz des Rettungstrupps und einer Rettung über die Notdekontamination wurde eingespielt und erfolgreich abgearbeitet.

Spezialisten anfordern
Nach der Identifikation des Stoffes wurde in der Übung angenommen, dass keine Spezialeinheiten erforderlich wären. Wäre es anders gewesen, hätte man die beiden Gefahrgutzüge des  Landkreises Miltenberg zur Unterstützung gerufen. Insgesamt war festzustellen, dass das Wissen der Fachausbildung mit dem Kreisbrandmeister Gefahrgut, Helge Killinger aus dem letzte Jahr von Helferinnen und Helfern angewendet werden konnte.

In einer kurzen Nachbesprechung wurde der Übungsablauf ausgewertet und besprochen. Gerade im Hinblick auf den Ablauf und die Kommunikation konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Insgesamt war der Übungsablauf aber sehr ruhig, diszipliniert und fachlich fundiert – allen Teilnehmern wurde ein großes Lob für die gute Zusammenarbeit ausgesprochen.

Neubau der THW-Unterkunft ist gesichert

Gute Nachricht für die ehrenamtlichen Helfer des technischen Hilfswerks in Miltenberg: Der Weg für den Neubau der maroden Unterkunft im Fährweg ist frei. Das hat der heimische CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann Freitagmittag mitgeteilt. Der bayerische THW-Landesbeauftragte Fritz Helge Voß habe ihm gesagt, die Finanzierung des Projekts sei gesichert, schreibt Hoffmann in einer Presseerklärung.

Arbeit in Containern
Dem Abgeordneten zufolge kann das Staatliche Bauamt nun mit der konkreten Planung des Neubaus beginnen. Nach momentanem Stand könnten die Arbeiten im Jahr 2017 abgeschlossen sein. Das Miltenberger THW ist derweil in ein Provisorium aus Containern umgezogen. Diese dienen der Ortsgruppe als Notunterkunft, weil der alte Bau aus Sicherheitsgründen nicht mehr genutzt werden darf (wir berichteten). Es fehlt eine Brandschutzmauer; zwischenzeitlich war das Gebäude sogar einsturzgefährdet.
THW-Ortsbeauftragter Michael Wasserer freut sich, dass die ehrenamtliche Arbeit im Container nicht zur Dauerlösung wird: »Für uns ist jetzt in dieser schwierigen Situation endlich Land in Sicht«, sagt er. »Am Mittwoch haben wir noch alle Trübsal geblasen.« Nun könnten die Helfer durchatmen. Auf dieses Ziel habe das THW lange hingearbeitet.

Für mehr Geld geworben
Alexander Hoffmann hatte die Miltenberger Ortsgruppe dabei unterstützt. Der Wahlkreisabgeordnete für Miltenberg und Main-Spessart hatte den schlechten Zustand des Gebäudes in den vergangenen Monaten an verschiedenen Stellen angesprochen und für eine deutliche Aufstockung des THW-Etats geworben. Daraufhin war ihm zugesagt worden, Miltenberg werde die erste Unterkunft in Bayern sein, die in Angriff genommen werde, sobald Geld zur Verfügung stehe.
Das THW hilft der Bevölkerung im Katastrophenfall vor allem technisch. In Miltenberg bauen die Helfer beispielsweise den mobilen Hochwasserschutz auf.

(Quelle: Bote vom Untermain; bal)

Gemeinsam etwas erleben - THW-Jugend & THW üben gemeinsam

Tiefbauunfall - eine Station während der verlagerten Ausbildung in Wolferstetten.

Die THW-Jugendgruppe sowie die aktiven Helferinnen und Helfer des Ortsverbandes Miltenberg zog es am vergangenen Wochenende wieder zum Truppenübungsplatz Wolferstetten. Bereits am Mittwoch Abend wurde das notwendige Material auf die Fahrzeuge verladen und so konnte es am Freitag Abend pünktlich nach Wolferstetten gehen. Bei leichtem Nieselregen wurde sogleich das Lager aufgebaut und die Küche eingerichtet. Wenig später, fand trotz des Nieselregens eine Geo-Caching-Tour auf dem weitläufigen Bundeswehr-Areal statt. Viel Spaß hatten dabei die zwei Teams beim lösen der Rätsel, um zum nächsten Geo-Caching-Punkt zu gelangen. Erst gegen 21:00 Uhr trafen die gut gelaunten Gruppen zum Abendessen ein, das den Start zum gemütlichen Abend gab.
Am Samstag Morgen wollte Zugführer Thomas Frieß mit Martinshorn die bereits am Freitag angereisten Teilnehmer aus den Betten werfen, doch daraus wurde nichts, denn diese warteten bereits auf die frischen Brötchen, die die Nachzügler auf ihren Weg von Miltenberg mitbrachten. Nach dem gemeinsamen Frühstück wurden die Stationen vorbereitet und drei Teams gebildet. Im Zwei-Stunden-Rhythmus wurden nun zwischen den drei Stationen getauscht.
An der ersten Station wurde das Thema Leithebel, Personenrettung sowie die schiefe Ebene behandelt. Erschwert wurde die Rettung der Person dadurch, dass der Zugang in das Gebäude nur durch das Obergeschoss möglich war. So mussten die Hilfskräfte mit Hilfe von Leiterteilen in das Gebäude übersteigen und konnten dort mit der Vermisstensuche beginnen. Die vermisste Person war schnell gefunden und so gleich wurde mit Hilfe des Bergetuchs der fachgerechte Abtransport durchgeführt. Im Obergeschoss bzw. außerhalb des Gebäudes hatten mittlerweile weitere Helfer den Leithebel vorbereitet, so dass die Person schnell aus dem Gefahrenbereich gebracht werden konnte.
Die zweite Station hatte Ihren Schwerpunkt beim Thema Seilbahnbau – nein, damit ist keine Seilbahn, wie sie in den Bergen vorhanden ist gemeint, sondern viel mehr eine Hilfskonstruktion für den Transport von Verletzten sowie Material. Um einen größeren Höhenunterschied zu erreichen, wurde auf der Erhebung zusätzlich ein Dreibock aus Einsatz-Gerüst-System (EGS) errichtet. Wichtig beim Bau dieser Konstruktion ist die Wahl der beiden Anschlagpunkte, die hier mit Erdnägeln sichergestellt wurde.
Least but not last – die dritte Station unter der Leitung von Thomas Frieß mit dem Thema „Tiefbauunfall“. Zwar verlaufen diese Unfälle leider zumeist tödlich, da eine solche Rettungsmaßnahme umfangreiche Vorarbeiten, Zeit und Material benötigt – doch auch die Sicherheit der Helfer spielt eine wichtige Rolle. Wenn eine Baugrube eingestürzt ist, muss das umliegende Gebiet weiträumig abgesperrt werden, um kein weiteres nachrutschen von Material auszulösen. Anschließend kann mit der Sicherung des „Kraters“ begonnen werden. Hierzu wird auf der Grube eine viereckige Konstruktion erstellt, in der Bohlen eingeschoben werden, die anschließend mit einer weiteren Hilfskonstruktion aus Balken und Fensterstützen gesichert wird. Erst ab diesem Zeitpunkt können die Hilfskräfte in die Grube einsteigen und weitere Hilfsmaßnahmen einleiten. Natürlich waren auch die Mitglieder unserer Jugendgruppe bei den einzelnen Station voll mit eingebunden und so konnten alt wie jung sich gegenseitig kennen lernen, neben vielen Informationen, Erfahrungen kam natürlich auch der Spaß und ein gutes Mittagessen nicht zu kurz.
Unser Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die sich die Zeit für diese Ausbildung genommen haben, den Führungskräften, unserer Küchenfee Renate, aber auch der Bundeswehr für die zur Verfügung Stellung des tollen Übungsgeländes samt Unterkünfte.

THW Ortsverband Obernburg und Miltenberg lernen gemeinsam

Teamwork zwischen den beiden Ortsverbänden - hier beim Aufbau des ASH-Systems.

Der THW-Ortsverband Obernburg sowie Miltenberg erprobten am vergangenen Samstag das gemeinsame Dispo-Konzept „Einsatz-Gerüst-System“ sowie „Abstütz-System-Holz“.  Aus diesem Grund machte sich am Samstag Morgen ein kleiner Konvoi auf zum Truppenübungsplatz Wolferstetten. Hier wurden sogleich mehrere Gruppen gebildet und es begann der Stationsaufbau.
So wurde mit Hilfe des Einsatz-Gerüst-Systems eine Zimmerdecke weiträumig abgestützt. An der zweiten Station wurden ebenfalls mit dem EGS-System eine Deckenabstützung hergestellt, die besonders für eine punktuelle Lastaufnahme genutzt wird. Diese findet z. B. Anwendung, wenn eine Stütze ausgebrochen ist, jedoch die darüber liegenden Betonträger noch intakt sind. An der dritten Station ging es um das fachgerechte abstützten und aussteifen von Türöffnungen, Fenstern und ähnlichen Bauwerksöffnungen. Hierzu wurden Schnellbaustützen und handelsübliche Baustützen eingesetzt. Sobald die einzelnen Gruppen Ihre Station aufgebaut hatten, wurden diese den anderen Gruppen vorgestellt. Auch der EGS-Anhänger des Ortsverband Obernburg wurde genauer vorgestellt, denn im Einsatzfall ist es wichtig, zu wissen, welches Material darauf vorhanden ist um effektiv Hilfe leisten zu können.
Anschließend ging es um das Abstütz-System-Holz (ASH) Land Miltenberg. Dieses System ist etwas kleiner als der große Bruder, das ehem. „Frablo-System“ und besonders auf die Bauwerke in unserer ländlichen Region zugeschnitten. So wurden zuerst die Grundelemente abgeladen und fachkundig erläutert.
Bevor es nun an den eigentlichen Aufbau ging, erwartete die Helferinnen und Helfer erst noch ein stärkendes Mittagessen von Chefköchin Renate Zipf. So gestärkt wurden zwei Teams gebildet und das Abstütz-System-Holz aufgebaut. Aufgrund der größe konnten die Stützen noch per Hand bewegt und entsprechend verschwertet (so bezeichnet man die Bretter, die das System gegen seitliches Kippen schützen) werden. Verankert werden solche Bauwerke mit Schwerlastdübeln, Gewindestangen oder durch ein Wiederlager. Natürlich gab es auch hier wieder fachkundige Informationen und die Teams lernten sich gegenseitig kennen.
Gruppenführer Michael Wolf sowie Andreas Weiß zeigten sich zum Abschluss der Ausbildungseinheit erfreut über die tolle und reibungslose Zusammenarbeit, die auf jedenfall noch vertieft werden sollte.

Arbeitseinsatz & Bandskimmer-Ausbildung

Der Bandskimmer wird von zwei Boote geschleppt, um das Öl zu sondieren.

Ein arbeits- und ausbildungsintensives Wochenende - normalerweise ist im August Ferienzeit, nicht aber für den THW Ortsverband Miltenberg, hier ist auch im Ferienmonat einiges geboten.
So standen am vergangenen Samstag gleich zwei große Aktionen auf dem Programm. Die Fahgruppe Wassergefahren übte zusammen mit der Fachgruppe Ölschaden des Ortsverbandes Obernburg den Einsatz des Bandskimmers auf dem Main - die Bergungsgruppen übten das sicheren von Dächern.
Die Dispositionsgruppe "Bandskimmer" (fest vorgeplante Einheit, welche von der ILS alarmiert werden kann) stand pünktlich um 9 Uhr im Bereitstellungsraum, dem WIKA Parkplatz in Trennfurt. Nach einer kurzen Begrüßung und einer kurzen Absprache ging es gleich an die Arbeit. Der Bandskimmer sowie eine Boot fuhren zur Einsetzstelle oberhalb der Schleuse Klingenberg. Dort wurden das Boot und der Bandskimmer mit dem Kran eingesetzt und für den Einsatz auf dem Main vorbereitet.
Die weiteren Boote für den Schlepp- und Sicherungsbetrieb aus Obernburg und Miltenberg sollten an anderen vordefinierten Slippstellen zu Wasser gebracht werden. Soweit der Plan, aber die Realität holte die Einsatzkräfte sehr schnell ein. Parkende Autos versperrten die geplanten Einlassstellen, so dass Einsatzkräfte mit Ihren Gespannen kurzfristig auf andere Einlassstellen ausweichen mussten. Hier leisteten die Einsatzunterlagen über die Slipstellen welche vor einigen Jahren von den beiden Ortsverbänden erstellt wurden wichtige Hilfestellungen. Auch durch die gute Koordination und Absprache mit dem Zugtrupp aus Obernburg wurden diese Realbedingungen gut und zügig gemeistert.
So konnte der Bandskimmer mit den beiden Schleppbooten und dem Sicherungsboot zügig einsatzbereit gemacht werden. Unter der Leitung der beiden Fachgruppenführer Ölschaden und Wassergefahren konnte dann der Betrieb auf dem Main geübt werden. Hierbei ist die gute Kommunikation und Abstimmung zwischen den Schleppbooten und dem Bandskimmer von besonderer Bedeutung. Beide Fachgruppenführer waren mit dem Ergebnis der Übung sehr zufrieden.
Während der Übung erläuterten die Führungskräfte der Fachgruppe Ölschaden unseren Helfern die Ausrüstung, die Funktionsweise und die Einsatztaktik in den verschiedenen Aufbau- und Einsatzphasen sehr ausführlich und anschaulich. Nach dem gemeinsamen Rückbau fand dann noch eine kurze Einsatznachbesprechung statt, bevor die Einheiten zurück in die Standorte fuhren. Den Kollegen aus Obernburg darf ich hier nochmals für die gelungene Ausbildung und die gute Zusammenarbeite danken.
 
Für die Bergungsgruppen stand hingegen ein klassischer Bergungseinsatz auf dem Programm. In Eichenbühl galt es die Eindeckung eines alten historischen Mühlrades zu ertüchtigen. Dies nahm der Ortsverband zum Anlass mit den Helfern, dass sichern von Dächern zu üben. Gerade nach Sturm- oder Unwettereignissen zählt diese Aufgabe zu den Kernaufgaben der Bergungsgruppen. Besondere Beispiele waren hier der Hagelsturm im Bereich Reutlingen oder die schweren Unwetter in Münster in der jüngsten Vergangenheit.
Nach einer kurzen Lageeinschätzung in der vergangen Woche wurde die Vorgehensweise, insbesondere auch der Arbeitsschutz festgelegt und das notwendige Material besorgt. Schon am Freitag wurde Gerüstmaterial des Ortverbandes verladen, da nur so eine vernünftige Absturzsicherung möglich war. Am Samstag dann, wurde das Gerüst aufgestellt - hierzu musste das Gerüst im Mühlkanal aufgebaut und gesichert werden. Danach wurde die alte Dacheindeckung abgebaut und seitlich gelagert. Nachdem die Dacheindeckung entfert war wurden dann beschädigte Teile des Dachstuhls erneuert und das Dach neu eingelattet. Unser Dachdecker und Helfer Patrick Page konnte den Helfern hier sehr wertvolle Tips geben und Kniffe zeigen. Anschließend wurde das Dach wieder eingedeckt, dabei wurde die alte Eindeckung in großen Teilen wieder verwendet - beschädigte Teile wurden ersetzt. Zum Schluss wurden noch die Windbretter neu angebracht und fertig war das "neue" Dach. Dann musste noch das Gerüst zurück gebaut und wieder verladen werden. Nach einem arbeitsreichen aber erfolgreichen Arbeitstag zeigte sich Gruppenführer Michael Wolf mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Arbeiten sehr zufrieden.
Auch die Eigentümer zollten der Mannschaft ihr Lob. Wir möchten uns an dieser Stelle auch nochmals für die tolle Verpflegung und Betreuung vor Ort durch Eigentümerin der Mühle bedanken. Es war wirk super!!!
 
So konnten beide Gruppen am Samstag Abend ihr wohlverdientes Wochende antreten. - Wie mann sieht ist bei uns immer was geboten und für jeden was dabei. Wer Lust hat mit zu machen, wir suchen immer neue Helfer ergal welchen Alters und welcher Vorbildung. Bei uns ist für jeden was dabei!

Interessanter Ferien(s)pass mit der THW-Jugend

Erst ein wenig Theorie, bevor der Radweg abgesperrt wurde.

Aus Großheubach, Kleinheubach, Miltenberg, Rüdenau und sogar Breitendiel kamen die Ferienkinder, um bei der Aktion der THW-Jugend im Rahmen des „Großheubacher Ferien(s)pass“ teilzunehmen. Doch selbst die weiteste Anreise hatte sich gelohnt, so jedenfalls der einhellige Tenor der rund 26 Mädchen und Jungs am Ende des Nachmittags, denn zu erleben und zu erfahren gab es viel.
An der ersten Station ging es unter der Leitung von Nico Kempf rund um das Thema moderner Stegbau am Wasser. Hierzu wurde das sogenannte JetFloat® System gemeinsam aufgebaut. Was sich schwer anhört, war in Wirklichkeit fast kinderleicht, Jetfloat® ist eben „nur“ ein großer Lego-Bausatz. So war das kleine Floß schnell zusammengebaut und konnte zu Wasser gelassen werden.
Technische Hilfe auf Verkehrswegen – nur ein kleines Mosaik bei einem tatsächlichen Einsatz, doch auch in dieses Themengebiet konnten die interessierten Kinder hinein schnuppern. Hierbei wurde gemeinsam mit Betreuer Michael Zipf die richtige Vorgehensweise bei einem Verkehrsunfall, genauer bei der Verkehrsabsicherung besprochen und dann natürlich in die Tat umgesetzt, so wurde der Fahrradweg kurzerhand umgeleitet und die Unfallstelle abgesichert. Auch wurden kleinere Erste Hilfe Kenntnisse beübt und so mancher Fingerkuppenverband oder gar Kopfverband wurde am Ende des Nachmittags stolz den Eltern präsentiert.
Last but not least – die dritte Station befasste sich mit dem Bau eines kleinen Tonnensteges über den Heubach. So wurde zuerst der wichtigste „Knoten“ im THW eingeübt – der Mastwurf. Danach konnten mit diesem Bund zwei Rundhölzer zusammengebunden und mit Hilfe von Spanngurten an zwei Fässern befestigt werden. Anschließend wurde der Tonnenleger, so nennt man diese Konstruktion, mit vereinten Kräften in den Heubach gehoben und mit Bohlen bestückt. Wer sich traute konnte nun trockenen Fußes über den Heubach gehen, klar, dass sich dieses Erlebnis keiner nehmen lassen wollte.
Zu guter letzt gab es von Jugendbetreuer Stefan Wolf wieder die Teilnehmerurkunde sowie einige Informationen rund um das THW sowie THW-Jugend für die Ferienkinder.

Jugendlager Rosenheim

Anreise nach Rosenheim

Endlich etwas zu essen

Bereits am vergangenen Mittwoch wurde mit einigen Freiwilligen die Fahrzeuge und Anhänger geladen. - Und was da nicht alles dazu gehörte: Getränke, Lebensmittel über Ausbildungsmaterial bis hin zum Klopapier, alles fand seinen Platz in den Fahrzeugen.
Am Samstag startete der Konvoi pünktlich um 09:00 Uhr zum diesjährigen Jugendlager Rosenheim - nichts ahnend, welche Wetterereignisse noch auf dem Wege bevorstanden. Vor der Abfahrt wurden noch die letzten Utensilien sowie das Gepäck der Teilnehmer auf die Fahrzeuge verladen. Anschließend stellte Jugendbetreuer Stefan Wolf das Betreuerteam, sowie die Fahrtroute vor. Leider wurde schnell klar, dass nicht nur die THW-Gruppe unterwegs war, sondern unzählige weitere Urlauber und so ging es ab und zu nur im Stop-and-Go-Verkehr vorwärts. Kurz hinter Nürnberg wurde eine größere Rast eingelegt, bevor sich der Konvoi wieder in den Verkehrsfluss einfädelte. Nach unzähligen weiteren zähflüssigen Abschnitten verdunkelte sich hinter München der Himmel immer mehr und wenig später fanden wir uns in einem Monsunartigen-Gewitter mit Sturmböen wieder. Die Fahrbahn war ein einziger See. Nichts desto trotz ging es immer weiter in Richtung Rosenheim.
Dort zeigte sich Petrus einsichtig, denn es tröpfelte nur ein wenig. So konnte das Material abgeladen und entsprechend eingeräumt werden. Schnell wurden die Schlafstätten hergerichtet und das persönliche Gepäck eingeräumt. Nach einem kurzen Geländerundgang startete schon die erste kurze Ausbildungseinheit – Stiche & Bunde. Dann gab es endlich etwas für das leibliche Wohl – „Hamburger“ und diese wurden gerne angenommen. Zum Abschluss des Tages stand noch eine kleine Stadtrunde durch Rosenheim auf dem Programm, die ein klein wenig größer ausfiel, so dass die Jugendlichen relativ schnell in Ihre Schlafsäcke krochen.

Ausbildung, Lagerrallye & Nachtübung

Eine vermisste Person ist gefunden und muss zum Abtransport vorbereitet werden.

Trotz Sonntag war an lange ausschlafen nicht zu denken, denn um 08:30 Uhr starteten wir mit einem echt bayerischen Frühstück mit Weißwürsten, Senf und Brezen. Natürlich gab es auch das übliche Zeltlagerfrühstück mit Cornflakes, Käse, Wurst, Marmelade und frischen Brötchen. Gegen 10:00 Uhr startete dann die erste Ausbildungseinheit. So fanden  sich die Kinder im Thema Verletztenrettung sowie Transport von Personen und Erste Hilfe wieder. An der zweiten Station wurden nochmals alle Stiche & Bunde sowie der Spanngurt vertieft. Die dritte Station widmete sich dem Thema Beleuchtung und Strom, hierbei wurde der Powermoon in Betrieb genommen und die entsprechende Stromversorgung gelegt.
So verging der Vormittag und die Küchengruppe unter der Leitung von Renate Zipf und Jutta Kempf servierte das Mittagessen – für den heutigen Sonntag der traditionelle Sonntagsbraten mit Serviettenknödel und Rotkraut.
Auch den Nachmittag verbrachten wir mit Ausbildung – jedoch mit neuen Themen, so wurde unter der Leitung von Nico Kempf die richtige Vorgehensweise der Verkehrsabsicherung besprochen und anschließend praktisch ausgebildet. Bei MiZi (Michael Zipf) wurden die Geräte der Holz- und Metallbearbeitung vorgestellt. Auch hier galt es, das erlernte Wissen in die Tat umzusetzen und das Brennholz für das nächtliche Lagerfeuer vorzubereiten. Last but not least gingen die Betreuer noch auf das Themengebiet Absturzsicherung ein, hierbei wurde die unterschiedliche Ausstattung erklärt und so gleich praktisch vertieft.
Gestärkt durch einen kleinen Nachmittagskaffee konnte nun die Lagerrallye starten. An sechs Stationen stand vor allem Spiel und Spaß im Vordergrund. So mussten Gegenstände ertastet, unzählige Halbschläge gebunden und Ringe auf dem Eisstockstiel versenkt werden. Auch der Jugend-Swimmingpool wurde so gleich mit eingebunden und so musste die THW-Ente mit Hilfe der Kübelspritze auf die andere Poolseite „gespritzt“ werden. Wenig später stand der Pool im Mittelpunkt und darin unzählige Jugendliche, die sich gegenseitig nass spritzten und abkühlten.
Frisch geduscht ging es dann gleich zum Abendessen über, gefolgt von einer kleinen Pause, denn um 21:15 Uhr fand die erste Nachtübung statt. Bei einer Explosion im Kanalsystem wurden einige Arbeiter verschüttet. Hierzu wurden drei Gruppen des Technischen Hilfswerks gerufen um zum einen die Einsatzstelle auszuleuchten, eine Verletztenablage einzurichten und die Erkundung im teilzerstörten Kanalsystem durchzuführen. Schnell wurden die Einsatzaufträge verteilt und die Gruppen nahmen ihre Arbeit auf. Innerhalb kurzer Zeit stand die Beleuchtung und wenig später war auch die Verletztensammelstelle eingerichtet. Analog dazu drangen zwei Helfer in das Kanalsystem vor und fanden eine vermisste Person auf, die sogleich für den Abtransport vorbereitet wurde. Mit vereinten Kräften wurde der Patient auf die Bergeschleppe gehoben und durch das weitläufige System gezogen. Dort wurde dieser auf den Schleifkorb umgebettet und zur Verletztenablage mittels der 6-Mann-Methode transportiert. Zwischenzeitlich wurde ein weiterer Patient gefunden und auf dem gleichen Weg abtransportiert. Das Ende der Übung war eine wahre Punktladung – denn es begann wieder zu schütten. Den restlichen Abend verbrachten noch einige Jugendliche bei einer gemeinsamen UNO-Runde, denn das Lagerfeuer wollte bei diesem Regen nicht brennen.

Ausbildung, Schwimmbad & Lagerfeuer

Gemeinsam klappt der Schleuderbund dann doch noch.

Bereits am frühen morgen herrschte ein klein wenig Hektik bei den Betreuern, denn die Polizei hatte das Geländetor abgeschlossen und wir hatten dazu keinen Schlüssel. Doch davon bekamen die meisten Jugendlichen in Ihren Schlafsäcken nicht viel mit. Trotz dieser Unwegsamkeit standen die frischen Brötchen pünktlich auf dem Frühstückstisch und der Tag konnte planmäßig starten.
So stand als erstes die Einsatznachbesprechung der gestrigen Nachtübung an. Zuerst hatten hierbei die Gruppenführer und Teammitglieder das Wort. So wurde kurz auf die Aufgabenstellung sowie dem generellen Ablauf eingegangen. Die Betreuer stellten noch einige Potenziale vor, die evtl. in der nächsten Übung beachtet werden könnten, so z. B. eine bessere Versorgung des Patienten sowie ein schnellerer Aufbau des Powermoons. Danach startete die reguläre Ausbildung mit den Themen Tonnenstegbau, Gefahren an der Einsatzstelle und Atemschutz.
Beim Stegbau wurde zuerst der Schleuderbund aufgezeigt und anschließend angewandt. Die Tonnen, welche als Schwimmkörper dienen, wurden ebenfalls mit eingebunden. Auf diese Weise fertigte jede Gruppe einen sogenannten Tonnenleger, der zu einem späteren Zeitpunkt zu einem kompletten Steg zusammengefügt wird. Achim widmete sich mit seiner Gruppe dem kompletten Gefahrenschema des Thema. 5 A B C D 5 E waren nach dieser Ausbildungseinheit keine Fremdwörter mehr und fließen sicherlich in der nächsten Nachtübung mit ein. Zwar ist Atemschutz erst mit dem 18. Lebensjahr erlaubt, doch einen kleinen Einblick gab es schon in dieser Ausbildungseinheit. Neben der Funktionsweise eines Atemschutzgerätes wurde auch die richtige Vorgehensweise bei einem Atemschutzeinsatz besprochen.
Schon weit vor der Mittagspause zog der Duft des Gyros über den Lagerplatz, so dass das Mittagessen sehnsüchtig erwartet wurde. Für die „Warmduscher“ unter uns, denn auf dem Lagergelände gibt es nur Kaltwasser zum duschen, ging es in das Rosenheimer Freischwimmbad, wo gleich eine wilde Wasserschlacht rund um die Betreuer begann. Unterbrochen wurde diese nur durch eine kleinere Kaffeepause auf der Liegewiese. Zurück auf dem Lagergelände erwartete die ausgetobte Meute ein deftiges Abendessen – ganz fränkisch mit Hausmacher, Wurst, Gurken, Käse und Bauernbrot. Wenig später wurde der gemütliche Abend am Lagerfeuer eingeläutet, der bis spät in die Nacht andauerte.

Betriebsbesichtigung Kraftwerk, Ausbildung, Nachtübung

Die "Kanalratten" unter sich - der Materialfluss bei der Nachtübung erfolgte durch enge Röhrensysteme.

Aufgrund der Betriebsbesichtigung des Innkraftwerks Rosenheim startete der heutige vierte Jugendlagertag ein wenig früher. Pünktlich um 09:30 Uhr fanden wir uns am Innkraftwerk ein und wurden direkt in Empfang genommen. An einer Schautafel wurde uns zuerst die Aufbauweise des 1957 bis 1959 erbauten Kraftwerks (Inbetriebnahme 1960) gezeigt. Zuerst wurde hierbei das Stauwehr mit drei Schildern erbaut, bevor der Inn auf der rechten Seite mit Spundwänden abgetrennt und das Krafthaus errichtet wurde. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Laufkraftwerk, das hießt, es kann nur das Oberwasser zur Stromerzeugung genutzt werden, das der Inn liefert. Im Winter weniger, im Frühjahr oder nach starken Regenfällen kann somit mehr Wasser zur Stromgewinnung genutzt werden, wobei das überschüssige Wasser über die Wehre abgefahren wird.
Bei voller Auslastung erreichen die drei Kaplan-Turbinen mit ihren angeflanschten Schirmgeneratoren eine Nennleistung von zusammen 39.000 Kilowatt. Über einen Spiraleinlauf mit 12 Stützschaufeln und dem zylindrischen Leitapparat mit 24 Leitschaufeln wird das Wasser zum Laufrad und über einen gekrümmten Betonsaugschlauch ins Unterwasser geführt. So kann auch bei weniger Oberwasser eine optimale Laufleistung gewährleistet werden.
Bei unserem Rundgang standen wir auch auf dem Wehr und konnten den aufgestauten Inn und die mächtigen Wehrschilder begutachten. Zwei Portalkräne mit je 50 t Tragfähigkeit unterstützen die Mitarbeiter des VERBUND-Kraftwerks bei Revisionsarbeiten.
Welche Mengen an Treibgut der Inn mit sich führt, konnten wir auf dem großen Holzsammelplatz sehen, der von den Rechenreinigungsmaschine aus den Turbineneinläufen entfernt wird. Insgesamt werden auf diese Weise rund 4.000 t Treibgut, wie Holz, Plastikflaschen, aber auch gefährliche Güter, wie Fässer mit unbekannten Flüssigkeiten aus dem Inn gefischt und der weiteren Entsorgung / Aufbereitung zugeführt.
Nach dieser interessanten Besichtigung ging es zurück zum Ausbildungsgelände, wo wir uns wenig später in den nächsten Ausbildungseinheiten wieder fanden. So wurde der Tonnensteg in den Hammerbach eingeschwenkt und die weiteren Tonnenleger angebracht. Trotz der starken Strömung hielten die Stiche und Bunde recht gut und konnten einer Belastungsprobe unterzogen werden. Anschließend wurde der Steg wieder zurück gebaut und die Leinen zum trocknen aufgehängt. An der weiteren Station wurden verschiedene Rettungsmittel sowie deren Anwendungsweise den einzelnen Teams näher gebracht und anschließend vertieft. Die letzte Station beschäftigte sich mit dem Thema Funkgerätekunde. Neben den Problemen die dabei auftreten können wurde auch das richtige absetzen eines Funkspruchs eingeübt.
Unterbrochen wurde die Ausbildung nur durch das Mittagessen – Spaghetti mit Bolognese. Wer dachte, dass nach der Ausbildung Schluss sei, der hatte sich getäuscht, denn es ging gleich zu einer kleinen Wandertour rund um Rosenheim, so dass wenig später schon das Abendessen auf die Teilnehmer wartete.
Doch damit nicht genug – um 21:00 Uhr stand die nächste Nachtübung an. Dieses mal hatten die Betreuer andere Einsatzschwerpunkte gelegt und auch die neuen Ausbildungsthemen flossen direkt in diese Übung mit ein. Angenommen wurde eine zerstörte Straße, wobei die Einsatzkräfte nur durch ein Tunnel zur Einsatzstelle vordringen konnten. So musste das komplette Material durch diese Röhre geschafft werden, angefangen vom Powermoon bis zum einfachen Blatt Papier. Im weiteren Verlauf der Übung musste unter Atemschutz ein Patient durch ein Röhrensystem gerettet, die Einsatzstelle ausgeleuchtet und mehrere Hölzer abtransportiert werden. So hatten die Gruppenführer wieder jede Menge zu tun und auch die „Kanalratten“ waren mit dem Materialtransport durch die engen Röhren beschäftigt. Im Anschluss an die Nachtübung war der einzige Wunsch vieler Jugendliche nur noch eine kühle Dusche und das Bett.

Einsatznachbesprechung, Gerätesäuberung, Ausbildung & Badesee

Gemeinsam wurde eine Quellkade gelegt.

Am heutigen Mittwoch bekamen wir nach dem Frühstück Zuwachs von der Jugendgruppe aus dem Ortsverband Rosenheim. Nichts desto trotz wurde die gestrige Einsatzübung besprochen und weiteres Potential herausgestellt, so z. B. die genaue Bezeichnung von benötigten Geräten, bessere Kommunikation mit den Atemschutzgeräteträgern sowie eine schnellere Ausleuchtung der Einsatzstelle.
Im Anschluss an die Nachbesprechung wurde die Siegerehrung der Lagerrallye vorgenommen – als bestes Team schnitt die Mädelsgruppe mit Kim, Maren und Sina ab und sie erhielten dafür den Hauptpreis. Die nächste Stunde verbrachten wir damit, das eingesetzte Material von Schmutz und Schlamm zu reinigen – und das waren nicht wenige Gegenstände.
Bei der darauf folgenden Ausbildungseinheit, die mit der Rosenheimer Jugendgruppe durchgeführt wurde, fanden sich die Jugendlichen mit den Themen Hochwasserschutz, schiefe Ebene und Greifzug konfrontiert. So wurden zuerst einige Sandsäcke gefüllt und im weiteren Verlauf der Ausbildung zu einer Quellkade verbaut. Bei Achim wurde ein Patient über den Inn-Deich transportiert, wodurch eine schonende Rettung von Patienten ermöglicht wird. Die letzte Gruppe bewegte den MzKW mit Muskelkraft – unterstützt durch den Greifzug.
Den Höhepunkt auf dem Speiseplan des Jugendlagers servierte unser Küchenteam heute, so die Meinung zahlreicher Teilnehmer – denn es gab Schnitzel mit Kartoffelsalat.
Nach dem Mittagessen ging es nochmals mit der Ausbildung weiter, bevor es zum cirka fünf Kilometer entfernten Badesee ging. Hier konnten wir uns wieder bei unzähligen Wasserschlachten austoben - oder einfach eine Pause machen. Zu fortgeschrittener Stunde wurde noch eine kleine Nachtwanderung mit Stationen durchgeführt, bevor es zum gemütlichen Lagerfeuerabend überging.

Ausbildung, Lagerrallye II & Nachtübung

Der Patient wurde gefunden und wird sofort erstversorgt.

Nach dem Frühstück wurde die noch fehlende Ausbildungseinheit des gestrigen Tages fortgesetzt, so dass noch am Vormittag eine weitere Ausbildungseinheit mit den Themen Erste Hilfe, dem sog. „aufhebeln“ sowie Leiterhebel starten konnte. Die Ausbilder der ersten Hilfe gingen besonders auf das auffinden von Patienten sowie die richtige Wundversorgung ein. Bei der nächsten Station wurde eine Person auf einem Garagendach gefunden und musste mit Hilfe eines Leiterhebels vorsichtig abgelassen werden. Durch diese Rettungsmethode ist es möglich, einen Patienten sehr schonend und vor allem waagrecht aus Höhen abzulassen. Aufhebeln bedeutet nicht Türe aufbrechen, sondern einen Patienten mit Hilfe von Leiterteilen aus einer Tiefe zu retten. Hierzu werden die Leiterteile als Hebel genutzt. Auf diese Weise wird der Patient immer wieder ein Stückchen weiter heraus gehebelt.
Auch nach dem Mittagessen ging es mit der Ausbildung weiter, denn für heute Abend stand noch eine Nachtübung auf dem Programm. Den späten Nachmittag verbrachten wir mit einer weiteren Lagerrallye, dieses mal in den Innauen, also direkt gegenüber unseres Lagergeländes. Natürlich blieb hier kein Kleidungsstück trocken, den der Matsch spritzte bei den Spielen hoch empor. So wurde das Schwammweitwurfspiel, ein Fährspiel, Frisbee-Weitwurf, Flusssuchspiel oder das Schubkarren-Wassertransportspiel durchlaufen und die Teilnehmer waren mit vollem Eifer und viel Spaß dabei.
Zum Abendessen gab es „leckeres“ vom Grill mit unzähligen Salaten, so dass die Teller mehr als voll genommen und leer zurück gingen. Um 21:30 Uhr startete die angekündigte Nachtübung, dieses mal kamen auf die Gruppenführer Aufgaben wie Beleuchtung, Transport von Verletzten sowie Geländeerkundung zu. Leider stellte sich heraus, dass die Erkundung, welche zuerst in Auftrag gegeben wurde, nicht vollständig zu Ende geführt wurde. Hierdurch wurde der weitere Übungsverlauf massiv beeinträchtigt und der letzte Mimendarsteller erst kurz vor Ende der Übung im Gestrüpp gefunden. Die weiteren Patienten wurden mit Hilfe des Schleifkorbs sowie der schiefen Ebene gerettet.

Nachbesprechung, Ausbildung, OV-Besichtigung

Das macht Spass - eine Bootsfahrt auf dem Inn.

Der letzte Tag des Jugendlagers begann, wie üblich mit einem reichhaltigen Frühstück, doch wenig später fanden sich die Jugendlichen in der Einsatznachbesprechung wieder, die aufgrund der Vorkommnisse und den damit verbundenen Vierbesserungspotentialen etwas länger andauerte. So verlief die Erkundung anfangs strukturiert, wurde jedoch mit dem auffinden der ersten Person sofort abgebrochen und anschließend nur noch sporadisch durchgeführt. Auch im Bereich der Beleuchtung sowie dem Abtransport der Patienten wurden div. Fehler begannen, welche sich negativ auf den weiteren Übungsverlauf auswirkten.
Positiver verlief hingegen die Siegerehrung der Lagerrallye II – bzw. der Inn-Auenrallye. Dann ging es auch nochmals zu den Innauen, denn hier wurde das diesjährige Gruppenfoto aufgenommen – für das THW-Jugend Familienalbum. Die Zeit bis zum Mittagessen verbrachten wir mit einer kleinen Abschlussübung auf dem Gelände, bei denen die Gruppenführer von der Rosenheimer Jugendgruppe gestellt wurden. Schnell wurden vier Patienten gefunden und in kürzester Zeit gerettet. Doch auch bei dieser Übung gab es einen Helfer, der im Tunnel verunglückte und somit gerettet werden musste.  Bei der anschließenden Übungsnachbesprechung wurden nochmals kurz die Fehler besprochen und so ging es fließend zum Mitagessen – Sahnegeschnetzeltes mit Spätzle – über.
Den Nachmittag verbrachten wir mit dem aufräumen und säubern des Lager- sowie Übungsmaterials. Als weiteren Zeitvertreib bot die Rosenheimer Fachgruppe Wassergefahren mehrere Rundfahrten mit Ihren Finnjet auf dem Inn an, die gerne angenommen wurde. Ein wenig Abkühlung erhielten die Bootsfahrer von der Feuerwehr Rosenheim, die mit ihrem Wasserwerfer für eine feuchte Regenfront sorgte. Weiteres Highlight des Nachmittags war die Besichtigungstour der Ortsverbandsliegenschaften.
„Das ist aber eine große Unterkunft!“ - so die mehrfache Aussage der Teilnehmer – und es stimmte, im dem riesigen Gebäude einer ehem. Coca-Cola-Fabrik ist das eigentliche Unterkunftsgebäude untergebracht, so dass sogar die Jugendgruppe eine eigene Etage besitzt. Richtig viel zu sehen gab es jedoch auf dem Gelände der Bundespolizei, genauer in der dortigen Fahrzeughalle des Ortsverbandes. Kipper, Dia-Pumpe, mehrere Boote, Radlader und, und, und …
Bevor es zum Lagergelände zurück ging, nahmen wir noch eine kleine Erfrischung im Badeteich der Bundespolizei – da hätten wir es gerne noch ein wenig länger ausgehalten, doch auf dem Lagergelände warteten weitere Aufräumarbeiten auf uns. Ebenso wurde das Toilettenhäuschen durch unser „Clean-Team“ auf Hochglanz poliert. Nach dem Vesper ließen wir das Jugendlager ganz gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.

Abreise

Müde? Keine Spur, zumindest nicht auf diesem Foto.

Campleader Stefan hatte ein hartes Ziel vorgegeben: 08:00 Uhr Abfahrt vom Lagergelände in Richtung Heimat. Was anfangs unmöglich erschien konnte, dank der bereits geleisteten Vorarbeit eingehalten werden. Doch beginnen wir mit dem aufstehen – um 06:30 Uhr wurden die Teilnehmer unsanft aus ihren Betten geschmissen und sogleich begann das große Packen der persönlichen Ausrüstungsgegenstände.
Unterbrochen wurde die weitere Verladearbeit vom Frühstück, das trotz des engen Zeitfensters nicht ausfallen sollte. Doch wenig später wurde schon wieder geschleppt, gekehrt, gesäubert und verladen, so dass innerhalb kürzester Zeit nichts mehr auf das Jugendlager hindeutete.
Mit nur wenigen Minuten Verspätung setzten sich die ersten beiden Fahrzeuge in Richtung Heimat in Bewegung, während die Fiat-Mannschaft noch auf die Schlüsselübergabe wartete. Doch um 08:40 Uhr brach auch diese vom Gelände auf und die Aufholjagd begann. Heute hatten wir mehr als Glück, bei erträglichen Temperaturen und nur wenigen kleineren Staus kamen wir gut voran. Unterbrochen wurde die Heimfahrt von einer gemeinsamen Mittagspause auf einem Rastplatz. Anschließend löste sich der Verband auf und die Fahrzeuge fuhren getrennt weiter, wodurch der Stau bei der anschließenden Fahrzeugwäsche vermieden werden konnte.
Als erstes traf der Fiat in Miltenberg ein, wo bereits das notwendige Waschmaterial bereit gestellt war. Sogleich wurde das Fahrzeug ausgeladen und innen, wie auch außen gereinigt. Wenig später traf auch der Renault sowie der MzKW ein – mit diesen wurde ebenso verfahren und so war um kurz nach 16:00 Uhr nichts mehr vom Jugendlager 2014 zu sehen.

DANKE

An dieser Stelle möchten wir einfach einmal DANKE sagen! - Allem voran dem Ortsverband Rosenheim für die Bereitstellung des Übungsgeländes und der fürsorglichen Betreuung. Der Firma VERBUND für die Besichtigung des INN-Kraftwerks, unserem Küchen-Team Jutta und Renate sowie den vier Betreuern Achim, Michael, Nico und Stefan.

Fahren auf dem Wasser

Trotz der Hitze kam der Spass bei der Bootsausbildung nicht zu kurz.

Der letzte Ausbildungsnachmittag der THW-Jugendgruppe führte nochmal aufs Wasser, doch zum Leidwesen vieler Jugendlicher nicht mit Motorkraft, sondern mit Paddel und Muskelkraft – und das bei dieser Hitze. Doch Jugendbetreuer Nico Kempf hatte kein erbarmen und so wurden die zwei Schlauchboote startklar gemacht. Danach ging es mit vereinten Kräften und mehr oder weniger geraden Kurs in Richtung Mud, die weiter flussaufwärts befahren wurde, bis Grund unter dem Kiel vermeldet wurde. Besonders praktisch konnte hierbei das Tiefe loten eingesetzt werden, denn hierdurch wird festgestellt, wie tief das Wasser noch ist.
Anschließend verließ ein Team das Boot und schlug sich auf gewundenen Pfaden zum Wehr vor, das wenig später erreicht wurde. Hier konnten wurde kurz erklärt, wofür dieses Bauwerk zuständig ist und welche Funktion es ausübt, bevor es wieder zum Boot zurück ging. Die Heimfahrt gestaltete sich besser, zumal die beiden Bootsbesatzungen jetzt mit der Strömung paddelten. Zwischendurch tauschten die Bootsführer, Schlagleute und Anleger immer wieder durch, so dass am Ende jeder einmal das Kommando führen durfte. Als kleine Belohnung nach dieser Anstrengung gab es ein kühlendes Eis auf dem Hof der THW-Unterkunft. Anschließend wurden die beiden Boote gewaschen und ordentlich verstaut.