Aktivitäten im Ortsverband

Informieren Sie sich über unsere laufenden Aktionen und Ausbildungen. Durchstöbern Sie aber auch unsere "alten" Jahrgänge, hier findet sich viel informatives über unsere Entstehung und Einsätze. Erhalten Sie so einen kleinen Einblick in das Leben unseres Ortsverbandes.

2013

Aktion zum Großheubacher Ferien(s)pass

Der Groß- und Kleinheubacher Ferien(s)pass zog auch in diesem Jahr wieder viele kleine Gäste zu den Aktionen – so auch zur Aktion des Technischen Hilfswerk Miltenberg. Bereits nach kurzer Zeit waren die Plätze vollständig belegt und die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. So konnte Jugendbetreuer Stefan Wolf rund 26 Mädchen und Jungs im Großheubacher Luna Park begrüßen, wo bereits die Stationen aufgebaut waren. So ging es an der ersten Station rund um den Transport von verletzten Personen – doch nicht nur professionelles Material kam hierbei zum Einsatz, sondern die THW'ler zeigten auch, wie aus einfachen Mitteln, wie z. B. Jacken und Hölzern ein schnelle Behelfstrage entsteht. Anschließend konnten diese natürlich direkt ausprobiert werden und gemeinsam ging es so mit dem Patienten über Stock und Stein.
An der zweite Station war neben Muskelkraft auch ein wenig Grips gefragt, denn hier galt es einen kleineren Findling gute drei Meter zu verrücken. Nach mehreren erfolglosen Versuchen gab es auch hier ein paar Tipps und so konnte der Findling schnell mit Hilfe von zwei Brecheisen und vereinten Kräften angehoben und unterbaut werden. Der Transport erfolgte mit einfachen Mitteln – in diesem Fall mit einigen Rundhölzern, die wie bei den alten Ägyptern unter die Last geschoben wurden.
Last but not least – die dritte Station, bei der ein Behelfssteg erstellt werden musste. Hierbei wurde von den Teilnehmern ein Bockgestell mit Hilfe von Rundhölzern und Spanngurten erstellt, das gemeinsam im Bachbeet aufgestellt wurde. Auf diesem wurde noch die Laufplanke befestigt und anschließend ausgiebig getestet.
Nachdem alle Stationen durchlaufen waren, gab es noch ein kleines Erinnerungsstück, das jeder Teilnehmer selbst herstellen musste – den THW-Schlüsselanhänger.

Jugendlager Spitalöd, Weiden

Die Wochen vor dem Zeltlager waren gespickt mit jeder Menge Vorbereitung, die meist neben dem normalen Dienstbetrieb abgewickelt wurde. Den Donnerstag nutzten einige Teilnehmer um die Fahrzeuge mit dem notwendigen Material zu beladen – und das war nicht wenig, wie sich herausstellte.

Samstag, 03.08.2013 Anreise, Aufbau

Um 13:00 Uhr war es endlich soweit, die Teilnehmer für das diesjährige Jugendlager fanden sich nach und nach in der THW-Unterkunft ein und verluden das persönliche Gepäck auf den bereitstehenden Fahrzeugen. Netterweise bescherte uns der Wettergott 32°C und mit den hochmodernen THW-Fahrzeugen kamen die Fahrer ganz schön ins schwitzen. Die Fahrtroute führte die vier Fahrzeuge über Würzburg, Nürnberg ins 280 km entfernte Weiden in der Oberpfalz. So kamen wir mit einer kurzen Pause gegen 17:30 Uhr am Lagerplatz an, wo wir bereits vom Ortsbeauftragten Andreas Duschner freudig empfangen wurden. Nach einer kurzen Geländebegehung ging es direkt mit dem Aufbau der Zelte sowie dem einräumen des Küchenmaterials weiter. Nur kurze Zeit blieb den Teilnehmern um sich ein wenig einzuleben, denn dann wartete bereits die Küchenmannschaft mit dem Abendessen „Hamburger“ – die im Nu aufgegessen waren. Anschließend stellte Stefan das Programm des Jugendlagers vor und teilte die Dienste für's Geschirrspülen, Tischdienst etc. ein.

Nachdem es ein wenig abgekühlt hatte fanden sich alle Teilnehmer zur kurzen Wanderung um das Gelände ein. Das Gelände „Spitalöd“ ist ein ehemaliges Bundeswehrgelände, das mittlerweile vom THW genutzt wird, etwas abseits gelegen und in der Nähe eines großen, noch aktiven, Truppenübungsplatzes. So ging die Nachtwanderung entlang der Grenze zum Truppenübungsplatz bergaufwärts, wo sie unvermittelt in einen Waldweg einbog, der die Gruppe nach Emersricht führte, von wo aus wir eine tolle Rundsicht über Weiden mit allen Sehenswürdigkeiten hatten. Dekoriert wurde das ganze von unzähligen Wetterleuchten, die mittlerweile den Himmel erleuchteten. Anschließend kehrten wir wieder zurück zum Lagergelände, wo das Lagerfeuer entfacht wurde, bevor sich ein Großteil in die Kojen trollte.

Sonntag, 04.08.2013 – Ausbildung, Schätzlerb Gewitter

Irgendwie ist es einfach nur heiß – in der Nacht kühlte es nicht wirklich ab und zudem setzte ein leichter Regen ein, weshalb das gefühlte Wetter eine hohe Luftfeuchtigkeit aufwies. Kurzerhand wurde der heutige Tag ein wenig umgeplant – nach dem Frühstück begann der erste Ausbildungsblock. Dieser bestand aus den Themen Stiche & Bunde, Versorgung von Verletzten sowie Trageaufbinden und last but not least Beleuchtung mit Stromversorgung.

Unter der Leitung von Achim und Christina wurden das komplette Knotenarsenal der Bundesanstalt durchgenommen – denn vor jedem Essen steht natürlich der Essensknoten auf dem Programm, der hier auch gleich mit geübt wurde. Nachdem die Knoten soweit eingeübt waren, mussten diese auf dem Rücken oder mit verbundenen Augen ausgeführt werden. Die zweite Station stand unter der Führung von Katrin sowie Nico. Hier ging es um den Verletzten – sprich, wie geht man vor, wenn man einen Verletzten auffindet, wie werden Verbände richtig angelegt oder was ist bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beachten? Auch der Abtransport wurde mit Hilfe der Einheitskrankentrage ausgebildet. An der dritten Station wurde von Michael zuerst der Notstromerzeuger sowie dessen Funktionsweise erläutert, bevor die Teilnehmer gemeinsam die Beleuchtung mit Stativ und Abspannung aufbauten. Anschließend wurde der gesamte Aufbau einem Funktionstest unterzogen.

Gegen 13:00 Uhr fand die Ausbildung ein Ende und die Küchenmannschaft kredenzte einen kühlen Wurstsalat. Eigentlich wollten die Betreuer aufgrund der Hitze zum 10 km entfernten Schätzlerbad aufbrechen, doch am Sonntag wäre dies sicherlich kein Vergnügen geworden, da sicherlich alle ins kühle Nass wollten und das Schwimmbad einfach nur voll wäre – wie sich im Nachhinein zeigte die richtige Entscheidung.

Die Ausbildung bestand aus dem Transport von Verletzten Personen durch unwegsames Gelände, dem Umgang mit Absturzsicherung sowie Verkehrsabsicherung. Beim Transport wurden zuerst die unterschiedlichen Arten besprochen und anschließend im Gelände praktisch durchgeführt. Auch bei der Verkehrsabsicherung ging es gleich praktisch zur Sache – die Pylonen an den entsprechenden Stellen aufgebaut, die Verkehrszeichen entsprechend platziert und schon war das Fahrzeug abgesichert. Zu Beginn wurden an der dritten Station alle Gerätschaften der Absturzsicherung besprochen und sogleich angelegt, so z. B. der Rettungsgurt samt Sicherheitsseil, das Y-Teil, usw. Anschließend wurden am Übungsturm die einzelnen Geräte unter realistischen Bedingungen ausgebildet.

Doch was war das? Zuerst durchzuckte ein heller Blitz den Himmel, gefolgt von Donner. Gleichzeitig setzten Regen und starke Windböen ein. Nun war Eile angesagt, Betreuer wie auch Jugendliche rannten in Richtung Zelt um dies mit Sandsäcken zu beschweren und die Öffnungen abzudichten. Auch das Essenszelt wurde auf diese Weise gegen die Windböen gesichert. Der Spuk dauerte rund eine halbe Stunde, dann war alles vorüber – doch der Ortsverband Weiden war mit Stromerzeuger sowie einer Bergungsgruppe im Einsatz um umgestürzte Bäume zu entfernen und einen Netto Markt mit Strom zu versorgen. Auf dem Lagergelände hingegen wurde die Bekleidung trocken gelegt und der Kaffee vorbereitet, bevor es in die letzte Ausbildungseinheit überging.

Die restliche Zeit bis zum Abendessen verbrachten die Teilnehmer entweder beim Duschen im Ortsverband oder im Zelt um sich ein wenig auszuruhen. Gegen 19:30 Uhr stand das Abendessen in Form von einem leckeren Sonntagsbraten mit Serviettenknödeln bereit. Anschließend ging es für die nächsten Gruppen zur Duschfahrt in den nahegelegenen Ortsverband. Um 22:00 Uhr fanden sich die Jugendlichen wieder zur Nachtwanderung zusammen, die aufgrund eines Besuches im Klinikum Weiden ein wenig umdisponiert wurde. Aus diesem Grund wurden keine Stationen eingebaut und die Mitglieder der ehemaligen Basisausbildung hatten die Gruppenführung.

Montag, 06.08.2013 – Ausbildung, Schwimmbad, Nachtwanderung

Nach der zweiten Nacht ging es am frühen morgen bei weitem nicht mehr so turbulent zu, denn die ersten Schlafdefizite machten sich bemerkbar. Nichts desto trotz war das Frühstück um 08:30 Uhr angerichtet. Anschließend ging es bei angenehmen Temperaturen mit dem nächsten Ausbildungsblock der aus Atemschutz, Gefahren an der Einsatzstelle sowie Geländeerkundung bestand weiter. Bei Katrin erhielten die Teilnehmer einen ersten Einblick in den Bereich Atemschutz. Hierbei konnten nach der theoretischen Einführung mit Atemschutzregistrierung / -überwachung die ersten Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt werden. Achim besprach die Gefahren an der Einsatzstelle mit der Gruppe, wobei dies leider nur theoretisch durchgeführt werden konnte. Erst bei Chrisi sowie Stefan wurde es praktisch, denn hier galt es eine Lageerkundung durchzuführen. Ebenso wurde der Umgang mit der Presse besprochen, so zum Beispiel wie mit den Reportern zu verfahren ist und wer überhaupt Fotos von der Einsatzstelle machen darf. Zwischendurch wurden die Gruppen getauscht, bevor zum Mittagessen gerufen wurde – auch heute wieder „kalt“ mit Presssack und Brot. Auch das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite und so beschlossen die Betreuer ins rund zehn Kilometer entfernte Schätzlerbad zu fahren.

Dort konnten wir uns nach Herzenslust austoben, denn hier standen uns ein großer Badesee, ein Schwimmerbecken sowie ein Wellenbecken zur Verfügung. Doch Hauptziel waren natürlich die Betreuer, um die eine wilde Wasserschlacht entstand und man immer hörte, wo sich die Jugendgruppe gerade aufhielt. Zwischendurch gab es noch eine kleine Stärkung in Form von Kuchen, bevor es wieder ins kühle Nass ging. Auf der Heimfahrt ging es über eine Tankstelle zum Lagergelände, wo bereits das Küchenteam mit einem leckeren Abendessen - Gyros und Reis – auf uns wartete.

Zu später Stunde fand die erste Nachtübung statt. Nach der Gruppeneinteilung wurden die Gruppenführer durch Einsatzleiter Achim in die Einsatzstelle eingewiesen und die Lage entsprechend erkundet bzw. die Aufgaben verteilt. So musste zuerst eine funktionsfähige Beleuchtung aufgebaut werden, um die Stolperfallen im Gelände zu erkennen und die Einsatzstellen entsprechend auszuleuchten. Hierbei musste eine Gruppe den Trümmerschatten erkunden, wo mindestens eine verletzte Person vermutet wurde. Die zweite Gruppe hatte die Aufgabe, ein Röhrensystem zu durchsuchen, wobei hier erschwerend hinzu kam, dass ein Teil der Röhren mit Atemgifte belastet war, so dass schwerer Atemschutzeinsatz gefordert war. Ein Betreuer sagte vor der Übung „Die Jugendlichen machen sich das Leben selber schwer“ – tja, so war es dann auch. Aufgrund einer Aneinanderreihung von mehreren taktischen Fehlern verlief der weitere Übungsverlauf leider sehr schleppend, so wurde die auf dem Trümmerschatten gefundene Person erst nach rund 41 Minuten bei der Verletztensammelstelle eingeliefert. Auch im Bereich des Atemschutzeinsatzes mussten die eingesetzten Helfer mit einigen Schwierigkeiten kämpfen, so waren die Röhren zum Teil verschüttet und mussten erst beräumt werden. Die eingesetzten Atemschutzgeräteträger erlitten auch einen Unfall, nachdem die Einsatzzeit von rund 30 Minuten überschritten war – diese mussten zu allem Überfluss nun auch noch gerettet werden. Auf diese Weise zog sich der Einsatz in die Länge – so dass gegen 24:00 Uhr der Einsatz beendet werden konnte.

Dienstag, 06.08.2013 – Besichtigung Nachtmann Glas, Schwimmbad , Gewitter

Für heute stand die erste Betriebsbesichtigung auf dem bunt gemischten Programm – so konnten wir nach dem Frühstück die Firma Nachtmann Glas in Weiden besichtigen. Auf dem Firmengelände angekommen, wurden wir durch Dirk Wörner begrüßt, der uns durch den Produktionsprozess führte. Der Weg führte uns zuerst zum Gemengehaus, wo die einzelnen Rohstoffe, die für die Glasherstellung notwendig sind, zusammengestellt werden. Darunter zählen in erster Linie Quarzsand, Siliziumoxid, Soda, Kalk sowie weitere Zusatzstoffe, je nach Art und Festigkeit des Glases. Anschließend ging es zur elektrischen Schmelzwanne. Hier werden Gläser, Vasen und unzählige weitere Artikel aus dem flüssigen Glas gepresst. Hierzu wird in die Pressform ein „Klumpen“ glühendes Glas gefüllt, die dann von oben mit einem Stempel eingepresst werden, daher auch der Name. An der zweiten Produktionsstätte, werden die Glaserzeugnisse geblasen, das heißt das flüssige Glas wird in die Form geblasen, diese Produktionsart wird in erster Linie für Gläser eingesetzt, bei denen eine dünne Wandstärke benötigt wird. Bei Weingläsern zum Beispiel werden zuerst die Tulpen geblasen und im weiteren Prozess mit dem Stiel verbunden. Nach dem Schliff sowie erneuten anheizen des Mundrandes werden die Gläser abgekühlt und mit einem Etikett der Hausmarken Nachtmann, Riedel oder Spiegelau versehen, bevor sie einer genauen Qualitätskontrolle unterzogen werden. Abgesetzt wird das breite Portfolio in England, USA, Europa sowie in den anderen Kontinenten, wobei auch Private-Label-Produkte in Weiden produziert werden. Auch für Kundenwünsche nach einer speziellen Gravur oder gar Schliff (z. B. für Pokale) stehen entsprechende Produktionslinien bereit, wobei in der Regel an 365 Tagen im Jahr an den insgesamt acht Produktionslinien produziert wird, denn die Schmelzwannen müssen immer im Betrieb bleiben, damit das darin enthaltene Glas nicht erkaltet. In der Verpackung werden die Produkte, vom Aschenbecher über Sektgläser bis hin zu den hochwertigen und teuren Kristallkugeln verpackt und für den Versand vorbereitet. Das Verpackungsmaterial wird entsprechend dem Kundenwunsch entworfen und mit dessen Logo versehen. Zum Teil wird die Halbfertigware auch im rund 35 m hohen und 100 Meter langen Hochregallager zwischengelagert. Im Werkzeug- oder umgangssprachlich Formenbau werden die entsprechenden Formen aus Metall vorbereitet und wieder instandgesetzt, diese Abteilung wird zum Teil auch von Fremdfirmen unterstützt. Durch das breite Portfolio sind hier unzählige Formen vorhanden, die entsprechend für evtl. Neuanfertigungen aufbewahrt werden. Nach dieser sehr interessanten Besichtigung bedankten wir uns bei Herrn Wörner sowie seinen Kollegen mit einem dreifachen „Anker wirf“.

Vor dem Mittagessen fand die Einsatznachbesprechung der gestrigen Nachtübung statt, hier gab es viel zu berichten, leider nicht nur positives. Anschließend wartete das Küchenteam Renate sowie Wolfgang mit leckeren Spaghetti Bolognese auf die hungrigen Münder. Nach dem der Mittag mit einer enormen Hitze aufwartete beschlossen die Betreuer wieder das Schätzlerbad zu besuchen, wo sogleich die wilden Wasserschlachten des Vortages fortgesetzt wurden. So verbrachten wir den restlichen Nachmittag im kühlen Nass, doch pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt hörten wir die ersten Donnerschläge in der Ferne grollen. Also, nichts wie ab zurück zum Lagergelände. Es dauerte nicht lange und wir konnten das Jugendzelt erneut gegen die Sturmböen und den anschließenden peitschenden Regen absichern. Durch den heldenhaften Einsatz der Betreuer sowie einiger Jugendliche konnte das Essenspavillion wieder aus circa 1,95 Meter Höhe auf den Erdboden zurückgeholt werden, bevor es komplett durch den Wind abgetrieben wurde. Nachdem sich das Gewitter soweit ausgetobt hatte, gab es passend zum kühlen Wetter eine wärmende Gulaschsuppe, bevor es zur Nachtruhe überging.

Mittwoch, 07.08.2013 – Ausbildung, Besichtigung Luftrettung, Lagerrallye

Bergfest – die erste halbe Woche Jugendlager ist vorüber und so langsam aber sicher machte sich bei den Teilnehmern ein wenig Müdigkeit bemerkbar. Nichts desto trotz ging es nach dem Frühstück mit der Ausbildung weiter. Ein Teil der Ausbildung befasste sich mit dem Thema Bewegen von Lasten – hier wurde die Brechstange, Zahnstangenwinde sowie der Greifzug erläutert und auch praktisch ausprobiert. Der weitere Teil befasste sich mit dem Thema Transport von Patienten mit den unterschiedlichen Rettungsmitteln. Auch wurde erläutert, wie der Patient vom Boden auf die Trage / Schleifkorb schonend gehoben werden kann. Problematisch gestaltete sich der Transport durch kleine Spalten und verbaute Gebiete – hier war Teamarbeit gefragt. Natürlich wurden die Gruppen untereinander wieder getauscht, so dass alle Ausbildungsthemen durchlaufen wurden.

Nach dem Mittagessen fuhren wir zum Sportflugplatz Weiden, wo sich eine Station der Deutschen Luftrettung (DRF) befindet, die wir besichtigen durften. Leider befand sich die Crew im Einsatz, weshalb wir ein wenig Wartezeit in Kauf nehmen mussten. Gerade, als wir wieder aufbrechen wollten, entdeckten wir am Himmel den Helikopter und kurze Zeit später stand er dann tatsächlich vor uns auf dem Fluggelände. Nun konnten wir unsere Fragen loswerden, die fachgerecht beantwortet wurden. In erster Linie ging es dabei viel mehr um das Berufsbild des HEMS-Crew-Member (Rettungsassistenten). So ist der Christopher 80 in einem Radius von cirka 60 km unterwegs und wird in erster Linie für Primäreinsätze, Intensivtransportverlegungen zwischen den Kliniken sowie dem Transport von Ärzteteams und Material eingesetzt. Dabei ist die Crew an 365 Tagen vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang mit jew. einem Piloten, HEMS-Crew-Member sowie einem Notarzt besetzt. Disponiert wird der Helikopter durch die Integrierte Leitstelle Regensburg, bei der im übrigen auch der HEMS-Crew-Member Disponent ist, er übt sozusagen zwei Berufe gleichzeitig aus. Insgesamt werden pro Jahr cirka 1.100 Einsätze geflogen. Plötzlich piepte es wieder – der nächste Einsatz für die Crew stand an, so eilten wir aus der Halle und die Crew startete den Helikopter und hob ab, und wir durften in unmittelbarer Nähe dabei zuschauen – cool. Dann hieß es wieder ein klein wenig warten, bis die Mannschaft zur 2011 gebauten Station zurückkam. Beim Helikopter handelt es sich um den Eurocopter EC 135 p2+, so der Pilot, tja und dann piepte es erneut – der nächste Einsatz stand an der Tagesordnung. Leider kehrte die Crew nicht so schnell zurück, weshalb die Betreuer zur kleinen Aufmunterung eine Runde Eis spendierten. Nach gut 1 ¾ Stunden Wartezeit brachen wir schließlich die Besichtigung bedauerlicherweise ab, denn wir wollten noch die Lagerrallye durchführen.

So ging es entlang der Felder und Wälder zu Fuß zurück zum Lagergelände, wo bereits die Stationen aufgebaut waren. Um der Hitze ein klein wenig entgegen wirken zu können, waren viele Stationen mit Wasser in Verbindung gebracht worden. So stand das altbekannte Schwammwurfspiel, Schubkarrenwassertransport, Wassersacktransport aber auch Stiche & Bunde, ein Tastspiel, kegeln sowie ein lustiges Schlauchspiel auf der Tagesordnung. Es dauerte nicht lange und die Teams waren eifrig damit beschäftigt die einzelnen Aufgaben zu erledigen – mit sehr viel Spaß, so verfehlte der ein oder andere Schwamm nicht nur einmal das Ziel und erfrischte so die Teilnehmer. Direkt im Anschluss stand bereits das Abendessen auf dem Programm, gefolgt von einem kleinen Part Freizeit, der auch zum Duschen genutzt werden konnte.

Doch damit nicht genug, um 22:00 Uhr stand bereits die nächste Nachtübung an. Die eingesetzten Helfer mussten zu einer Hilfeleistung eilen, bei dem ein Verkehrsunfall im Vordergrund stand. An der Einsatzstelle trafen die Hilfskräfte auf eine sichtlich verstörte Person, die nicht Deutsch, sondern Englisch sprach. Nach einiger Übersetzungsarbeit stellte sich heraus, dass noch zwei weitere Personen vermisst werden. Während eine Gruppe mit dem Aufbau der Stromversorgung beschäftigt war, wurde bereits die zweite Gruppe aktiv und bildete eine Rettungskette um das weitläufige Areal abzusuchen, gleichzeitig wurde von der dritten Gruppe die englischsprachige Patientin mit Hilfe des Schleifkorbs gerettet. Erst auf erneutes Nachfragen der Betreuer wurde die erste Person unter dem verunfallten Fahrzeug gefunden und musste mit Hilfe der Zahnstangenwinde aus Ihrer misslichen Lage befreit werden. Unter dessen drang die Suchkette bis zum Übungsturm vor, der mit PSA – obwohl diese nicht unbedingt erforderlich war - bestiegen wurde. Hier wurde schließlich die weitere Person im Beobachtungsraum gefunden. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde unterbrachen die Betreuer an dieser Stelle die Nachtübung und die Teilnehmer konnten am Lagerfeuer noch ein wenig über das Verbesserungspotential aus dieser Übung debattieren.

Donnerstag, 08.08.2013 – Ausbildung, Besichtigung, Nachtwanderung

Eine Übung zieht in der Regel eine Nachbesprechung mit sich, so auch dieses Mal. Nach dem Frühstück wurde zuerst von jedem Teilnehmer ein kleiner Pressebericht über die gestrige Übung abgefasst, bevor das Verbesserungspotential besprochen und ausgiebig diskutiert wurde. Insbesondere wurden die übervorsichtige Vorgehensweise am Übungsturm sowie die zögerliche Inbetriebnahme der Stromversorgung angesprochen, wobei einige Negativpunkte aus der vorangegangen Übung mittlerweile beachtet wurden und sich so ein erster Lernerfolg einstellt. Im weiteren Verlauf des Vormittags wurde in zwei Gruppen die Ausbildung angegangen, so musste die vermisste Person aus der Nachtübung mit vereinten Kräften vom Übungsturm heruntergetragen werden, während die zweite Gruppe das Thema Suchkette genauer ausbildete.

Bereits um 12:00 Uhr lockte der Duft von Tortellini mit Sahnesoße die Gruppe zum Mittagessen, denn zwei Stunden später sah der Zeitplan bereits die Betriebsbesichtigung bei der Firma Polytec Composites Weiden GmbH vor. Pünktlich wurden wir dort von Herrn Götz in Empfang genommen und in einer kleinen theoretischen Begrüßung durch die Firmengeschichte geführt. So entstand das Werk mit heute rund 220 Mitarbeitern und 40 Millionen Umsatz aus einem ehemaligen Glasverarbeitungsbetrieb, der sich neu orientierte und seitdem am Standort Weiden die unterschiedlichsten Produkte aus duroplastischem Harz mit Faserverstärkung herstellte. So wurden zu Beginn der Produktion unter anderem Surfbretter, Stromkästen oder gar Blumenkästen hergestellt, bis sich nach und nach eine Spezialisierung auf die Automobilbranche und hier insbesondere die Nutzfahrzeugsparte herauskristallisierte. So liefert Polytec Composites zusammen mit dem Partnerwerk in Chodová Planá (Polen) zum Beispiel die Frontklappen für MAN-LKW’s, Ölwannen für Daimler Nutzfahrzeuge, aber auch Zubehörteile wie Heckspoiler / Verblendungen für BMW, Porsche, VW sowie SAAB. Insgesamt stehen für diese Produktion am Standort Weiden aktuell 18 SMC Pressen, 13 CNC Fräsmaschinen sowie zwei Klebelinien zur Verfügung – die wir im Anschluss an die theoretischen Einführung besichtigen durften. So konnten wir die größte Presse mit rund 4.000 t Druckkraft in Aktion sehen. Durch den Pressvorgang und der gleichzeitigen Erhitzung des Rohstoffes auf cirka 150 °C verflüssigt sich der Rohstoff und nimmt die Form der entsprechenden Teile an. Sofern notwendig wird direkt in diesem Verfahren ein Farbauftrag vollzogen, denn normalerweise ist der Rohstoff weiß. Nach Abschluss des Pressvorgangs werden die Rohlinge ausgeworfen und nachbearbeitet, hierbei werden insbesondere die Kanten gebrochen. Nach einer abschließenden Sichtkontrolle verlassen diese Teile das Werk und werden direkt zum entsprechenden Produktionsstandort der Automobilindustrie geliefert – in der Regel just in time, weshalb Probleme bei der Herstellung ggf. auch einen Stillstand bei der Automobilproduktion bedeuten. Mit Hilfe von CNC-Fräsmaschinen werden einzelne Durchbrüche sowie Bohrungen vorgenommen, in denen später die Anbauteile fixiert werden. An einer Klebemaschine durften wir die Produktion von Kofferraumdeckeln erleben – in diesem Arbeitsschritt wird die Oberschale mit der Unterschale sowie weiteren Zubehörteilen verklebt. Immer wieder hatten die interessierten Teilnehmer die Möglichkeit Fragen über das Unternehmen sowie den Herstellungsprozess los zu werden, die von Herrn Götz fachkundig beantwortet wurden.

Nach gut 2 ½ Stunden neigte sich die Betriebsbesichtigung dem Ende und die Gruppe fuhr zum Lagergelände zurück, wo bereits ein wenig Arbeit auf diese wartete – das Zelt der männlichen Jugend wurde aufgrund der Wettervorhersage abgeschlagen. Hierzu wurde ein Teil des Fahrzeugunterstandes leergeräumt und die Feldbetten samt Gepäck kurzerhand dorthin verlagert. Nun konnte das Zelt abgeschlagen, gesäubert und zum Großteil wieder verpackt werden – just in time, denn pünktlich als die Zeltplane in der Halle zum austrocknen untergebracht war, begann es kurzzeitig zu tröpfeln. Zum verschnaufen blieb wieder keine Zeit, denn das Abendessen – Leckereien vom Grill mit Salaten stand bereit. Erst im Anschluss blieb ein wenig Zeit zum ausruhen oder duschen, bevor es zur Nachtwanderung los ging. Hierbei standen einige pädagogische Spiele an den einzelnen Stationen bereit, die von den Teams erfüllt werden mussten. Erst spät fanden sich die Gruppen wieder am Lagergelände bzw. Lagerfeuer ein.

Freitag, 09.08.2013 – Einsatzübung, Thermenbesuch

Dass Betreuer gemein sind ist allgegenwertig bekannt, doch nach der Nachtwanderung am gestrigen Abend setzten diese noch eine unangekündigte Einsatzübung oben drauf – damit hatte niemand gerechnet! Um 03:30 Uhr stürmten die Betreuer in die Schlafstätte der Jugendgruppe und weckten alle auf. Verstört wurde schnell der Junghelferanzug angezogen und die Teams vor der Halle zusammengestellt. In der Großschadenslage fanden die Einsatzkräfte eine betrunkene Person vor, die ständig erbrach und fachgerecht aus ihrer misslichen Lage befreit werden musste. Während sich eine Gruppe um die Ausleuchtung des Einsatzabschnittes kümmerte, war die zweite Gruppe damit beschäftigt, schwere Betonteile vor dem Zugang zu einem Tunnelsystem zu entfernen. Hierzu wurde die Brechstange sowie Zahnstangenwinde eingesetzt. Im weiteren Einsatzverlauf wurde unter schwerem Atemschutz das Tunnelsystem erkundet und eine Person gerettet. Unter dessen waren die weiteren Einsatzkräfte damit beschäftigt, das Gelände nach einer weiteren Person zu durchsuchen, die letztendlich auf einem drei Meter großen Rohr gefunden wurde. Unter Einsatz der schiefen Ebene konnte auch diese fachgerecht gerettet werden. Es dämmerte schon, als die Einsatzübung erfolgreich beendet werden konnte und sich die Junghelfer nochmals in Ihre Schlafsäcke verkriechen konnten.

So ging der Freitag auch etwas gemütlicher los – erst gegen 10:00 Uhr war das Frühstücksbuffet gerichtet. Anschließend wurde die Zeltplane gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Regenguss zusammengefaltet, bevor es mit der Einsatznachbesprechung weiter ging. Bei dieser Einsatzübung wurden mehr fachliche Fehler begangen, weniger taktische Fehler, so wurde bemängelt, dass die Beleuchtung zu spät in Betrieb genommen wurde oder die Erkundung bei der Einsatzstelle Bewegen von Lasten zu oberflächlich durchgeführt wurde. Auch die Suchkette zeigte „Verbesserungspotenzial“ auf, da die Huck´sche Regel der Erkundung „Drunter – Drüber – Drumherum“ nicht beachtet wurde, ebenso wie der Leitsatz „Melden macht frei und belastet andere“.

Nach Abschluss der Einsatznachbesprechung ging es zum Thema Karte und Kompass über, hierbei mussten die Koordinaten zu bestimmten Punkten herausgefunden werden, bevor dieses Wissen in einer kleinen praktischen Übung angewendet werden konnte – netterweise öffnete der Himmel dazu seine Schleusen und die Teilnehmer waren nach kurzer Zeit durchnässt bis auf die Haut. Das heutige Mittagessen bestand aus Resten der vergangenen Zeltlagerwoche. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in der Weidener Thermenwelt – die mit einem Whirlpool, Sprungbecken, Schwimmerbecken, Kinderbecken sowie einer langen Wasserrutsche aufwartete. So konnten die Teilnehmer die Seele ein wenig baumeln lassen und sich im Wellnessbereich verwöhnen. Kaum am Lagergelände zurück wartete bereits die Küchengruppe mit Sahnegeschnetzeltem und Spätzle auf uns. Nachdem einige Ausrüstungsteile zurückgebaut waren, ging es zum gemütlichen Teil über, entweder am Lagerfeuer oder unter dem Essenspavillion.

Samstag, 10.08.2013 – Heimreise

Zur Heimreise klingelte der Wecker bereits gegen 07:00 Uhr, so blieb den Teilnehmern noch genügend Zeit ihr persönliches Gepäck zusammenzusuchen und das Feldbett soweit zu reinigen. Nach dem Frühstück wurden mehrere Teams gebildet, um das komplette Material zügig auf die Fahrzeuge zu verladen. So wurden die Feldbetten zusammengefaltet und die Halle gekehrt. Gleichzeitig kümmerte sich ein Team um den Abbau des Essenspavillions sowie Biergarnituren. Ebenso wurde das Ausbildungs- wie auch Küchenmaterial sowie das persönliche Gepäck in Windeseile verladen. Durch die sehr gute Zusammenarbeit der Teams stand der Konvoi bereits um 09:00 Uhr zur Abfahrt bereit.

Nur wenige Minuten nach der Abfahrt schliefen bereits ein Großteil der Teilnehmer und so verging die Fahrt in die Heimat wie im Fluge, die nur von einer kurzzeitigen Pause unterbrochen wurde. Kaum rollte das erste Fahrzeug auf den Hof der Miltenberger Unterkunft, ging es bereits an das reinigen der Fahrzeuge sowie dem verräumen des umfangreichen Materials. Auch hier halfen alle zusammen, wobei die Betreuer Materialströme entsprechend koordinierten, so dass wenig Wegstrecken zurückgelegt werden mussten. Nach Abschluss der Fahrzeugreinigung ging es für diese noch zur Tankstelle, bevor sie in der Fahrzeughalle geparkt werden konnten. Währenddessen konnten die Teilnehmer bereits ihre Eltern anrufen, um abgeholt zu werden.

THW Miltenberg stellt Helfer bei der Ausbildung Satellitenkommunikation in Luxemburg

Satellitenkommunikation - auch im Einsatzfall kann diese Technik für das THW interessant werden.

Am 23.07.2013 fand in Luxemburg bei der Société Européenne des Satellites eine Ausbildung zum Thema Satellitenkommunikation statt. Diese Ausbildung wurde vom luxemburgischen Zivil- und Katastrophenschutz und der dort gegründeten Abteilung für Satellitenkommunikation – emergeny.lu gehalten. Durch die geringe Teilnehmerzahl von nur 7 Personen konnte auch an einem Tag umfangreiches Wissen über die 2 verschiedenen Systeme verbreitet werden.
Die Hauptunterschiede der 2 Systeme bestehen in der Anwendung. So ist das System NoSaCo Rapid in 5 linienflugtauglichen Flightcases untergebracht und kann somit auch ohne spezielle Transportkapazitäten befördert werden. Das Rapid System dient lediglich dem Ersteinsatz und sollte nicht für längerfristige Missionen verwendet werden.
Das zweite System, NoSaCo Regular ist größer und wird für längere Einsätze am gleichen Standort verwendet. Bedingt durch die Größe ist hierbei die Auswahl der richtigen Transportkapazitäten erforderlich.
In der Ausbildung wurden sowohl theoretische Grundlagen und vermehrt die praktische Anwendung vermittelt. Besonderer Wert wird hierbei auf den Aufbau und sicheren Betrieb der hochempfindlichen sowie teuren Kommunikationssysteme gelegt.
Als Lehrgangleiter fungierte Gilles Hoffmann (Direction de la Coopération au développement - Ministère des Affaires étrangères), der durch zwei weitere emergency.lu Mitarbeiter unterstützt wurde. Vom Ortsverband Miltenberg nahm Andreas Plötz in seiner Funktion als THW-Experte „ICT-Admin“ teil.

Nach Auffahrunfall – junge Frau kracht mit Pkw in leerstehendes Haus – Fahrzeug steckt in Hausmauer

Auf dem Foto steckt der Golf noch in der Hauswand, die später durch Einsatzkräfte des THW abgestützt wurde.

Am Samstagnachmittag krachte eine 23-Jährige nach einem Auffahrunfall mit ihrem Golf in ein leerstehendes Wohnhaus. Da zwei Stützbalken des älteren Hauses stark beschädigt wurden, musste das Gebäude durch das THW abgestützt werden. Bei dem Verkehrsunfall wurden die junge Frau und der Fahrer des anderen Fahrzeugs glücklicherweise nur leicht verletzt. Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht genau fest.

Eine 23-Jährige aus dem Landkreis Roth befuhr gegen 16:00 Uhr die Ortsdurchfahrt Schneeberg aus Richtung Amorbach kommend. In der Hauptstraße übersah sie einen BMW, der am rechten Fahrbahnrand stand. In dem BMW saß zu diesem Zeitpunkt ein 44-jähriger US-Amerikaner. Die Junge Frau fuhr ungebremst auf den BMW auf und wurde nach rechts von der Fahrbahn abgewiesen. Danach krachte der Golf der jungen Frau in die Außenmauer eines älteren, unbewohnten Wohnhauses. Das Fahrzeug blieb in der Mauer stecken.

Bei dem Verkehrsunfall wurde der BMW-Fahrer nur leicht verletzt. Die 23-Jährige erlitt diverse Prellungen und stand nach dem Unfall unter Schock. Die Fahrzeuge der beiden Unfallbeteiligten haben nach dem Verkehrsunfall nur noch Schrottwert. Den Schaden an dem Haus schätzt die Polizei auf etwa 20.000 Euro.

Die Fassade des Hauses wird momentan durch das THW aus Miltenberg abgestützt. Ob für das Haus Einsturzgefahr besteht, muss durch einen Gutachter geklärt werden. Während der Unfallaufnahme und für die Dauer der Absicherungsarbeiten musste die Ortsdurchfahrt halbseitig gesperrt werden.

(Quelle: Polizei Unterfranken; http://www.polizei.bayern.de)

60-Jahre THW Miltenberg

Helferfest mit Ehrungen für langjährige Helfer

Das THW ist so etwas wie ein Multi-Talent – THW heißt, weit über die Grenzen unserer Region und der Bundesrepublik Deutschland bekannt zu sein, als einen Garanten für technische und humanitäre Hilfe. Eine Hilfsorganisation, welche vor allem durch innovative Techniken und ein Höchstmaß an Know-how besticht und beeindruckt – daher sagt man, das THW ist »HEUTE« eine der modernste Hilfsorganisationen schlechthin.
Das THW Miltenberg ist einer von 665 Ortsverbänden innerhalb des Konstrukts »Bundesanstalt THW« und feiern heuer 2013 sein 60-jähriges Bestehen. Der Ursprung des THW’s geht zurück auf die »Technische Nothilfe«, auf deren Basis durch den Errichtungserlass 1953 des Bundesinnenministeriums die Bundesanstalt THW gegründet wurde – so Ortsbeauftragter Michael Wasserer in seiner Eröffnungs-laudatio.

Der Weg ist das Ziel! – aus bescheidenen Anfängen wuchs einsatzstarke THW-Truppe

Mit 10 Bindeleinen und 10 Arbeitsleinen fing alles an! Noch im selben Jahr wurde der Ortsverband in Miltenberg gegründet von einer Hand Idealisten, die sich für die Hilfe am Nächsten einsetzten.
In den ersten Jahren wurden die wenigen Hilfsmittel, die für eventuelle Einsätze benötigt wurden – Wasserer erinnerte mit Blick auf die Chronik des Ortsverbandes, der Schriftführer von damals schrieb: »Die Geräte der Gründungszeit waren, mehrere Schaufeln, Spaten, eine Spitzhacke, zehn Bindeleinen und Arbeitsschürzen, zwei Leitern, eine Schubkarre und Hacken«.
Trotz der anfänglichen Mangelwirtschaft, hat sich das THW Miltenberg im Laufe der Jahrzehnte zu einer sehr gut ausgestatteten Hilfsorganisation entwickelt, welche einen wichtigen Pfeiler im Zivil- und Katastrophenschutz und darüber hinaus, der örtlichen Gefahrenabwehr, im Einsatzfall im Landkreis darstellt, so das Resümee.

Von der Vergangenheit zu HEUTE
Ortsbeauftragter Michael Wasserer konnte in der THW Unterkunft insbesondere den Bürgermeister von Miltenberg Herrn Joachim Bieber, sowie zahlreiche weitere Ehrengäste begrüßen. Zu Beginn der Veranstaltung dankte Ortsbeauftragter Wasserer in aller Deutlichkeit den Gründerväter des Ortsverbandes für Ihre Weitsicht und meinte: »Wenn sie die Hilfsorganisation »HEUTE« kennen und erleben könnten, sie wären stolz«.
Weiter galt sein Dank den Ortsbeauftragten, welche den Weg bereitenden zu dem was das THW »HEUTE« ist, im speziellen gebührte der Dank Herrn Georg Schick, welcher 30-ig Jahre den Ortsverband leitete und lenke, sowie Herrn Ruthard Zipf, dieser Mitte der 90er Jahre den Umbau des THW’s zu einer modularen Einheit begleitet und umsetzte.
Der besondere Dank gilt darüber hinaus besonders der Mannschaft des Ortsver-bandes für das erbrachte Engagement, sowie deren Familien und Angehörigen, welche den Helfer oder die Helferin ihre Zeit im THW verbringen lassen.
Wasserer fuhr weiter fort – »HEUTE« befindest sich das THW aktuelle wieder in einem Umbruchprozess. Denn trotz aller Erfolge, der nötigen Akzeptanz im Bevölkerungsschutz und im allgemeinen Bewusstsein der Bevölkerung kann auch das THW, wie auch der Ortsverband Miltenberg, nicht über die Tatsache hinweg sehen, dass Mitglieder ausbleiben, die sich einbringen für die „Hilfe am Nächsten“.
Das Engagement in einer Hilfsorganisation war zur keiner Zeit eine Selbstverständlichkeit, aber durch das Aussetzen der Wehrpflicht wurde eine wesentliche tragende Säule ohne vorheriges Abwägen der Konsequenzen gekappt.
Daher steht das THW »HEUTE« im Wettbewerb, im Kampf um Nachwuchs. Weiter wird ein großes Augenmerk in Zukunft sein, die schon gewonnenen Mitglieder mehr an das THW zu binden. Erste Schritte wurden für beide Sachverhalte schon unternommen – so Wasserer.
In seinVon der Vergangenheit zu HEUTEen Ausführungen berichtete Wasserer weiter, Strom ist ein wichtiger und mitunter wesentlicher Bestandteil in unserem modernen Leben und unserer hochtechnologischen Zeit »Ohne Strom läuft nach wenigen Stunden nichts mehr«. Daher beschafft der Förderverein ein Stromerzeuger, um die Eigenversorgung im Einsatz, sowie dem breiteren Aufgabenspektrum gerecht zu werden – hier kann die Bundesanstalt nicht unterstützen.

Ehrungen vorgenommen
Auch Ehrungen langjährig verdienter Mitglieder standen auf dem Programm, des diesjährigen Helferfestest. Wasserer verlieh die Jahresurkunden »Im Dienste der Humanität der Bundesanstalt THW« für 10 Jahre an Ina Schallenberger, Martin Hock, Stefan Wolf und Frank Laske.
Für 30 Jahre Mitgliedschaft im Helferverein zeichnete Vorsitzender Ruthard Zipf nachstehende Personen aus: Peter Fuchs, Helmut Kleinbongard,  Martin Oettinger,  Dieter Smyrek, Horst Weisse, Hermann-Josef Eck, Heinz Edelmann, Firma Johann & Eck, Michaela Klockmann und Andrea Müller-Giegerich. Für 25-ig Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Hubert Volk, Stefan Klier, Udo Ursprung, Rüdiger Klug, Uwe Ballweg, Arno Deuchert, André Grimmbacher und Thomas Harz.
Bürgermeister Joachim Bieber gratulierte zur Ehrung und dankte allen Helferinnen und Helfern für ihre Leistungen und ihr Engagement in der letzteren Vergangenheit – und übergaben eine Geldspende.

Jetfloat-EGS-Steg

Auf den Jetfloat-Elementen wird das EGS-System installiert.

Den Samstag morgen nutzten die Miltenberger THW-Helferinnen und THW-Helfern um gemeinsam mit den Reservehelfern eine Ausbildungseinheit „EGS-Steg in Verbindung mit Jetfloat“ zu durchlaufen. Hierzu wurde der Surfersee in Freudenberg angefahren und sofort ging es an den Aufbau der Jetfloatleger, die als Schwimmkörper für den Steg genutzt werden. Gleichzeitig erfolgte der Aufbau der EGS-Rahmen, die im weiteren Verlauf auf die Jetfloatleger gesetzt wurden. Nach und nach erfolgte so der Vorbau auf dem Wasser, so dass innerhalb kürzester Zeit ein 33 Meter langer Steg entstand. Natürlich wurde dieser einer Belastungsprobe unterzogen – die prompt standhielt.

Einsatzübung auf dem Wasser

Der Patient wird vorsichtig in das Boot gehoben.

Den letzten Ausbildungsnachmittag auf dem Wasser nutzte die Jugendgruppe für eine kleine Einsatzübung, die aufgrund der Hitze ein wenig kleiner ausfiel. So wurden die beiden Jugendboote zu Wasser gelassen und mit den Außenbordmotoren ausgerüstet. Anschließend ging es zuerst mainaufwärts, wo sogleich die ersten Manöver durchgeführt wurden.
Dann stand auch schon die erste Einsatzübung auf dem Programm – eine Person musste aus dem Main gerettet werden, was sich als nicht so einfaches Unterfangen unterwies, denn die Holzpuppe die im Main trieb hatte 80 kg Gewicht und musste mit vereinten Kräften aus dem Main gezogen werden. Hierzu erfolgte das Mann-über-Bord Manöver, was heißt, sofort den Motor in Leerlauf schalten und anschließend die Person von Unterstrom langsam ansteuern. Sobald die Person in erreichbarer Nähe ist, wird diese über die Bootslängsseite vorsichtig hereingezogen. Bei der geringen Freibordhöhe der Schlauchboote ist dies noch möglich, hingegen bei den Pontons nur noch mit hohem Kraftaufwand.
Nachdem die erste Einsatzaufgabe erfolgreich abgeschlossen war, stand bereits die nächste an. Hierbei musste eine verletzte Person vom linken Mainufer zum rechten Mainufer transportiert werden. Erschwerend kam hinzu, dass diese im liegen transportiert werden musste. Gemeinsam wurde der Patient auf die Trage gehoben und gesichert, denn es ging durch unwegsames Gelände zum Boot. Bevor der Patient mit der Sechs-Mann Methode auf das Boot gehoben werden konnte, wurde die Transportsicherung entfernt und eine Rettungsweste angelegt. Auf der rechten Mainseite angekommen wurde der Patient an den Rettungsdienst übergeben.
Anschließend wurden noch einige Manöver auf dem Main durchgeführt, bevor es an das große aufräumen der Ausstattung ging.

Übung: Wir sind THW

Monatelange Vorbereitung investierte der Ortsverband Marktheidenfeld in die diesjährige GFB-Übung „Wir sind THW!“. Trotz der Hochwasserkatastrophe, die auch bei den Vorbereitungen zur GFB-Übung zu spüren waren, wurde die Veranstaltung für alle teilnehmenden Einheiten zum vollen Erfolg. Bei herrlichstem Sommerwetter konnte Fritz Engelke die Schiedsrichter sowie die ersten Einheiten am Freitag, 12.07.2013 auf dem Festplatz in Marktheidenfeld begrüßen. Kurze Zeit später fanden bereits die ersten Einweisungen für die Schiedsrichter sowie Zugführer in die einzelnen Übungsaufgaben statt.

Nach einer gemeinsamen Übernachtung und einem reichhaltigem Frühstück wurde es am Samstag morgen für die rund 100 eingesetzten Helferinnen und Helfer aus dem kompletten Geschäftsführerbereich Karlstadt ernst. Zumeist mit drei Einheiten, bestehend aus Zugtrupps sowie der ersten Bergungsgruppe incl. dem entsprechenden Fahrzeugen wurden die drei Untereinsatzabschnitte angefahren. Dort angekommen erhielt der leitende Zugführer die entsprechenden Einsatzaufgaben dieses Einsatzabschnittes erläutert.

Die Aufgaben umfassten zahlreiche Facetten der Arbeiten des Technischen Hilfswerks. So musste eine Quellkade aus rund 1000 Sandsäcken erbaut werden, zwei Arbeiter unter schwerem Atemschutz aus einem unwegsamen Kellergewölbe gerettet sowie eine Löschwasserversorgung für einen Firmenbrand sichergestellt werden. In einem weiteren Einsatzabschnitt mussten schwere Lasten mittels Greifzug bzw. Fahrzeugseilwinde bewegt, zwei vermisste Personen gesucht und aus dem weitläufigen Firmenareal gerettet oder eine eingeschlossene Person mittels Mauerdurchbruch gerettet werden. Auch der dritte Einsatzabschnitt hatte es in sich, denn hier musste unter anderem eine Gebäudeabstützung aus dem Einsatzgerüstsystem sowie ein Steg erstellt werden.

Hauptaugenmerk der Schiedsrichter waren die Arbeiten des Zugtrupps, der die entsprechenden Einsatzkräfte in den Einsatzabschnitte koordinierte und einteilte. Auch die Kommunikation unter den eingesetzten Einheiten floss in die Bewertung der Schiedsrichter mit ein. Durch ein ausgeklügeltes System wurden die Einheiten während der Übung immer wieder durch getauscht, so dass sich die Führungskräfte immer wieder neu zusammenfinden mussten.

Erst am späten Nachmittag konnten die Hauptverantwortlichen Fritz Engelke sowie Dietmar Weierich (beide OV Marktheidenfeld) ihr anfängliches Bangen beiseite legen und auf eine für alle teilnehmenden Einheiten erfolgreiche Übung zurückblicken. Es wurde gezeigt, dass die Zugtrupps, aber auch Bergungsgruppen, ihre Aufgaben beherrschen und für den Ernstfall gerüstet sind.

Ausbildung: Fahren auf dem Wasser

Im Takt wurde wieer zurück zur Unterkunft gepaddelt.

Endlich! - Fahren auf dem Wasser! Durch das Hochwasser, GFB-Jugendlager sowie den Familientag war der Jugendausbildungsplan ein wenig durcheinander gekommen, heute spielte erfreulicherweise auch noch das Wetter mit und so ging es zum ersten Mal in diesem Ausbildungsjahr aufs Wasser. Ausgerüstet mit Rettungsweste, Paddel, Schlauchboot, Trage und jede Menge Seile wurden zuerst die Grundkenntnisse, dieses Mal jedoch praktisch wiederholt. Auch die unterschiedlichen Manöver konnten auf der Fahrt zur Mud ein wenig aufgefrischt werden – so z. B. Wende über Steuerbord / Backbord, Stopfen, An-Paddeln, um nur einige zu nennen. An der Mudmündung angekommen ging es dort weiter stromaufwärts in Richtung Breitendiel. Um nicht die ganze Zeit herumpaddeln zu müssen, hatten sich die beiden Betreuer Marco Schlackl sowie Nico Kempf eine kleine Übung ausgedacht. Die Aufgabenstellung bestand darin, eine feste Mudquerung zu schaffen, da mehrere Verletzte vom rechten auf das linke Ufer gebracht werden mussten. Hierzu wurde ein Seil quer über die Mud gespannt, an welchem sich die Bootsbesatzung und somit auch der Patient, der auf einer Einheitskrankentrage zuerst ins Boot geschafft wurde, sich entlang hangeln können. Dies spart im Einsatzfall Personal und vor allem Kraft.
Nachdem die Aufgabe soweit gelöst war, ging es mehr oder weniger im Takt zurück zur Unterkunft, wo bereits Stefan Wolf mit fünf Interessenten wartete. Denn diese kleine Gruppe hatten in der Zwischenzeit einiges Wissenswertes über den THW-Ortsverband und insbesondere über die Jugendgruppe erfahren. Auch mit diesen ging es nochmals für eine kleine Runde auf das Wasser, bevor es an das gemeinsame Aufräumen der genutzten Gerätschaften ging.

Familientag - wir waren mit von der Partie

Keine sechs Stunden später fand sich der Aufbautrupp für den Familientag in der THW-Unterkunft ein. In unzähligen Vorbereitungstreffen war beschlossen worden, dass wir neben unserer Öffentlichkeitsaktion am eigentlichen Tag, auch den Aufbau der kompletten Strominfrastruktur sowie einer EGS-Rampe übernehmen werden. Nach einer kurzen Aufgabenverteilung ging es in der Johannes-Hartung-Realschule Miltenberg an den Aufbau. Zwar spielte das Wetter ein klein wenig verrückt, doch durch den hohen Ausbildungsstand ging die Arbeit schnell von statten. Bereits zur Mittagszeit konnte die Strominfrastruktur sowie die EGS-Rampe der Initiative Bayerischer Untermain als Veranstalter übergeben werden.
Nach einer kurzen chaotischen Anfangsphase wurde am Sonntagmorgen, neben den rund 70 weiteren Ausstellern die THW-Aktionen auf dem Kleinsportfeld aufgebaut. Darunter befanden sich die THW-Traktor-Rallye, eine Seilbahn, eine kleine Fahrzeugausstellung, eine Seilbahn sowie die „Erinnerungsstation“, an welcher die Kinder eine kleine Erinnerung an diesen Tag basteln konnten. Hauptanziehungspunkt war jedoch der Yachthafen. Hier konnten die großen und kleinen Besucher selbst eine kleine Yacht steuern – kein Wunder dass sich hier immer eine kleine Schlange bildete und geduldig wartete, bis die Funkfernbedienung übergeben wurde.