Aktivitäten im Jahr 2012

Behelfsbrückenbau in Amorbach

Das THW-Miltenberg baute einen Behelfssteg über die Mud in Amorbach.

Amorbach muss die Wolkmannbrücke umfassend sanieren »Ungenügender Bauwerkszustand« lautete das Urteil im Prüfbericht zum Zustand der Amorbacher Wolkmannbrücke. Jetzt wird das Bauwerk saniert: Am Montag starten die Arbeiten, Autos müssen einen Umweg über den Amtsgarten fahren. Für Fußgänger bleibt allerdings der direkte Weg über die Mud: Das Technische Hilfswerk Miltenberg hat bereits am Samstag eine Behelfsbrücke errichtet.
13 ehrenamtliche Helfern unter Leitung von Zugführer Thomas Frieß waren hierfür im Einsatz. Dabei legten sie drei Träger in Leichtmetallbauweise per Kran auf vorbereitete Fundamente über die Mud. Die Träger sind 14 Meter lang und der Steg wird eine Breite von 2,50 Meter haben.
Wie Bürgermeister Peter Schmitt am Samstag vor Ort erklärte, hatte der Stadtrat in einer Sitzung im Juli auf Grundlage des Prüfberichtes der Nord-horner Ingenieurgesellschaft Lindschulte beschlossen, die Wolkmannbrücke zu erneuern. In dem Prüfbericht war die Brücke mit der Zustandsnote 3,5 (ungenügender Bauwerkszustand) bewertet worden.

Austausch statt Neubau
Maßgebend für den mangelhaften Zustand war Schmitt zufolge besonders die stark geschädigte Brückenplatte. Die Stadt habe sich aus wirtschaftlichen Gründen dafür entschieden, die bestehende Brückenplatte auszutauschen, so der Bürgermeister Eine Sanierung erschien als ungünstige Alternative.
Aufgrund der Ergebnisse aus der letzten Brückenprüfung soll die Brücke nun so weit ertüchtigt werden, dass sie den heute geltenden Vorschriften entspricht. Nachdem noch einige behördliche Abstimmungen mit dem Wasserwirtschaftsamt abzuwarten waren, können nun die Arbeiten beginnen.
Der Bürgermeister bat um Verständnis dafür, dass es während der Bauzeit zu beträchtlichen Behinderungen kommt. So ist die Zufahrt für die Wolkmannstraße und Mühlrain ausschließlich über den Amtsgarten in einer Ring- beziehungsweise Einbahnstraße möglich.
Für die Müllentsorgung müssen die Anwohner von der Wolkmannstraße während der Bauzeit gebeten die jeweilige Mülltonne in der Steinernen Gasse abstellen, die Anwohner des Mühlrains sollen ihre Mülltonnen am Amtsgarten platzieren, wo eine Extrafläche ausgezeichnet ist. Auch gebe es regelmäßig Parkeinschränkungen.
Die Wolkmannbrücke wurde 1952 erbaut und alle sechs Jahre sollte eine Hauptprüfung erfolgen, betonte Bürgermeister Schmitt.
(Quelle: Bote vom Untermain)

THW-Helferverein feiert 30-jähriges Bestehen

Aufgabe des Helfervereins ist es, Ortsverband und THW-Jugend finanziell zu unterstützen. Ruthard Zipf, Vorsitzender des Helfervereins, blickte zurück auf die vergangenen drei Jahrzehnte. Erster Beschluss in der Gründungsversammlung war, für 40 000 Mark ein angrenzendes Grundstück zu erwerben - ohne, dass der Verein auch nur eine einzige Mark in der Tasche gehabt hätte. Zipf sprach von großer Hochachtung gegenüber den Gründern.
Michael Wasserer, Ortsbeauftragter des Miltenberger THW, nahm das Helferfest zum Anlass, die aktuelle und künftige Situation seines Verbands zu beleuchten. Er sprach von einem Jahr der Veränderungen. So plant der Ortsverband den Neubau einer Unterkunft oder die Sanierung der bestehenden. Nach Möglichkeit soll der jetzige Standort erhalten bleiben - Wasserer zufolge sei das der allgemeine Wunsch. Das jetzige Gelände habe eine optimale Lage.

Bessere Einsatzmöglichkeiten

Darüber hinaus will sich die Fachgruppe Wassergefahr neu orientieren, unter anderem durch den Kauf von Finjetbooten. Diese Mehrzweckboote können zur Beförderung von Materialien, aber wegen ihres geringen Tiefgangs auch zur Rettung von Menschen aus flachen Gewässern genutzt werden. Dies sei ein zeitgemäßer Schritt, erklärte der Ortsbeauftragte. Das THW habe damit auch künftig hervorragende Einsatzoptionen. Martin Oettinger ehrte der Ortsbeauftragte für 30 Jahre aktiven Dienst geehrt. Unter anderem sorgt Oettinger als Ausbildungsbeauftragter dafür, dass die Helfer fachlich gut geschult sind. Seine Erfahrung und sein Fachwissen seien eine große Bereicherung für das THW, sagte Wasserer. Landrat Roland Schwing bezeichnete das THW als wichtigen Bestandteil der Region und lobte die Jugendarbeit. Gerade der Nachwuchs sei die Zukunft der Organisation.
(Quelle: Bote vom Untermain)

Dispo-Gruppe Bandskimmer für den Ernstfall gerüstet

Die beiden Boote im Vordergrund ziehen den Bandskimmer.

THW Miltenberg probt gemeinsam mit den THW-Kollegen aus dem Ortsverband Obernburg die Dispogruppe „Bandskimmer“. Durch die neue integrierte Leitstelle (ILS) wurden mehrere Dispogruppen gebildet, die im Einsatzfall durch die ILS alarmiert werden können. Bei der Dispogruppe Bandskimmer werden beide Ortsverbände alarmiert, wobei die Obernburger Gruppe mit Ihrer Fachgruppe Ölschaden den Bandskimmer betreibt, hingegen die Miltenberger Gruppe den Bandskimmer mit Ihren Arbeitsbooten ziehen.

Doch was ist überhaupt ein Bandskimmer? - Ein Bandskimmer ist ein Wasserfahrzeug, um Fremdstoffe von der Oberfläche des Gewässers zu entfernen. Dabei wird durch einen rotierendes „Förderband“ das Öl von der Gewässeroberfläche „abtransportiert“ und in einem Behälter gesammelt.

Um die Einsatzfähigkeit zu prüfen und für den Ernstfall vorbereitet zu sein, fand hierzu eine gemeinsame Übung im Mainabschnitt bei Elsenfeld/Obernburg statt. Nach einer kurzen aber sehr interessanten Einführung in die Gerätschaften der Fachgruppe Öl und den damit verbundenen Bandskimmer wurden die Boote in Position gebracht und der Bandskimmer an den jeweiligen Schleppvorrichtungen befestigt. Durch das entsprechende Kommando vom Bandskimmerführer setzte sich diese Formationen, die von oben betrachtet wie ein „V“ ausgebildet ist, in Bewegung. Hierbei wurden verschiedene Fahrmanöver, wie wende, anlegen sowie aufstoppen ausgebildet.

jung und lebendig - 775-Jahre Stadt Miltenberg

Viel Spass im Kletterparcour hatte dieser junge Teilnehmer. Hier: Beim überqueren des Hängesteges.

Einfach cool!“ – so der Ausspruch einer kleinen Besucherin an unserem Kletterparcour anlässlich der 775-Jahrfeier der Stadt Miltenberg. Das Öffentlichkeitsteam hatte sich als weiteren Meilenstein die 775-Jahrfeier ausgesucht, wozu viele Vorbereitungstreffen und Absprachen mit der Stadt Miltenberg besucht wurden.

Letztendlich kam dabei ein Kletterspielgarten heraus, der insbesondere für Kinder und Jugendliche, aber auch für jung gebliebene Erwachsene konzipiert war. Mit Hilfe des Einsatz-Gerüst-Systems mussten sich die Kinder hinaufhangeln um auf der anderen Seite hinunter zu rutschen, bevor sie sich auf einem Hängesteg wieder fanden. Danach ging es in die kleine Atemschutzstrecke – ganz der Wirklichkeit nachempfunden mussten die Kinder hier durch einen engen Tunnel mit einigen Hindernissen kriechen. Zu guter letzt musste mit Hilfe eines Jet-Float-Floßes ein Wasserbecken überquert werden, doch nicht mit Paddel, sondern mit einem extra hierfür ausgedachten Seilsystem.

Neben dem Kletterspielgarten gab es aber noch viel Interessantes über die Bundesanstalt THW und vor allem unseren Ortsverband zu erfahren. Hierzu war ein Infopoint mit in das Gesamtkonzept mit Fotoshow, Leinwänden, Infoflyern und vielen mehr integriert. Viele Fragen wurden beantwortet und die natürlich erhielt auch der Gerätekraftwagen 1 mit seinen vielen Gerätschaften interessierte Blicke – auch hier konnten die Besucher Ihre Fragen loswerden. In unregelmäßigen Abständen wurden noch kleine Vorführungen der Gerätschaften vollzogen.

Große Auszeichnung für technischen Hermann - Ehrezeichen in Silber

Siegfried Schymala überreichte Hermann Schneider das Ehrenzeichen in Silber.

Über 50 Jahre Mitglied im Technischen Hilfswerk, technischer Sachverständiger und Funksachverständiger, Bootsführer aus Passion, Einsatzzeichen für humanitäre Hilfe im Ausland, Ehrenurkunde des Innenministeriums, Ehrenpreis des Landkreises, all das hat Hermann Schneider schon. Am Freitag ist noch eine Auszeichnung dazugekommen: das Ehrenzeichen in Silber.

Siegfried Schymala, Referatsleiter beim THW Landesverband Bayern konnte bei der Verleihung im Pfarrheim Breitendiel erstaunlich viele Details aus dem Lebenslauf und dem Wirken von Hermann Schneider berichten. So habe Schneider sein großes Interesse an der Technik dem Geburtsort in der Nähe des Miltenberger Hauptbahnhofes und den Beruf seines Vaters, der bei der Bahn beschäftigt war, zu verdanken.
Nach dem Schulabschluss habe er den Beruf des Maurers und anschließend eine Ausbildung zum Baumaschinenschlosser erfolgreich abgeschlossen. Bereits im Alter von 17 Jahren trat er dem THW bei. Nach einer umfassenden Ausbildung war Schneider ab 1965 Kraftfahrer und Schirrmeister beim Ortsverband Miltenberg. 1972 machte er dann sein Hobby zum Beruf und wurde als hauptamtlicher Kraftfahrer und Gerätewart beim THW angestellt.
Durch sein stetes Engagement hat er sich im Kollegenkreis, Im Landesverband und im gesamten THW einen guten Ruf als kompetenter Fachmann erworben. Das Ehrenzeichen in Silber wird laut Schymala vom Landesverband nur selten verliehen.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Ruth Schöyen überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Hermann Schneider sei ein Paradebeispiel für die tätige Menschlichkeit und habe es verdient, in dieser besonders feierlichen Weise geehrt zu werden. Auch Joachim Hörst als Vertreter des Landratsamtes bestätigte Hermann Schneider ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Kompetenz. Er sei als »technischer Hermann« oder als »THW-Schneider« überall bekannt und überzeuge wegen seines ausgeglichenen Wesens, seiner sprichwörtlichen Zuverlässigkeit und Gründlichkeit.
Kreisbrandrat Lebold Meinrad überbrachte Glückwünsche der Kreisbrandinspektion. Ortsbeauftragter Michael Wasserer gestaltete mit seinem Helferkreis ein würdigen Ehrenabend, der dem Anlass mehr als gerecht wurde.
(Quelle: Bote vom Untermain)

Großübung unter realistischen Bedingungen des THW

Praktische Aufgabe beim Landeswettkampf Baden-Württemberg.

Miltenberg/Hartheim/Adelsheim. Am vergangenen Wochenende (14.04.2012) fand auf dem Standortübungsplatz der Bundeswehr in Hardheim der Wettkampf der Bergungsgruppen und Zugtrupps aus dem Geschäftsberiechen Mannheim und Heilbronn statt.
Hierfür hat der ausrichtende Ortsverband Adelsheim sechs Wettkampfstationen, für die teilnehmenden Ortsverbände Weinsberg, Widdern, Pfedelbach, Künzelsau, Schwäbisch-Hall, Crailsheim, Bad Mergentheim, Wertheim, Sinsheim, Neunkirchen, Heidenberg, Hassmersheim, Wiesloch-Walldorf und Neckargemünd,  zum Teil mehrfach, auf dem weitläufigen Übungsgelände errichtet.
Seit vergangen Mittwoch waren fünfzehn Helfer unter Führung des Ortsbeauftragten Marc Egolf mit vorbereitenden Maßnahmen beschäftigt, um den übenden Einsatzkräften möglichst realistische Aufgaben aus dem Gesamtszenario „Sturm mit Starkregen“ anbieten zu können.
Die Helfer sollen sich in verschiedenen möglichen Einsatzsituationen wie Deichsicherung und Pumparbeiten, Erdrutsch, Freiräumen von Rettungswegen nach Windbruch, sowie einem fiktiven Verkehrsunfall bewähren und werden dabei durch Schiedsrichterteams u. a. aus dem THW Ortsverband Miltenberg bewertet.  Zum Abschluss steht dann noch eine theoretische Prüfung bereit in dieser die Helfer ihr Fachwissen weiter unter Beweis stellen mussten.
Unterstützt wurde die gesamte Veranstaltung durch das DRK in Form von Verletztendarstellern, sowie den von den Johannitern gestellten Rettungsdienst. Der besondere dank der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) gilt der Bundeswehr am Standort Hardheim, welche dem Organisationsteam jede denkbare Unterstützung gewährte.
Das THW ist Katastrophenschutzorganisation des Bundes und sowohl im Inland wie auch im Ausland tätig, unter diesem Aspekt ist es besonders wichtig, dass die Helferschaft gut ausgebildet sind und unter realistischen Bedingungen üben.

Waldbrand an der B47 Amorbach-Boxbrunn

Gemeinsam im Kampf gegen den Waldbrand - Feuerwehr und THW-Helfer arbeiten Hand in Hand.

Die Ausrufung des Katastrophenfalls für die Stadt Amorbach hat am 03.04.2012 den erschöpften Feuerwehr- wie auch THW-Einsatzkräften aus dem Süden des Landkreises Miltenberg die notwendige Verstärkung gebracht.
Am Morgen des vierten Tages seit Ausbruch des großen Waldbrandes haben noch einmal 350 Frauen und Männer den Kampf gegen die versteckten Glutnester aufgenommen. Willkommene Unterstützung kam durch rund 130 Soldaten des Logistikbataillons 461 aus Walldürn. Auch das THW und Feuerwehren aus der ganzen Region schickten frische Kräfte.
Mit Erfolg: Am frühen Abend ging der größte und längste Brandeinsatz in der Geschichte des Kreises Miltenberg zu Ende. Der Katastrophenalarm konnte aufgehoben werden. Eine endgültige Entwarnung gab es gestern noch nicht. Das Waldgebiet wird weiter beobachtet, eine Brandwache blieb in der Nacht vor Ort.

Regen hat kaum geholfen
Der Regen in der Nacht zum Mittwoch hatte noch keinen Durchbruch in der Brandbekämpfung gebracht. »Die Feuer der ersten Tage haben eine verkrustete Ascheschicht erzeugt, in die das Wasser kaum eindringt«, beschrieb Einsatzleiter Meinrad Lebold gestern das Problem.
Bei der Analyse der Situation hatte ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera geholfen: Auf rund drei Hektar Fläche hatte sich die Glut tief in die dicke Humusschicht gefressen. »Oben ist nichts mehr zu sehen, aber das Feuer ist leider definitiv nicht aus«, so Lebold um 11 Uhr. Notwendig wurde mühselige Handarbeit. Mit Spitzhacken und Spaten musste die Ascheschicht aufgebrochen werden, um die Glutnester mit Wasser löschen zu können. Dazu war noch einmal ein Großaufgebot an Kräften notwendig.
Aus diesem Grund hatte sich der Miltenberger Landrat am Dienstag gegen 21 Uhr entschlossen, den Katastrophenfall auszurufen. Erst der erlaubt den Einsatz der Bundeswehr und gibt die Möglichkeit, weiter entfernte Feuerwehren zu Hilfe zu rufen. »Es gab vor allem organisatorische und rechtliche Gründe für die Ausrufung des Katastrophenfalls«, erläuterte der Pressesprecher des Landratsamtes, Gerhard Rüth, die Entscheidung. Eine Gefahr für die Bevölkerung in den umliegenden Orten habe nicht bestanden.
Der Waldbrand, der am Sonntag ausgebrochen war und sich auf eine Fläche von insgesamt 28 Hektar ausgebreitet hatte, war am Dienstagnachmittag an vielen Stellen erneut aufgeflammt. Gestern sollte dann die Handarbeit den endgültigen Sieg über die unterirdische Gefahr bringen. Hilfreich dabei waren die erneuten Flüge des Polizeihubschraubers mit Wärmebildkamera. Mit an Bord war auch der Amorbacher Stadtförster, der die Einsatzkräfte am Boden dirigierte. Am Abend, so die Hoffnung, solle die weitere Gefahr endgültig gebannt sein.
(Quelle: Bote vom Untermain)